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ARC: Althofen-Rallye

Praschl/Wagenhofer: Aller guten Dinge sind…

Es läuft wieder wunderbar bei Jürgen Praschl: in Althofen komplettierte er ein beherztes Volvo-Trio, das es bis ins Ziel geschafft hat.

Damit sprang er dank des reichlichen Punktesegens in der Cup-Wertung von Platz Fünf auf Platz Zwei. Nur der erste Volvo-Sieg, der muß noch warten.

Bei der Althofen-Rallye gingen diesmal nur vier Volvo-Original-Teilnehmer an den Start (plus ein weiterer Volvo, der außerhalb des Cups fuhr), was nicht bedeutete, dass es dadurch einfacher geworden wäre, um den Sieg mitzufahren. Denn die verbliebenen Cup-Größen waren durchwegs mit fahrerischem Können gesegnet.

Überdies ließ es die Eröffnungs-SP am Freitag-Abend, ein Rundkurs mit vielen Walddurchfahrten, ratsam erscheinen, den Beginn mit ein wenig Vorsicht anzugehen. Tatsächlich war nach dem vorangegangenen Regen viel Schlamm auf der Strecke, sodaß sich manch ein Aufschrieb als nicht mehr passend herausstellte. Und so kam bald der eine oder andere vom rechten Weg ab.

Jürgen Praschl nicht, der wollte erst am zweiten Tag angreifen. Wobei ihm jedoch gleich zu Beginn ein gewaltiger Stein im Weg lag, denn der Motor lahmte mächtig. Ein Hinaufschalten auf den zweiten Gang war nach dem Start der insgesamt zweiten Prüfung erst nach etwa einem halben Kilometer möglich, denn von den vier Zylindern waren zunächst nur zwei aktiv, erst mit Verzögerung nahm auch ein dritter Zylinder seine Tätigkeit auf.

Und wiederum eine Weile brauchte es, bis es wieder vier waren. Dennoch beendeten Jürgen Praschl und Manfred Wagenhofer die Prüfung als Drittschnellste bei den Volvos, denn ihren Clubkollegen Thomas Steinmayer und Herbert Wagner erging es noch schlimmer: Ihr Volvo landete auf dem Dach.

Auf der Verbindungsetappe zur dritten Prüfung konnte der Luftmengenmesser ausgetauscht werden, wegen dem eigentlich die ganzen Schwierigkeiten aufgetreten waren. Das Ergebnis merkte man sofort – erstmals war es gelungen, Andreas Schögler auf einer Prüfung abzuhängen, wenn auch nur knapp: Spannung à la Volvo Original. Auf der vierten Prüfung war wieder Schögler etwas schneller, während sich mit Markus Stachl ein klarer Dominator herausgestellt hatte. Was wohl oder übel akzeptiert werden musste.

Dennoch war es ein großes persönliches Erfolgserlebnis, wie Jürgen Praschl auf der fünften Prüfung (Waitschach – Urtl II) gegen Andreas Schögler zurückschlug: Immerhin um neun Sekunden war er hier schneller – und 18. gesamt auf diesem Abschnitt. Markus Stachl, stilistisch eindrucksvoll wie selten zuvor, konnte sogar hier noch eines draufsetzen und beeindruckte mit einer 13. Gesamtzeit. Man sieht: In den Volvos steckt wesentlich mehr Wettbewerbspotential, als man einem solchen Auto zutrauen würde.

Daß hier nichts mehr zu holen sein würde, war zu diesem Zeitpunkt schon längst klar, aber gegen Andreas Schögler blieb es weiterhin spannend: Auf der sechsten Prüfung (Rastenfeld – Straßburg – klassisches Castrol-Rallye-Gebiet) fuhren Praschl und Schögler exakt eine identische Zeit!

Danach blieb Schögler der überlegene Mann, wenn auch nur knapp, aber er hatte ja auch einen leichten Vorsprung. Die letzte Prüfung – der bekannte Rundkurs Althofen, diesmal wieder im Uhrzeigersinn gefahren – ging zwar wieder an Jürgen Praschl, aber der Zeitunterschied war auch hier so gering, dass an einen Wechsel der Platzierungen nicht zu denken war.

Damit war alles entschieden: Jürgen Praschl hatte es zwar, im Gegensatz zum Vorjahr, nicht mehr geschafft, vor Andreas Schögler ins Ziel zu fahren, aber es spricht für ihn genauso wie für seine anderen Volvo-Kollegen, die über die gesamte Distanz gekommen sind, dass er trotz der über weite Strecken sehr vehement geführten Positionskämpfe relativ sicher unterwegs war. Und das macht durchaus gute Rallye-Sportler aus.

Wettbewerbsverzerrende Einflüsse durch langsamere Teilnehmer gab es diesmal so gut wie keine, die Startposition wurde nach der bereits sehr günstigen Startnummer abermals verbessert, sodaß Jürgen Praschl und Manfred Wagenhofer, mittlerweile ein sehr gut eingespieltes Team, das Rennen von noch weiter vorne aufnehmen konnten.

Bei der Motorleistung des Volvo 740 GLE – die zwischenzeitlichen Aussetzer nicht berücksichtigt – gibt es nach eigenen Angaben noch Verbesserungspotential, aber die Fahrt in Richtung einer Cup-Topplatzierung wurde durchaus schon erfolgreich aufgenommen. Man kann zuversichtlich dem nächsten Lauf (Rallye Weiz, 27. Juni) entgegenblicken.

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