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WRC: Deutschland-Rallye

Spannung bis zum letzten Kilometer

Die Deutschland-Rallye ist entschieden – Dani Sordo gewinnt auf Citroen in einem Sekundenduell vor dem Belgier Thierry Neuville.

Michael Hintermayer

Die Rallye-Deutschland ist entschieden und Dani Sordo auf dem Citroen DS3 WRC ist der Triumphator. Was viele nicht für möglich gehalten hätten ist eingetreten. Es ist für Citroen auch der zwölfte Sieg in Folge des deutschen Weltmeisterschaftslaufs. Und auch Sordo ist ein Überraschungssieger, denn sein Team hat ihn für die folgende Australien-Rallye durch Chris Meeke wegen seines mäßigen Erfolgs in dieser Saison ersetzt. Die Deutschland-Rallye sollte sein Bewährungstest sein, den er nun mustergültig mit einem Sieg bestanden hat.

Doch auch die schwachen Leistungen der favorisierten Volkswagen-Piloten haben Citroen und Sordo in die Hände gespielt. Nachdem Andreas Mikkelsen schon im Vorfeld der Rallye seinen Start aufgrund der Wirbelsäulenprobleme seines Copiloten absagen musste und dann auch noch Ogier am zweiten Tag, sowie Latvala gestern ihre Polos parken mussten, war der Weg frei für Sordo.
Nach einer vom VW-Team dominierten Saison war die Deutschland-Rallye an Spannung nicht zu überbieten.

Nach dem Ausfall von Sebastien Ogier am Freitag lieferten sich Jari-Matti Latvala und der im Verlauf der Saison immer stärker werdende Thierry Neuville ein Duell um Sekunden. Doch am Samstag wurde Sordo immer schneller und konnte sich an Neuville herankämpfen. Als dann Latvala sein Polo WRC nach einem Einschlag in der Botanik versenkte, war der Weg frei für das nächste Duell um den Sieg. Neuville und Sordo kämpften bis zur letzten Sonderprüfung, der immer wieder einsetzende Regen und die schwierige Reifenwahl verschärften die Situation zusätzlich.

Die Rallye-WM erlebte ein Finale, das seinesgleichen sucht, denn Sordo hatte vor der letzten Sonderprüfung einen Vorsprung von lediglich 3 Sekunden. Doch der Spanier hatte den längeren Atem und gewinnt mit einem Vorsprung von 53 Sekunden vor Neuville, der in der letzten Sonderprüfung die Nerven verlor und einen Dreher fabrizierte. Für den Belgier Neuville ist es dennoch ein ausgezeichnetes Ergebnis, er bestätigte seinen Ruf als die neue Speerspitze von Ford.

Ebenfalls auf dem Podest findet sich Mikko Hirvonen im Citroen DS3 WRC. Er beendet die Rallye als Dritter mit einem Rückstand von 1:43 Minuten auf Neuville. Vierter wird der Tscheche Martin Prokop auf einem Ford Fiesta WRC.

Gesamt-Fünfter wird der Pole Robert Kubica, er gewinnt somit auch die WRC-2. Kubica lieferte sich während der gesamten Rallye auf seinem Citroen DS3 RRC ein Sekundenduell mit Elfyn Evans auf dem Ford Fiesta R5. Kubica konnte jedoch die Oberhand behalten und gewinnt die WRC-2 mit einem Vorsprung von 12,9 Sekunden vor Evans.

Jari-Matti Latvala, der am letzten Tag unter Rally2 an den Start ging, konnte trotz der Strafzeit die Rallye am siebten Platz mit einem Rückstand von fast zehn Minuten auf den Gesamtsieger Sordo beenden. Auch er zeigte sich im Ziel der letzten Prüfung glücklich, da er einmal mehr zeigen konnte, dass man mit ihm in Zukunft rechnen kann. Hinter Latvala reiht sich Hayden Paddon ein, er kann mit seinem Skoda Fabia S2000 den dritten Platz der WRC-2 auf sein Konto verbuchen.

Dahinter folgen die beiden M-Sport Piloten Mads Östberg und Evgeny Novikov. Für beide war das Wochenende eher enttäuschend. Novikov und seine österreichische Beifahrerin Ilka Minor landeten schon in der ersten SP in einem Graben und mussten nach ihrem Wiedereinstieg in die Rallye am Freitag durch das gesamte Feld pflügen. Der Russe wirkte im Gespräch mit RallyRadio deprimiert.

Ebenso erging es Mads Östberg, er musste sein Ford Fiesta WRC am Samstag nach einem Unfall auf der zwölften Sonderprüfung parken.

In der WRC-3 gewinnt Sebastien Chardonnet auf seinem Citroen DS3 R3T mit einem Vorsprung von mehr als vier Minuten vor Keith Cronin und Christian Riedemann. In der JWRC konnte wie erwartet Pontus Tidemann auf seinem Citroen DS2 das geschehen beherrschen. Er gewinnt mit einem Vorsprung von 1:47 Minuten vor dem Schweizer Michael Burri.

Der Favorit auf dem WM-Titel 2013, Sebastien Ogier, konnte die Rallye als 16. beenden. Er liegt somit zwar außerhalb der Punkteränge, konnte jedoch die Powerstage (SP16) gewinnen und damit doch noch ein paar Punkte mit nach Hause nehmen. Die WM bleibt somit weiterhin spannend und das Vorhaben Ogiers, den WM-Titel vor der Rallye-Frankreich unter Dach und Fach zu bringen fraglich. Dort wolle er sich nämlich auf das Duell mit dem Rekord-Weltmeister Sebastien Loeb konzentrieren.

Die traurige Seite des Sports: Zwei Tote Piloten und zwei Verletzte Zuschauer

Trotz all der Dramatik und Action, die die Fans bei der Deutschland-Rallye zu Gesicht bekamen, gab es im Zuge der Rallye auch zwei wenig erfreulich Ereignisse. Gestern kam es im Zuge der „Slowly Sideways“ zu einem tölichen Unfall. Der Niederländer Rob de Vos verlor bei einem Sprung aus bisher noch nicht geklärter Ursache die Kontrolle über seinen Triumph und landete seitwärts in einer Baumgruppe. Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen kam für ihn und seinen Copiloten Marcel Benning jede Hilfe zu spät. Daraufhin entschloss sich die Rallyeleitung, das zweite Befahren der Sonderprüfung „Panzerplatte“ zu annulieren.

Und auch heute kam es zu einem schweren Zwischenfall. Die letzte Sonderprüfung musste nach einem schweren Unfall von Aksa Subhan mit seinem Ford Fiesta R5 abgebrochen werden. Zwei Zuschauer, die sich in einer Sperrzone aufhielten wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Nähere Informationen liegen uns zur Zeit nicht vor.
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