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WRC: Deutschland-Rallye

Triumph und Tragödie in Deutschland

Favoritensterben bei der Rallye-Deutschland. Latvala und Östberg out, Sordo übernimmt die Führung. Die Rallye wird überschattet von einem tödlichen Unfall bei den Slowly Sideways.

Michael Hintermayer

Zuerst zu den unerfreulichen Nachrichten: Bei den Slowly Sideways, sprich den Oldtimern, die im Vorfeld der Rallye-Deutschland die Strecken befahren und die Zuseher begeistern sollen, kam es zu einem schweren Unfall. Ein niederländisches Fahrer verlor die Kontrolle über seinen Triumph, als er über eine Kuppe sprang. Das Auto krachte in eine Baumgruppe. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen kam für Fahrer und Beifahrer jede Hilfe zu spät. Wegen dieses Vorfalls wurde das zweite Befahren der Sonderprüfung „Panzerplatte“ abgesagt.

Nun zum Sportlichen: Auf der zwölften Sonderprüfung erwischte es den bisher Führenden Jari Matti Latvala. Schon vom Start weg konnte die Beifahrertür des Polo nicht mehr geschlossen werden und Latvala sorgte für eine einzigartige Show, als er mit offener Tür über die Prüfung fuhr. Doch dann kam er aus noch nicht bekannter Ursache von der Strecke ab und warf sein Polo WRC in die Botanik. Das Ende für Latvala, der den angeschlagenen Polo zwar noch aus der Prüfung retten konnte, das Rennen aber dann beenden musste.

Somit ist die Rallye-Deutschland auch ein Debakel für Volkswagen, die bei ihrer Heimrallye den WM-Titel fixieren wollten. Nachdem es im Vorfeld der Rallye schon Andreas Mikkelsen erwischte, dessen Beifahrer mit Rückenproblemen passen musste, sowie Ogier gestern einen Bremspunkt verpasste und ausschied ist nun auch das dritte Polo WRC aus dem Rennen. Thierry Neuville sagte gegenüber RallyRadio, er habe lediglich Latvalas Bremsscheibe auf der Straße liegen sehen. Jari Matti wird aber morgen unter Rally2 nochmals für die zahlreich angereisten Fans an den Start gehen.

Auch Mads Östberg warf seinen Ford Fiesta in der zwölften Sonderprüfung von der Strecke, somit ist auch für ihn die Rallye zu Ende.
Thierry Neuville übernahm sodann die Führung, doch auch er hatte Probleme auf der äußerst schmutzigen Sonderprüfung, in der es Latvala erwischte.

Doch in der darauffolgenden Prüfung konnte Dani Sordo das bis dahin gedachte Unmögliche vollbringen und an Neuville vorbeiziehen. Nun führt Sordo in seinem Citroen DS3 WRC 0,8 Sekunden vor Thierry Neuville auf dem Ford Fiesta WRC.
Hinter Neuville liegt nun Mikko Hirvonen auf dem zweiten Citroen DS3 WRC. Er hat allerdings schon einen Rückstand von 1:26 Minuten. Martin Prokop wird nach den Vorfällen auf der zwölften Sonderprüfung auf den vierten Platz vorgereiht. Sein Rückstand auf den vor ihn fahrenden Hirvonen beträgt allerdings mehr als vier Minuten. Robert Kubica liegt nun am fünften Platz und führt die WRC-2 mit einem Vorsprung von 7,8 Sekunden vor Elfyn Evans an, der ihm auf dem sechsten Platz der Gesamtwertung folgt. Hayden Paddon ist zur Zeit an der dritten Position der WRC-2, gefolgt von Sepp Wiegand, der in der zwölften Sonderprüfung mit seinem Skoda Fabia ebenfalls von der Strecke abkam und viel Zeit verlor.

Hinter Hayden Paddon haben sich Evgeny Novikov und Ilka Minor wieder in die Top-Ten zurückgekämpft und belegen im Moment den achten Gesamtrang.
In der WRC-3 blieb die Lage unverändert, der Favorit auf den Sieg, Sebastien Chardonnet fürht weiterhin vor Keith Cronin. In der JWRC führt weiterhin der Schwede Pontus Tidemann mit dem Ford Fiesta R2 vor dem Schweizer Michael Burri.

Am morgigen, dritten Tag sind zwei Prüfungen zu absolvieren, bevor der Sieger der Rallye-Deutschland feststeht.

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