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Nach SP18: Loeb fast komfortabel

Loeb gewinnt weiter, Hirvonen bleibt mit Mühe dran, Latvala zeigt auf - einige Unfälle auf SP16 - Hänninen übernimmt P-WRC-Führung.

Es gab Freude zum Frühstück für die finnischen Fans, der Appetit aufs Mittagessen ist ihnen aber vielleicht wieder etwas vergangen. Mikko Hirvonen enttäuschte beim gestrigen Abend-Special auf der Trabrennbahn das Publikum, er ließ 1,3 Sekunden liegen. Diesen Fauxpas machte er gleich in aller Frühe wett. – mit einer Bestzeit auf SP13.

„Ein guter Anfang, so soll’s sein! So wie Sebastiens Reifenspuren ausschauen, attackiert er recht hart.“ – Genau wie Hirvonen gestern spielt der Franzose ja heute den Straßenkehrer für seine Konkurrenten. Ein Nachteil eigentlich, aber davon war auf den nächsten Prüfungen nichts zu merken.

“Hirvimaki und “Surkee 1” gingen wieder an Loeb, der seinem Rivalen hier insgesamt 4,3 Sekunden abnahm. Hirvonen immer hinterher, er hatte dem in bester Fahrlaune befindlichen Loeb offenbar nichts entgegenzusetzen - und das ausgerechnet zuhause. Die "Komfortzone" beginnt für Loeb bei 15 Sekunden Vorsprung, den will ihm Hirvonen aber noch nicht gönnen...

Hirvonen lebt - halbwegs

Auf SP15, „Leustu“, einem wilden Vollgas-Ritt von 21,43 Kilometern durch die finnischen Wälder, bemerkte Loeb erstmals einen deutlichen Nachteil in seiner Rolle als erster Mann auf der Strecke: „Da war viel Schotter auf der Straße, und es trocknet auf – zuviel! Wir verlieren einige Zeit.“

Und quasi als Entschuldigung: „Wir haben eine gute SP hingelegt, wenn Mikko schneller ist, dann können wir nichts dagegen tun.“ - Denn Hirvonen nahm ihm hier gleich vier Sekunden ab. Auf SP16 ließ er diesen Zeitgewinn aber zum Großteil wieder liegen.

„Kakaristo“ läuft teilweise auf der Strecke der legendären Ouninpohja-SP, aber in die Gegenrichtung. Dazu kommen wieder einige der von den Fahrern so wenig geliebten neuen, engeren Passagen. Vor allem der Wechsel von der vergleichsweise breiten High-Speed-Strecke in den sehr engen Schlussteil bereitete die eine oder andere Schwierigkeit.

SP16: Drama bei Kilometer 14,2

Um den Sieg reden, sofern nicht die Technik oder Unfallpech interveniert, nur zwei Fahrer mit. Um Platz 3 rangelten vor SP16 zwei Ford und ein Citroen: Henning Solberg, Gigi Galli und Dani Sordo. Der Spanier gibt auf Schotter eine exzellente Figur ab.

Auf SP16 kam das Ende für Galli, der Stobart-Ford landete nach Überschlag im Graben. Dani Sordo, im Ziel besorgt über Gallis Verbleib, rückte damit auf Rang 3 auf. Die Passage bei Kilometer 14,2 brachte noch weitere wichtige Änderungen im Klassement.

Auch PG Andersson verließ die Rallye Finnland an derselben Stelle (Kollision mit einem Baum), detto der Gruppe-N-Leader Juha Salo. Für Andersson war es das bittere Ende eines mühsamen Tages für den Schweden, nach hartnäckigen Elektronikproblemen am Suzuki SX4.

Suzuki hat somit nur mehr den Lokalhelden Toni Gardemeister im Rennen, er musste nach Hydraulikproblemen in den ersten drei Prüfungen des Samstags wieder zum altmodischen Schaltknüppel greifen; der verletzte rechte Arm (im gestrigen Beinahe-Überschlag bei 180 km/h hat Gardemeister sich an der Schulter wehgetan) war dabei keine Hilfe.

Underdogs & Outsider

Auf den SP16 und 17 meldete sich Jari-Matti Latvala aus dem SupeRally-Lazarett zurück: zweimal Bestzeit! Insgesamt ist er außerhalb der Top 30. Die gestrigen Überraschungen Aava, Mikkelsen und Östberg spielen nach ihren Ausrutschern ebenfalls keine Rolle im Gesamtklassement mehr, legen aber teilweise wieder sehr konkurrenzfähige SP-Zeiten hin.

