MOTORSPORT

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Hattrick für Panizzi

Doppelsieg für Peugeot, Marcus Grönholm holt den zweiten Platz, toller Dritter wird Subaru-Youngster Petter Solberg, bei den Super1600ern siegt Renato Travaglia.

Manfred Wolf

Auch als „Invalide“ ist Gilles Panizzi in San Remo scheinbar eine Klasse für sich. Selbst Weltmeister Marcus Gröhnholm, der auf Asphalt offensichtlich immer stärker wird, war für das Brüderpaar Panizzi kein Gegner.

So sehr sich Grönholm auch bemühte: 20,9 Sekunden fehlten am Ende auf den ersten Asphalt-Triumph. Trotzdem darf der Finne zufrieden sein. Seine Führung in der WM hat er mit diesem zweiten Platz weiter ausgebaut, der WM-Titel dürfte ihm kaum noch zu nehmen sein.

Mit seinem Sieg fährt Gilles Panizzi in den „ewigen Bestenlisten“ mitten unter die ganz Großen seiner Zunft. Nur Miki Biasion und Didier Auriol konnten den französischen Klassiker drei Mal gewinnen, Panizzi schafft das nach 2000, 2001 und seinem heutigen Sieg gleich en suite:

„Ich bin glücklich“, erklärte er. „Es war ein schwieriger Sieg, denn die Verletzung hat mich müde gemacht. Das erschwerte die Konzentration. Außerdem haben mir anfangs Philippe Bugalski und später Marcus Grönholm viel Druck gemacht. Aber unser Peugeot 206 WRC lief perfekt.“

Richard Burns hätte den Dreifach-Triumpf für Peugeot fixieren können. Diesen Plänen machte allerdings ein junger Norweger einen Strich durch die Rechnung.

Subaru-Pilot Petter Solberg verwies den britischen Weltmeister auf Platz 4 und holte nach einer tollen Fahrt seine erste Podiums-Platzierung bei einer Asphalt-Rallye.

Gleichzeitig ist dieser dritte Platz auch ein Trostpflaster für Subaru, die nach der Nullnummer in Deutschland und den erneuten Ausfällen von Tommi Mäkinen und Achim Mörtl schon wieder das Schlimmste befürchten mussten.

Und auch bei Ford holt ein Nachwuchspilot die Kastanien aus dem Feuer. Markko Märtin wird mit einer hervorragenden Leistung Fünfter. Während Carlos Sainz seinen waidwunden Ford schon am zweiten Tag abstellen muss, kommt Colin McRae nie richtig in Schuss.

Der wird nicht nur vom spanischen Citroen-Piloten Jesus „Chus“ Puras geschlagen, auch Cedric Robert, französische Nachwuchshoffnung bei Peugeot, kann den schottischen Weltmeister bezwingen und auf Platz acht verweisen.

Platz neun holt sich der finnische Schotterspezialist Harri Rovanpera, auf Platz zehn kommt Francois Delecour ins Ziel - nach vielen Rückschlägen vielleicht ein kleiner Lichtblick für Mitsubishi.

Bei den Super1600ern gewinnt Renato Travaglia auf Peugeot 206, Altmeister Dallavilla wird mit seinem Citroen Saxo Zweiter, Basso (Fiat Punto) holt Platz drei.

Ergebnis:

1. Panizzi/Panizzi, Peugeot 206 WRC, 4:10.15,6 Std.
2. Grönholm/Rautiainen, Peugeot 206 WRC + 20,9 Sek.
3. Solberg/Mills, Subaru Impreza WRC + 1.06,4 Min.
4. Burns/Reid, Peugeot 206 WRC + 1.18,9 Min.
5. Märtin/Park, Ford Focus WRC + 1.54,9 Min.
6. Puras/del Barrio, Citroën Xsara WRC + 2.39,3 Min.
7. Robert/Bedon, Peugeot 206 WRC + 3.01,3 Min.
8. C.McRae/Grist, Ford Focus WRC + 5.17,5 Min.
9. Rovanperä/Silander, Peugeot 206 WRC + 6.18,9 Min.
10. Delecour/Grataloup, Mitsubishi Lancer WRC + 7.24,4 Min.

Stand Fahrer-WM:
1. Grönholm, 57 Punkte
2. Burns, 34 Punkte
3. C.McRae, 33 Punkte
4. Panizzi, 31 Punkte
5. Sainz, 26 Punkte
6. Solberg, 23 Punkte

Stand Marken-WM:
1. Peugeot, 131 Punkte
2. Ford, 86 Punkte
3. Subaru, 46 Punkte
4. Mitsubishi, 9 Punkte
5. Skoda, 8 Punkte
6. Hyundai, 6 Punkte

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: San Remo

- special features -

Weitere Artikel:

Gerhard Berger über neue Regeln

Gerhard Berger: "Da wehrt sich etwas in mir"

Gerhard Berger will dem neuen Formel-1-Reglement eine Chance geben, betont jedoch, dass es für ihn gefühlt zu weit weg vom "klassischen Motorsport" sei

Der Weltverband FIA hat die Formel-1-Fahrer um Feedback gebeten und zeigt sich offen für Anpassungen: Dennoch sei "neunzig Prozent" der Arbeit bereits gut erledigt

Einige Beobachter befürchteten 2026 einen deutlichen Einbruch der Formel-1-Rundenzeiten - Der Wintertest in Bahrain zeigt, dass diese Sorge unbegründet war

Die neuen Regeln sollte die Formel 1 für Hersteller attraktiver machen, Doch nach dem Aus von Renault und der Krise bei Honda stellt sich die Frage: War es das wert?