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WRC: Portugal-Rallye

Reifenwahl ist entscheidend

Nach zwei gefahrenen SP der Rallye-Portugal führt Mads Östberg vor VW-Pilot Sebastien Ogier. Novikov/Minor auf Platz sechs. Kogler nach SP1 auf dem 52. Platz.

Die Reifenwahl stand zu Beginn der ersten Etappe der Rallye Portugal im Mittelpunkt. Volkswagen-Ass Sebastien Ogier hatte sich für die ersten beiden Prüfungen für weiche Reifen entschieden, während der Großteil der Konkurrenz mit der harten Schotter-Reifen-Mischung von Michelin unterwegs war. Ogier stellte in WP1 die Bestzeit auf, doch in WP2 war Mads Östberg mit dem Ford Fiesta RS WRC deutlich schneller. Nach zwei Prüfungen führt Östberg 3,9 Sekunden vor Ogier. Citroen-Werksfahrer Dani Sordo ist Dritter (+10,3 Sekunden). Die ersten sechs Fahrer liegen innerhalb einer halben Minute.

Die Rallye begann mit der ersten Wertungsprüfung Mu", die über 20,32 Kilometer führte. Teilweise waren die Schotter-Straßen noch leicht feucht und die Reifenwahl war zu Beginn der ersten Etappe interessant. Ogier hatte vier weiche Michelin-Reifen aufgezogen und führte zwei harte Ersatzreifen mit. Alle Ford-Fahrer hatten vier harte Reifen montiert und je einen harten Ersatzreifen im Kofferraum. Für die gleiche Wahl entschied sich Sordo. Mikko Hirvonen (Citroen) hatte vier harte und zwei weiche Reifen dabei. Das Volkswagen-Duo Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen hatten ebenfalls vier harte Reifen montiert und zwei weiche Ersatzreifen dabei.

Und Ogier stellte auch gleich die erste Bestzeit auf und war um vier Sekunden schneller als Östberg. "Es war okay, aber wir werden es sehen. Ich weiß nicht wie die Reifen aussehen", meint der Franzose direkt nach der Zieldurchfahrt. Die Startpositionen waren auf WP1 nicht entscheidend, denn das Feld wurde an der Spitze bunt durchgewürfelt. Östberg hielt mit seinen harten Reifen fast das Tempo von Ogier. "Es war nicht so schlecht. Ich bin etwas schneller als Mikko. Das ist gut. Es war eine gute Prüfung."

Hirvonen war um 4,4 Sekunden langsamer als der Norweger und reihte sich an der dritten Stelle ein. "Einige Abschnitte der Prüfungen waren komplett trocken, andere noch schmierig", sagt er über die Streckenverhältnisse. "Es war aber kein schlechter Start." Platz vier belegte Latvala, der 10,3 Sekunden auf seinen Teamkollegen Ogier verlor. "Ehrlich gesagt war es so trocken, dass die Reifen sich stark bewegten. Es war nicht die optimale Reifenwahl."

Sordo ging als Letzter auf die Strecke, doch das zahlte sich in dieser Prüfung nicht aus, denn der Spanier war um 10,8 Sekunden langsamer als Ogier und reihte sich als Fünfter ein. "Zu Beginn war es okay, aber dann war es sehr rutschig. Ich glaube, dass die Fahrer mit weichen Reifen einen Vorteil hatten", merkt der Citroen-Werksfahrer an. Dahinter folgten Thierry Neuville (Ford), Evgeni Nowikow (Ford), Michal Kosciuszko (Mini), Mikkelsen und Martin Prokop (Ford).

SP 2 Östberg setzt sich an die Spitze

Anschließend stand die zweite Wertungsprüfung "Ourique" über 18,32 Kilometer auf dem Programm und das Bild der Rallye änderte sich. Östberg stellte die Bestzeit auf und nahm Sordo 3,5 Sekunden und Ogier 7,9 Sekunden ab. "Es läuft recht gut, ich greife voll an. Mehr kann ich nicht tun, es gab aber kleine Momente", kommentiert der Norweger seine Fahrt. Ogier büßte etwas Zeit ein, weil die Straßen schon deutlich trockener waren.

Dennoch war der Franzose nicht unzufrieden. Auch körperlich fühlt er sich fit. "Es ist im Moment nicht so schlecht. Ich fühle mich auch gut, kein Problem", bestätigt er. In der Gesamtwertung übernahm Östberg die Führung von Ogier. Sein Vorsprung beträgt 3,9 Sekunden. Sordo ist neuer Dritter, 10,9 Sekunden hinter Östberg. "Mit dem Auto bin ich sehr zufrieden, aber ich weiß, wo ich die Zeit verloren habe", sagt der Spanier. "Mir ist auch ein kleiner Fehler passiert, aber ich bin glücklicher als nach der ersten Prüfung."

Für seinen Citroen-Teamkollegen Hirvonen lief es nicht perfekt, denn er war um 12,1 Sekunden langsamer als Östberg. Damit wuchs sein Rückstand in der Gesamtwertung schon auf 16,5 Sekunden an. "Diese Stage war nicht so gut, denn die Balance des Autos war nicht optimal", begründet Hirvonen den Zeitverlust. "Ich bin mit vier harten Reifen gefahren." Hinter Hirvonen rutschte Latvala auf Platz fünf (+16,8 Sekunden) ab. "Mir fehlt das Vertrauen. Mads fährt sehr schnell. Wir müssen die Gesamtstrategie im Auge behalten", meint der Finne in Volkswagen-Diensten.

Auf den weiteren Plätzen gab es keine Verschiebungen. Neuville liegt weiterhin vor dem österreicisch/russischem Duo Novikow/Minor, das derzeit den sechsten Rang belegt. Mikkelsen verbesserte sich auf Rang acht. "Ich bin so glücklich, dass ich zurück in der WRC bin. Danke an Volkswagen. Ich fahre aber noch nicht perfekt und muss mich erst an das Auto gewöhnen. Ich muss noch viele Dinge lernen. Die erste Prüfung war sehr schwierig. Diese hier war etwas flüssiger. Ich bin sehr zufrieden. Derzeit läuft alles nach Plan. Ich lerne mit jedem Meter." Prokop und Kosciuszko komplettierten die Top 10.

Michael Kogler mit Copilot Jürgen Heigl belegten auf der ersten Sonderprüfung den 52. Gesamtplatz.

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