RALLYE

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Außerirdischer Grönholm sorgt für Kopfschütteln

Bei abenteuerlichen Bedingungen wurde die 9 km lange SP 3 gestartet. Dabei war Marcus Grönholm um 24,9 Sek schneller als Petter Solberg. Andreas Aigner 7., Manfred Stohl 11.

Michael Noir Trawniczek

"Diese Rallye könnte ruhig ein bisschen leichter sein - ich hatte ein kleines Problem mit dem Scheibenwischer, aber es ist okay", sprach Marcus Grönholm in die Mikrofone, nachdem er die erste wirkliche Sonderprüfung als überlegen Schnellster beendet hatte.

Zuvor mussten wegen der schlechten Wetterkonditionen die Prüfungen 1 und 2 neutralisiert werden, der Arzthubschrauber hätte im Ernstfall nicht landen können. Aber auch die Strecken selbst befinden sich in einem abenteuerlichen Zustand, und der Servicepark ist nahezu überflutet.

Grönholm war auf den rund zehn Kilometern der Prüfung "Kumluca" um satte 24,9 Sekunden schneller als der Zweitschnellste, Subaru-Werkspilot Petter Solberg. Sein Stallkollege bei Ford, Mikko Hirvonen, schüttelte nur noch den Kopf: "Marcus ist verrückt, bei diesen Konditionen, es ist einfach unglaublich - der Belag ändert sich ständig, man weiß daher nicht, wann es rutschig wird." Hirvonen fehlten als Sechstem 38,7 Sekunden auf seinen Stallkollegen.

Petter Solberg, der dem entfesselten Grönholm am nächsten kam, war im Zielraum komplett mit Schlamm bedeckt und sprach: "Das war schlimm. Wir haben nicht die richtigen Reifen für diese Konditionen." Auch der Bruder des Subaru-Piloten, Henning Solberg, war entsetzt: "Das ist gefährlich, das ist wirklich gefährlich. Es wird immer schlimmer werden." Der Teamkollege von Manfred Stohl war auf den rund zehn Kilometern der viertschnellste Pilot, Rückstand 37 Sekunden.

McRae wettert, Katajamaki gerät ins Schwärmen

Neun Zehntelsekunden hinter Henning Solberg reihte sich Loeb-Ersatzpilot Colin McRae auf Rang fünf ein, seine Kronos-Stallkollegen Xavier Pons und Dani Sordo beendeten die Prüfung auf den Rängen 8 und 9. McRae wetterte im wahrsten Sinne des Wortes: "Das ist absolut fürchterlich, da ist überhaupt kein Spaß dabei. Diese Konditionen sind scheußlich - es geht nur noch ums Überleben!"

Ganz anders sprach Stobart-Pilot Kosti Katajamaki, der mit seinem Ford Focus RS WRC 2004 die beeindruckende drittschnellste Zeit in den Schlamm zauberte, der Finne jubelte: "Es ist so aufregend, es ist so schwierig - aber ich liebe das. Es ist so leicht, hier einen Fehler zu machen."

Aigner Siebenter, Stohl Elfter

Beeindruckend auch die Vorstellung von Red Bull Skoda-Pilot Andreas Aigner, der die Prüfung als Siebenter (Rückstand 43,7 Sekunden) abschloss. Aigner kam mit einem beschädigten linken Hinterrad ins Ziel und gab zu Protokoll: "Es ist mit Sicherheit wirklich sehr, sehr hart. Ich habe mit der linken hinteren Seite einen Stein getroffen. Aber der Wagen funktioniert gut und alle Probleme haben sich verflüchtigt."

Aigner war damit der schnellste Skoda-Pilot - Francois Duval fuhr mit seinem im neuen Design gehaltenen Fabia von First Motorsport die zehntschnellste Zeit, sein Bolide jedoch war nach einem Einschlag hinten beschädigt, die hintere Tür stand offen. Aigners Stallkollege Harri Rovanperä erging es nicht besser, der Finne schleppte sich mit einem abgerissenem Hinterrad auf Rang 17 ins Ziel.

Peugeot-Pilot Manfred Stohl belegte den elften Rang, sein Rückstand auf den führenden Grönholm beträgt 49,4 Sekunden. Der Wiener berichtete: "Es ist sehr, sehr schlammig und sehr schwierig zu fahren, unglaublich."

Der Rallye-Tross begibt sich nun ins Service, die nächste Prüfung SP 4, die rund 22 Kilometer lange Prüfung "Perge" wird um 12.22 Uhr Ortszeit (11.22 Uhr MEZ) in Angriff genommen.

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