Beispielsweise geht Mikkelsen – er beschädigte gestern übrigens ein Wohnhaus - das Tempo von Sordo, Solberg & Co. mühelos mit; wäre der Ausritt gestern nicht gewesen… - hätti wari“, wie man auf Finnisch sagt.

Den Part des sympathischen Underdogs nimmt jetzt Matti Rantanen im Ford Focus ein. Er ärgert nach zähem Beginn die Top 10 mit guten Zeiten, z.B. der sechstschnellsten auf SP15.

P-WRC: Salto für Salo

Racing is life…: Juha Salo lieferte am Vormittag weiterhin eine mehr als passable Steve-McQueen-Imitation im Gruppe-N-Mitsubishi. Die Farben des berühmten Sponsors (blau und orange, denken wir an den Porsche 917) machen nicht nur in Le Mans, sondern auch in den finnischen Wäldern prächtig.

Der Finne nahm seinen Landsleuten Hänninen und Ketomaa, für die es ja hier um mehr geht als nur um den Rallye-Sieg, wieder einige Sekunden ab. Auf SP16 kam das Ende seiner tollen Vorstellung, und zwar an derselben Stelle wie für Galli und Andersson.

Jari Ketomaas Ansage nach SP15: „Wir gehen ein großes Risiko ein. Ob das schlau ist, weiß ich nicht, aber wir wollen Platz 3.“ - Es war nicht schlau. Auch Ketomaa hatte auf der 16. Prüfung ein gröberes „Off“, er schleppte den schwer gezeichneten Gruppe-N-Subaru noch ins Ziel. Zeitverlust über 4 Minuten, der Impreza „nicht OK! Ich bin total überrascht, dass das Auto noch rennt.“

Wichtig ist das auch für die WM-Entscheidung, denn Ketomaa ist dadurch für Andi Aigner de facto kein Konkurrent mehr. Dafür hat Juho Hänninen am Weg zu (möglicherweise) vollen Punkten jetzt eine Sorge weniger. Er wird weiterhin hartnäckig von Patrik Flodin verfolgt, Jussi Valimäki firmiert auf Platz 3.

Bei den „pocket rockets“ der J-WRC geht der spannende Dreikampf weiter: Michal Kosciuszko (Suzuki) gegen Martin Prokop (Citroen) und Patrik Sandell (Renault). Der Letztere hatte einen Ausrutscher am Morgen, aufgegeben hat er noch nicht: „Ich wird mich WIRKLICH bemühen, aufzuholen!“ - Auf SP18 übernahm Prokop die Klassenführung mit 1,3 Sekunden Vorsprung. Damit führen zwei Citroen.

Die Top 20 nach SP18:

1. Sébastien LOEB 2:03:38.8
2. Mikko HIRVONEN 2:03:53.6 +14.8
3. Dani SORDO 2:06:01.6 +2:22.8
4. Henning SOLBERG 2:06:18.6 +2:39.8
5. Chris ATKINSON 2:06:21.5 +2:42.7
6. Petter SOLBERG 2:06:57.7 +3:18.9
7. Matti RANTANEN 2:08:27.2 +4:48.4
8. Toni GARDEMEISTER 2:09:42.9 +6:04.1
9. Matthew WILSON 2:10:00.7 +6:21.9
10. Conrad RAUTENBACH 2:11:19.0 +7:40.2
11. Luis PEREZ COMPANC 2:11:25.8 +7:47.0
12. Federico VILLAGRA 2:12:21.5 +8:42.7
13. Khalid AL QASSIMI 2:13:31.0 +9:52.2
14. Juho HÄNNINEN 2:13:47.6 +10:08.8
15. Patrik FLODIN 2:14:51.2 +11:12.4
16. Jussi VÄLIMÄKI 2:16:04.5 +12:25.7
17. Andreas MIKKELSEN 2:16:59.9 +13:21.1
18. Simone CAMPEDELLI 2:18:20.4 +14:41.6
19. Oscar SVEDLUND 2:18:40.0 +15:01.2
20. Teemu ARMINEN 2:19:20.0 +15:41.2

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