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Letzter Härtetest vor der Sommerpause

Am Wochenende wird die erste Saisonhälfte der Rallye-WM mit der knüppelharten Akropolis-Rallye abgeschlossen. Dort warten einige Neuerungen...

Michael Noir Trawniczek

In Griechenland wird am kommenden Wochenende die nächste Station der Rallye-WM abgehalten, die fünfte Schotter-Rallye der Saison und die letzte Rallye vor der neunwöchigen Sommerpause.

Quasi als Nachfolger der Safari-Rallye hat sich die seit 1973 im WM-Kalender befindende Akropolis-Rallye ihren Namen als "Materialmörder" machen können - mit riesengroßen Felsbrocken, abgrundtiefen Spurrillen und Gebirgswegen, die ihresgleichen suchen.

Übersiedlung

Nachdem der Servicepark vor zwei Jahren aus dem zentralgriechischen Lamia ins Athener Olympiastadion übersiedelt ist, gibt es heuer abermals Neuerungen - vielleicht auch wegen des Verkehrschaos, welches in Athen Aktiven und Fans die Nerven raubte. Die Rallyebasis übersiedelte jedenfalls ins 30 Kilometer südlich von Athen gelegene olympische Reitzentrum.

Die Wertungsprüfungen entsprechen nur noch zum Teil jenen aus dem Vorjahr. Am Samstag wird mit der 48,88 Kilometer langen SP10 namens "Agii Theodori" die längste Sonderprüfung des Jahres bestritten - sie setzt sich aus bekannten und neuen kürzeren Prüfungen zusammen.

In dem Reitstadion wird der zeremonielle Start und auch der Zieleinlauf respektive die Siegerehrung zelebriert, zudem gibt es dort am Donnerstag, am Samstag und am Sonntag jeweils eine 3,2 Kilometer lange Superspecial Prüfung zu absolvieren - die Piloten treten hier spiegelverkehrt gegeneinander an. Nachdem zwei Prüfungen wegen Umweltprotesten gestrichen wurden, besteht die Akropolis-Rallye des Jahrgangs 2007 aus 21 Wertungsprüfungen mit insgesamt 344,44 Kilometern. Insgesamt werden 1237,9 Kilometer zurückgelegt.

Grönholm will Vorsprung nützen

Die Sieger der letzten Jahre heißen Petter Solberg (2004), Sébastien Loeb (2005) und Marcus Grönholm (2006). Vorjahrssieger Grönholm baut auf die starke Performance des Ford Focus RS WRC auf griechischem Boden - die letzten sieben Jahre konnte das blaue Oval fünfmal den Sieg an der Akropolis erringen. Auch im Vorjahr schien der 39-jährige Finne unschlagbar zu sein, "Super-Séb" musste sich mit dem zweiten Platz begnügen.

Doch niemand weiß, wie stark Loeb heuer mit dem Citroen C4 WRC sein wird. Durchaus möglich und wohl im Interesse von Fans und Sport, dass es zu einem knappen "Kampf der Giganten" kommen wird. Mikko Hirvonen möchte wie schon in Italien näher an die beiden Spitzenfahrer heranrücken und zur Stelle sein, wenn die das Material belastende Strecke einen oder gar beide Topfavoriten abwerfen sollte. Dani Sordo im zweiten C4 wird versuchen, seine Schotterperformance weiter zu verbessern.

Stohl will attackieren

Manfred Stohl hat keine guten Erinnerungen an das Vorjahr. Ein Schaden am Auspuffkrümmer, den er vorausgesagt respektive "erspürt" hat, wurde zunächst vom Team nicht Ernst genommen. Weil zu lange am Peugeot geschraubt wurde, kassierte der Wiener eine Strafzeit - doch dann war all das auch nicht mehr wichtig, weil "Stohlito" und seine Kopilotin Ilka Minor das Auto eine Böschung herunterrollten.

Ob Stohl und Minor am kommenden Wochenende um Punkte oder gar Topplatzierungen kämpfen können, hängt wieder davon ab, welche Teile sich in dem vermeintlichen "Weltmeister-Xsara" befinden werden. Dass Citroen nach der Pleite auf Sardinien dazu gelernt hat und womöglich doch ein wenig Hilfe von den Privaten annehmen möchte, ist ein frommer Wunsch aber leider unwahrscheinlich.

Doch Manfred Stohl lässt sich nicht entmutigen, im Gegenteil: Er verspricht sogar "volle Attacke". Stohl erklärt: "Das Team hat in den vergangenen Wochen wirklich einen tollen Job gemacht. Jetzt wollen wir in Griechenland die Früchte ernten. Jedoch kann diese Rallye mit keiner anderen im WM-Kalender verglichen werden. Hier kämpfst du vom ersten bis zum letzten Kilometer mit der Hitze und der permanenten Gefahr eines Reifenschadens." Stohl ist aber auch klar, dass auch die privaten Ford Focus in Griechenland stark sein werden.

Aigner will locker bleiben

Andreas Aigner und Klaus Wicha werden am kommenden Wochenende wieder um WM-Punkte in der seriennahen PWRC kämpfen. Aigner kennt die Rallye, kann zum Teil auf den im Vorjahr erstellten Schrieb setzen und erhielt vom Team freie Fahrt, denn es gilt jetzt, nachdem die ersten Punkte erobert wurden, ein gutes Resultat zu liefern. Aigner sagt: "Ich habe mir vorgenommen, ganz locker zu bleiben, zugleich aber auch schnell den Rhythmus und einen guten Zug zu finden."

Insgesamt sind 21 WRC-Boliden für die Akropolis-Rallye genannt - neben den Fixstartern sind auch Toni Gardemeister und Aava Urmo in jeweils einem Mitsubishi Lancer WRC, Francois Duval und Jan Kopecky in jeweils einem Skoda Fabia WRC oder Guy Wilks in einem 2005er-Ford Focus mit von der Partie.

Die erste Superspecial im "Hippodrome" findet am Donnerstagabend um 19 Uhr statt. Am Freitag dann werden die echten und harten Prüfungen in Angriff genommen.

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