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Sechster Heimsieg für Marcus Grönholm

Dass Marcus Grönholm in seiner Heimat wieder siegt, konnte Sébastien Loeb auch diesmal nicht verhindern. Hirvonen holt Platz 3, Manfred Stohl wird Neunter.

Michael Noir Trawniczek

Wie in den Jahren 2000, 2001, 2002, 2004 und 2005 feierte Marcus Grönholm in den Wäldern um Jyväskylä einen umjubelten Heimsieg, seinen ersten als Ford-Pilot. "Ich habe es überhaupt nicht eilig", sagte "Bosse" am Sonntagmorgen - bei einem Vorsprung von über einer Minute, auf Weltmeister Sébastien Loeb, war Eile auch überhaupt nicht geboten. "Wir haben nichts riskiert und das Auto ist perfekt - das ist wirklich eine gute Rallye für das Team, unglaublich", gab ein zufriedener Marcus Grönholm am Ende der Rallye zu Protokoll.

Sébastien Loeb wollte eigentlich das bislang Unmögliche möglich machen und Grönholm in der "Höhle des Löwen" schlagen - nachdem der WM-Leader anfangs mithalten und für die ein oder andere Sonderprüfung seinen Gegner im "Duell der Giganten" sogar schlagen konnte, fiel am Samstag in der Wertungsprüfung Nummer 13 die Vorentscheidung: Loeb cuttete zu viel und touchierte jenen Stein, mit dem auch Grönholm und Manfred Stohl Bekanntschaft machten - allerdings kostete Loeb der Zwischenfall mehr als 30 Sekunden.

Womit klar war: Mehr als Platz 2 ist auch diesmal nicht möglich. Loeb bilanzierte: "Finnland ist eine jener Rallyes, die ich noch nicht gewinnen konnte. Und wieder konnte ich Marcus am zweiten Tag herausfordern. Ich bin zufrieden - und vielleicht kann ich ihn ja im nächsten Jahr schlagen."

Hirvonen mit Serienbestzeiten am Sonntag

Den dritten Platz auf dem Siegerpodest bestieg Mikko Hirvonen, der zweite Ford-Pilot, der zweite Lokalmatador. Der junge Finne mit Wohnsitz Jyväskilä hat am Sonntagvormittag noch alles versucht, um Loeb noch abzufangen oder zumindest bereit zu sein, sollte dieser in Techniktroubles gelangen. Trotz vier SP-Bestzeiten in Folge blieb es jedoch bei Rang drei.

OMV-Pilot Henning Solberg darf sich über eine erfolgreiche Rückkehr in den WRC-Zirkus freuen, in Deutschland trat der Bruder von Petter (der am Samstag das Auto wegwarf und so wieder ohne Punkte die Heimreise antrat) bekanntlich nicht an. Ein enthusiastischer Henning Solberg erklärte: "Das ist das Beste und es ist nur der Beginn meiner großen Karriere. Ich habe keine Fehler gemacht, hatte lediglich Bremsprobleme - der Rest war einfach perfekt."

Hinter Solberg reihten sich die Privatiers Gigi Galli (Peugeot 307) und Janne Tuohino (Citroen Xsara) auf den Rängen fünf und sechs ein, auf Rang sieben Jussi Valimaki im Mitsubishi, dahinter holte der Tscheche Jan Kopecky im Skoda den letzten zu vergebenden Punkt für die Fahrer-Weltmeisterschaft. Ohne Punkte fuhren neben Petter Solberg auch Dani Sordo und Xavier Pons nach Hause - beide zwangen ihre Boliden in eine Rolle und zerstörten sie dabei nachhaltig.

Stohl auf dem verflixten neunten Rang

Für den Österreicher Manfred Stohl blieb nur der verflixte neunte Rang - für den Gewinn eines Zählers in der Fahrerwertung hätte noch ein weiterer Kollege ausfallen müssen, zu groß war der Rückstand auf Platz acht.

Stohl erklärte: "Wenn mir jemand vor dieser Rallye gesagt hätte, dass ich unter die Top 10 komme, hätte ich dankend angenommen. Jetzt bin ich über den neunten Paltz doch ein wenig traurig. Es wäre mehr drin gewesen. Doch nach dem Schaden am ersten Tag, ein gebrochener Querlenker, war der Rückstand zu groß."

Immerhin kann Stohl jedoch seinem Team wertvolle Punkte für die Marken-WM beisteuern. "Das entschädigt für den einen oder anderen verlorenen Fahrer-Punkt", relativierte der Wiener. In der WM-Tabelle verlor Stohl seinen vierten Rang, wurde von Mikko Hirvonen überholt.

In zwei Wochen findet sich der Rallye-Tross in Japan wieder, wo vom 1. bis zum 3. September die elfte Runde der Rallye-Weltmeisterschaft über die Bühne gehen wird.

JWRC: Suzuki-Fahrer feiern Erfolge

In der Junioren-Weltmeisterschaft profitierten die Suzuki-Piloten Guy Wilks und Per-Gunnar Andersson von einem Fehler des bis dahin dominierenden Deutschland-Siegers Kris Meeke, der seinen Citroen auf Etappe 2 nach einem teuflischen Sprung und einer allzu harten Landung schwer beschädigte.

Wilks feierte den Sieg, P.G. Andersson Platz 2 und die Übernahme der WM-Führung. Nur noch zwei Läufe zählen zur JWRC: Die Türkei-Rallye (13. bis 15. Oktober) sowie das Finale in Wales (1. bis 3. November).

Ergebnis

1.  Grönholm    Ford         2:52:50.3
2.  Loeb        Citroen      +  1:06.7
3.  Hirvonen    Ford         +  1:34.5
4.  Solberg     Peugeot      +  3:57.8
5.  Galli       Peugeot      +  5:39.9
6.  Tuohino     Citroen      +  6:05.0
7.  Valimaki    Mitsubishi   +  6:55.4
8.  Kopecky     Skoda        + 10:15.0
9.  Stohl       Peugeot      + 13:28.0


WM-Stand Fahrer

 1. LOEB Sébastien            92 Punkte
 2. GRÖNHOLM Marcus           61 Punkte
 3. SORDO Daniel              41 Punkte
 4. HIRVONEN Mikko            27 Punkte
 5. STOHL Manfred             24 Punkte
 6. SOLBERG Petter            20 Punkte 
 7. GARDEMEISTER Toni         16 Punkte
 =. SOLBERG  Henning          16 Punkte
 9. GALLI Gigi                15 Punkte
22. AIGNER Andreas             3 Punkte


WM-Stand Marken

1. Kronos Citroen            122 Punkte
2. Ford                      109 Punkte
3. Subaru                     65 Punkte
4. OMV Peugeot                50 Punkte
5. M-Sport Ford               24 Punkte
6. Red Bull Skoda             22 Punkte


Nächste WM-Läufe

01.-03. September:        Rallye Japan
22.-24. September:        Rallye Zypern
13.-15. Oktober:          Rallye Türkei
27.-29. Oktober:          Rallye Australien
10.-12. November:         Rallye Neuseeland
01.-03. Dezember:         Rallye Großbritannien

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