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Schwierige Rallye im Land der aufgehenden Sonne

Am kommenden Wochenende wird zum dritten Mal die Japan-Rallye gestartet. Man darf mit Überraschungen rechnen, Manfred Stohl erstmals dabei.

Michael Noir Trawniczek

Die Japan-Rallye ist eine der jüngsten im WRC-Kalender - zum ersten Mal wurde dieser Lauf auf der nördlichsten Insel namens Hokkaido im Jahr 2004 abgehalten. Die Population ist dort wesentlich geringer als im restlichen Land. Die insgesamt 27 Wertungsprüfungen werden in der Region Tokachi, rund um die Stadt Obikiro abgehalten - es handelt sich um schnelle und fließende Schotterstraßen, welche durch dunkle Wälder führen. Die Konsistenz des Belags entspricht am ehesten jener der Rallye Neuseeland, der Schotter ist eher weich.

Die Region wird durch das angrenzende Gebirge vor allzu schlimmen Wetter geschützt - dennoch kann es angesichts der Pazifikströme äußerst temperamentvoll werden - Regen verwandelt die Straßen in wahre Schlammschläuche.

Schwierige Reifenwahl

Die Reifenwahl ist bei der Japan-Rallye besonders schwierig zu treffen. Das liegt zum einen an dem allgemeinen Testverbot bei Überseeläufen - und: "Wir müssen unsere gewünschten Reifentypen nicht nur zwei Monate im Voraus benennen, sondern dabei auch eine große Bandbreite an möglichen Bedingungen abdecken. 2005 benutzten wir praktisch alle zur Verfügung stehenden Optionen von weichen bis sehr harten Komponenten. Und wenn das Wetter durchgehend gut oder durchgehend schlecht sein sollte, wird es eng mit dem für diese Verhältnisse bereitstehenden Kontingent einer bestimmten Variante", erklärt Weltmeister Sébastien Loeb die Problematik.

"Super-Séb" kann mit seinem Punktepolster von 31 Zählern jedoch relativ gelassen ans Werk gehen - klar: Marcus Grönholm, von seinem großartigen Heimsieg in Finnland gestärkt, möchte alle verbleibenden Läufe gewinnen - aber selbst dann wäre er nicht Weltmeister, sollte Loeb jeweils den Platz hinter dem Finnen belegen. Dani Sordo wird abermals den zweiten 2006er-Xsara pilotieren. Ford wird erstmals auch das Stobart M-Sport VK-Team mit den aktuellen Ford Focus RS 2006 WRC ausstatten - Matthew Wilson und Luis Perec Companc können es kaum noch erwarten.

Heimspiel für Subaru

Für das Subaru-Team ist Japan natürlich der Saisonhöhepunkt - neben Petter Solberg und Chris Atkinson wird auch der Japaner Toshihiro Arai einen Impreza WRC 2006 steuern. Alle drei Subaru-Werkspiloten haben eine tadellose Japan-Bilanz vorzuweisen. Solberg gewann die Premiere 2004 und lag auch im Vorjahr vor seinem Ausfall in Führung. Chris Atkinson konnte in Japan mit Platz 3 sein bislang bestes WRC-Ergebnis erzielen.

Japan-Premiere für Stohl

Manfred Stohl und Ilka Minor sind zum ersten Mal im Land der aufgehenden Sonne am Start. Stohl rechnet in Japan mit Überraschungen - beispielsweise der erwähnte Japaner Arai, der in den vergangenen zwei Jahren in der PWRC überlegen gewonnen hat. Auüerdem rechnet "Stohlito" mit zahlreichen Ausfällen - und das beim kleinsten WRC-Starterfeld der Saison - nur elf WRCs sind am Start. Zudem haben neben Stohl auch das Stobart-Team und Dani Sordo keine Japan-Erfahrungen vorzuweisen.

Das heißt: Punkte wären möglich - wenn man das Ziel erreicht. Stohl erklärt: "Diese Rally ist sehr anspruchsvoll, da der Schotter eher weich ist und die Straßen sehr eng. Wenn du da von der Idealspur abkommst, gibt es fast keine Möglichkeit den Fehler wieder gut zu machen. Und bei insgesamt 27 Sonderprüfungen verlierst du auch in der SupeRally-Regelung sehr viel Zeit."

Am Freitag wird um 8.03 Uhr Ortszeit (15.03 Uhr MEZ) die erste, gleich satte 51,5 Kilometer lange Wertungsprüfung Pawse Kamuy in Angriff genommen. Insgesamt werden 345,7 SP-Kilometer absolviert - insgesamt legen die WRC-Protagonisten 1.586,5 Kilometer zurück.

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