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Loeb tat sich schwer - perfekte Leistung von Aigner

Hirvonen führt 12 s vor Latvala sowie 34,8 Sekunden vor Loeb. Galli fiel nach Turboproblemen zurück. PWRC: Aigner führt 10,2 s vor Sandell.

Michael Noir Trawniczek

In der Mittagshitze wurden zwei weitere Wertungsprüfungen der Türkei-Rallye absolviert. Die 20,5 Kilometer lange SP 12 "Kemer" wurde zum ersten Mal befahren, die 27,36 Kilometer lange SP 13 "Silyon" wurde jedoch zum zweiten Mal absolviert. Die zerfurchten Prüfungen stellten für die Reifen eine harte Belastung dar, die Pneus waren zum Teil bis auf die Laminierung abgenützt.

Sébastien Loeb musste wieder als erster Pilot auf die Prüfungen und erklärte im Zielraum der 13. Prüfung gegenüber dem WRC-Radio: "Die zweite Durchfahrt ist vielleicht sogar noch schwieriger - die Gruppe N-Autos fahren ja eine andere Linie, da muss ich dann wieder eine neue Linie setzen. Ich habe mir wirklich ein bisschen schwer getan." Tatsächlich erhöhte sich der Rückstand des Weltmeisters auf 34,8 Sekunden. Dennoch vermerkte der tapfere Citroen-Pilot kämpferisch: "Wir sind noch nicht am Ende angelangt!"

Trotz des vergrößerten Rückstands rückte Loeb auf Rang drei vor - denn der italienische Stobart Ford-Pilot Gigi Galli laborierte schon auf SP 12 an Motorenproblemen, die sich auf SP 13 noch verschlimmert haben. Das Ford-Team reagierte sofort und sandte eine Message an Galli, er möge den hinter ihm startenden Rallye-Leader Mikko Hirvonen vorbeilassen. Galli blieb dann sogar stehen, da sich der Staub hinter einem Boliden recht lange hält und Hirvonen ansonsten von schlechter Sicht beeinträchtigt gewesen wäre.

Hirvonen erklärte: "Ich hatte Probleme mit den Bremsen. Der Staub bleibt zudem lange in der Luft - aber es lief trotzdem gut." Der 27-jährige Ford-Werkspilot konnte nämlich trotzdem die schnellste Zeit markieren und somit seine Führung weiter ausbauen. Hirvonen führt nun exakt zwölf Sekunden vor seinem Teamkollegen Jari Matti Latvala, der trotz zweitschnellster Zeit enttäuscht erklärte: "Es hat nicht funktioniert, die Vorderreifen sind komplett am Ende. Du kannst zwar fahren, aber du hast überhaupt keinen Grip mehr."

Kurz hinter Hirvonen erreichte Pechvogel Gigi Galli den Zielraum der 13. Prüfung, er gab zu Protokoll: " Ich habe leider Mikko etwas aufgehalten. Ich weiß nicht, was los ist - wir haben keine Power, es wird irgendetwas mit dem Turbo zu tun haben." Galli verlor 3:40 Minuten und damit auch seinen dritten Platz, den er vor den beiden Mittagsprüfungen noch innehatte.

Henning Solberg berichtete von einem Reifenschaden, doch es handelte sich wahrscheinlich nur um etwas zu wenig Luft im rechten Hinterrad. Der nunmehr bestplatzierte Stobart Ford-Pilot liegt mit 1:25 Minuten Rückstand auf Rang vier.

33,4 Sekunden hinter seinem Bruder belegt Subaru-Pilot Petter Solberg den sechsten Gesamtrang - doch nur 3,3 Sekunden hinter ihm lauert Dani Sordo im zweiten Werks-Citroen auf Rang sechs. Mit nahezu drei Minuten Rückstand belegt Stobart Ford-Pilot Matthew Wilson Rang sieben, mehr als 1:30 Minuten dahinter liegt der abgerutschte Gigi Galli auf Rang acht, Conrad Rautenbach liegt in seinem PH Sport-Citroen 45,3 Sekunden hinter ihm. Doch in seinem "Windschatten", nur 6,4 Sekunden zurück, belegt Munchi's Ford-Pilot Federico Villagra den zehnten Gesamtrang. Auf Platz elf, allerdings mehr als fünf Minuten hinter Villagra zurück, liegt der vom Mechaniker zum WRC-Piloten aufgestiegene Barry Clark im zweiten Ford Focus des Munchi's Ford-Teams.

PWRC: Aigner konnte Vorsprung ausbauen

Andi Aigner belegte auf den beiden Mittagsprüfungen jeweils hinter dem Deutschen Uwe Nittel den zweiten Platz - so konnte er den Vorsprung auf Peugeot Super 2000-Pilot Patrick Sandell leicht ausbauen, der Schwede liegt nun 10,2 Sekunden hinter dem Steirer auf Rang zwei.

Ein erschöpfter aber glücklicher Andi Aigner gab zu Protokoll: "Es lief sehr, sehr gut. Die Prüfungen sind so hart und so schwierig. Wenn du bremst, hast du immer ein Übersteuern. Aber ich bin sehr zufrieden." 38,5 Sekunden hinter Sandell belegt Nittel den dritten Rang der PWRC-Wertung.

Während sich Red Bull Rallye Teamchef Raimund Baumschlager über die schnelle und dennoch besonnene Fahrt von Andi Aigner freuen konnte, musste das Team gleich am Morgen eine Enttäuschung hinnehmen, als Aigners Stallkollege Bernardo Sousa den Ausfall zu beklagen hatte.

Ab 16.32 Uhr (15.32 Uhr MESZ) werden die Prüfungen "Kemer" und "Phaselis" als SP 14 und SP 15 ein zweites Mal befahren, am Abend wird der zweite Tag der Rallye mit der 2,6 Kilometer langen Superspecial in Antalya abgeschlossen, mit der am Donnerstagabend die Rallye eingeläutet wurde.

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