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IMSA: 24h von Daytona

DPi-Achter: Binder übersteht Blindflug

Mit einem achten Klassenrang bei den 24h von Daytona hat René Binder eine erste Talentprobe auf der Langstrecke fehlerlos bestanden.

Bildquelle: ENIK; Richard Prince, Juncos Racing

In einem von Defekten und Wetterkapriolen geprägten Rennen wurde der Cadillac DPi-V.R von Juncos Racing zwar von einigen unplanmäßigen Boxenstopps weit zurückgeworfen, doch bei den Neueinsteigern aus Indianapolis überwog bei weitem die Freude über die erste Zielankunft, denn beim Saisonauftakt, gleichzeitig ein Jahreshighlight des nordamerikanischen Langstreckensports, stand für die Rookies von Juncos Racing vor allem eines im Mittelpunkt: Ankommen.

Allzu hohe Erwartungen nach Platz sieben im Qualifying hatte vor allem der österreichische Debütant gedämpft: "In einem solchen Rennen muss ein Team sowohl auf der technischen als auch auf der fahrerischen Seite an die Grenzen gehen. Da darf man sich nicht unnötig unter Druck setzen. Rückblickend glaube ich aber, dass wir mit unserem Saisonauftakt und Platz acht in der DPi-Klasse zufrieden sein können. Wir haben immerhin 555 Runden gedreht und phasenweise bereits eine gute Pace gezeigt."

Vor allem die Elektronik hatte Binder und seinen Teamkollegen, Agustín Canapino, Kyle Kaiser und Will Owen, immer wieder an die Box gezwungen; ein Problem, das die gesamte Stromzufuhr lahmlegte und bei Juncos Racing noch nie zuvor aufgetreten war. Hinzu kamen zwei Durchfahrtsstrafen für Owen und Kaiser wegen überhöhter Geschwindigkeit in der Boxengasse sowie eines losen Rads in einer der Nachttrainings.

Was die Fehlerquote betraf, behielt zumindest der 27jährige Tiroler eine weiße Weste, was insbesondere seinen Cheftechniker, Tom Brown, beeindruckte: "René hat hier wirklich tolle Arbeit geleistet und gezeigt, dass Langstreckensport genau seines ist. Er kann wie eine Maschine Runde für Runde konstant abspulen – und was mich gerade am Sonntag am meisten beeindruckt hat: Er hat unter widrigsten Verhältnissen im heftigen Regen die Ruhe bewahrt und, wenn nötig, absolut konkurrenzfähige Rundenzeiten abgeliefert. Wir sind sehr zufrieden mit ihm."

Obwohl man insgeheim sogar mit einem Top-5-Ergebnis geliebäugelt hatte, überwog bei Juncos Racing am Ende also die Freude über die Zielankunft. Weil aber beim nächsten Klassiker in Sebring Mitte März deutlich mehr als ein 30. Gesamtrang herausspringen soll, hat Teamchef Ricardo Juncos seinem Rennstall nur zwei, drei Tage Erholung zugestanden, ehe der Cadillac DPi mit der Startnummer 50 wieder in alle Einzelteile zerlegt und auf die nächsten Testfahrten vorbereitet werden soll.

"In Sebring", weiß Binder, "steht uns eine mindestens ebenso harte Prüfung bevor. Es ist zwar 'nur' ein Zwölf-Stunden-Rennen, aber wegen der vielen Bodenwellen das vielleicht anspruchsvollste für unsere Autos überhaupt. Ich habe mir davon schon im Indycar ein Bild machen können. Bevor wir wieder unsere Testarbeit aufnehmen, und ich mich dann auch bei Dallara in Italien im Simulator vorbereite, werden wir dann noch meinen Sitz bei Panis-Barthez Compétition anfertigen. Ich habe übrigens schon das neue Design unseres Ligier LMP2 gesehen und bin sicher, dass auch dieses Auto zu den schönsten seiner Klasse zählen wird."

Der Saisonauftakt der European Le Mans Series 2019 findet Mitte April im südfranzösischen Le Castellet statt.

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