CLASSIC

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Ennstal-Classic 2017 Fritz Enzinger Neel Jani Ennstal-Classic 2017

Fritz Enzinger: Entspannung vom WEC-Stress

Fritz Enzinger, Leiter des LMP1-Programms bei Porsche, im Gespräch über die Ennstal-Classic, Oldtimer an sich und die Zukunft der WEC.

Text: Michael Hintermayer & Fabian Bonora
Foto: Ennstal-Classic/Peter Meierhofer

Die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) steuert auf eine Krise zu. Nach dem Ausstieg von Audi engagieren sich mit Porsche und Toyota nur noch zwei Hersteller in der obersten Klasse des Sports, der LMP1-Kategorie. Ein neues, aber fragwürdiges Reglement soll wieder mehr Autobauer in die WEC locken.

Fraglich ist jedoch, wie lange die beiden verbliebenen Teams in Le Mans & Co. am Start sein werden. Wir sprachen mit dem Steirer Fritz Enzinger (im Bild oben links), Leiter des LMP1-Programms bei Porsche, über sein „Heimrennen" im Ennstal und die Zukunft des Langstrecken-Sports.

?: Wie ist es als Steirer, in der Heimat eine Oldtimerrallye zu bestreiten?

Fritz Enzinger: Es gibt grundsätzlich keine schönere Rallye als die Ennstal-Classic. Ich bin im Jahr auch nur zwei oder drei Mal hier. Wenn ich dann hier durchfahre und die Leute an der Strecke sehe und wie freundlich hier alle sind und das Essen sowieso – darum ist die Ennstal-Classic schon ein Fixpunkt in meinem Kalender.

?: Ist es entspannend, mit einem Oldtimer zu fahren, wenn man so einen stressigen Job wie Sie hat?

Fritz Enzinger: Ja, das ist definitiv der Fall. Unser 356er-Porsche ist Baujahr 1958. Wenn Neel Jani (im Bild oben rechts) fährt und ich daneben sitze, ist das mehr als entspannend. Wenn ich dann aus dem Auto aussteige und auf mein Handy schaue, ist es wieder vorbei. Aber das sollte man halt nicht machen. Eigentlich sollte man das genießen, aber aufgrund der derzeitigen Situation ist das nicht möglich.

?: Wie geht es weiter mit dem LMP1-Programm von Porsche?

Fritz Enzinger: Wir entscheiden in den nächsten zwei Wochen, wie es bei uns weitergeht und werden dies auch umgehend verkünden. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen.

?: Der erste Reglement-Vorschlag für die Zukunft sieht einen Plug-In-Hybrid vor. Macht das aus Ihrer Sicht Sinn?

Fritz Enzinger: Wir haben beim Programm für 2020 mitgearbeitet. Darum sind auch von unserer Seite Ideen eingeflossen, was schlussendlich in einem Plug-In-Antriebskonzept endete. Man muss in nächster Zeit einmal diskutieren, wie das genau ausschauen soll. Aber die Idee ist nicht schlecht. Die Umrüstung kostet natürlich wieder Geld, aber das muss man nun erstmal abwarten, wie dies alles überhaupt umsetzbar ist.

?: Stand jemals der Vorschlag im Raum, den Hybridantrieb zu streichen und auf konventionelle Antriebskonzepte umzustellen?

Fritz Enzinger: Porsche hat sich entschieden, in die Langstrecken-WM zurückzukehren, weil der technische Standard enorm hoch ist, man eine Abgasenergie-Rückgewinnung hat und Bremsenergie rückgewinnt. Ich denke das Problem der LMP1 ist, dass Nissan den Einstieg vor zwei Jahren nicht geschafft hat und Audi voriges Jahr ausgestiegen ist. Wenn das nicht passiert wäre, hätten wir jetzt vier Hersteller und keine derartigen Diskussionen. Aber da sind eben zwei Dinge zusammengetroffen und jetzt stehen wir zu zweit da. Und für diese Summen zu zweit gegeneinander anzutreten ist die Sache, deren Sinnhaftigkeit wir gerade prüfen.

News aus anderen Motorline-Channels:

Ennstal-Classic 2017

Weitere Artikel:

Sogar in der DDR wurde der kleine VW produziert

20 Mythen und Fakten über den VW Polo, die Sie noch nicht gekannt haben

Der Volkswagen Polo gehört zu den erfolgreichsten Kleinwagen und blickt auf eine lange Modellgeschichte zurück. Hier erfahren Sie mehr über den Polo und 20 Mythen und Fakten, die interessante Einblicke in seine Entwicklung, Technik und Besonderheiten geben.

Selten lag die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn so nahe beinander wie beim Fiat Multipla. Da passt es nur gut, dass ihm sogar ein Leben nach dem Tod vergönnt war. In China. Als Elektroauto.

Die ARBÖ Classic (5. und 6. Juni) bringt mit 165 Fahrzeugen ab Jahrgang 1928 einmal mehr die Freude am Automobil in die Admonter Gesäuse Region und darüber hinaus. Und: Schon jetzt trudeln Nennungen für die im September steigenden Austrian Rallye Legends ein

Gutes Rezept, falscher Zeitpunkt

Helden auf Rädern: MG ZS 180

Als praktisch alles schon verloren war, lieferte MG Rover ein Paradebeispiel für cleveres Engineering. Vor allem, weil der ZS ursprünglich der Unsportlichste der Modellpalette war.

Ein halbes Jahrhundert in sechs Generationen

50 Jahre VW Polo

Autos sind immer Kinder ihrer Zeit – und kaum ein anderes zeigt diesen Schlüssel zu großer Beliebtheit besser als der VW Polo. Je nach Zeitgeist und Geschmack passte er sich den Wünschen und Bedürfnissenn der Kunden an, blieb seinem Grundmotto aber stets treu: leistbare Mobilität ohne Abstriche auf der Höhe der Zeit. Wir blicken zurück auf fünf bewegte Jahrzehnte, erzählt anhand der sieben Polo-Generationen.

Wenn man ein simples Arbeitstier schon überzeichnet, dann bitte ordentlich. Dass dem Mazda Rotary Pick-up dennoch keine große Karriere zuteil wurde, lag vor allem am schlechten Timing. Aber auch am Charakterdarsteller Wankelmotor.