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Motorsport: News

Berger will neutraler DTM-Boss sein

Der ehemalige Formel-1-Pilot Gerhard Berger steht in der DTM vor einer großen Herausforderung, sieht aber die Hersteller auf seiner Seite.

In der DTM stehen die Zeichen im Jahr 2017 auf Aufbruch: Und das hat nicht nur mit der neuen Rennwagengeneration zu tun, die mehr Action auf der Strecke erwarten lässt. Viel mehr hat die beliebte Tourenwagenserie seit wenigen Tagen einen neuen Boss: Gerhard Berger übernahm das Ruder von Hans Werner Aufrecht.

Ein Wechsel, der im Sinne der involvierten Werke Audi, BMW und Mercedes geschehen sein soll. "Alle drei Hersteller haben versucht, mich in diese Rolle zu bekommen", erklärt Berger gegenüber Autosport. "Somit glaube ich, dass sie mich alle drei in einer guten Art und Weise unterstützen werden. Gleichzeitig bin ich auch nicht auf der Seite eines bestimmten Herstellers. Ich bin sehr neutral."

Das ist eine Eigenschaft, die Berger auch an seinem Vorgänger schätzte: "Hans Werner Aufrecht war sehr fair und auch ausgeglichen zu jedem, einfach schon weil die Serie sein Baby war", lobt er den "Vater der DTM", der die Meisterschaft seit 1986 anführte.

Für Berger wird es viel Arbeit geben

Der ehemalige Formel-1-Pilot steht mit Übernahme der Verantwortung vor einer Mammutaufgabe. Das Publikumsinteresse an der DTM hatte in den vergangenen Jahren immer mehr abgenommen. Über neue Hersteller wurde zwar immer wieder gesprochen, doch eingestiegen ist letztendlich keiner. Und auch die aktuell vertretenen Werke haben ihr Programm für 2017 von jeweils acht auf sechs Fahrzeuge reduziert.

Da ist natürlich schnelles Handeln gefragt, um die Meisterschaft wieder in ruhige Fahrwasser zu dirigieren. Doch von zu überstürzten Aktionen will Berger nichts wissen. "Natürlich habe ich Ideen. Doch das Wichtigste ist, zunächst etwas tiefer in die Materie einzusteigen und gewisse Dinge zu verstehen. Dann mache ich einen Plan und versuche, Sachen umzusetzen", erklärt er die Herangehensweise an die neue Position.

Ein wichtiger Punkt könnte hier das Class-One-Reglement sein. Damit sollten die technischen Regularien von DTM und der japanischen Super-GT-Serie fusioniert werden. Doch das gelang bislang nur in Teilen. Denn auch die neuen 2017er-Chassis sind mit denen von Honda, Lexus und Nissan aus Japan noch nicht komplett vergleichbar. Ganz zu schweigen vom eigentlich gemeinsam angedachten Zweiliter-Turbomotor. Der wurde in Asien zwar längst eingeführt, die DTM verschob ihn jedoch ins Jahr 2019.

"Ich glaube fest daran, auch andere Kontinente ins Boot zu bekommen", ist Berger in Bezug auf die Internationalisierung dennoch zuversichtlich. Ein Punkt, der sich in der Vergangenheit jedoch als äußerst schwierig erwiesen hatte. Zu Beginn des Prozesses im Jahr 2014 war beispielsweise auch die amerikanische IMSA darin involviert. Doch deren Interesse ist mittlerweile mehr als abgeflaut.

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