RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
Rallye-WM: Interview

Citroën-Teamchef nimmt Stellung zum Aus

Mehrere Gründe hätten dazu geführt, dass Citroën aus der Rallye-WM ausgestiegen ist; Motorsportchef Budar erklärt die Beweggründe.

Die Fragen stellte David Evans.

Citroen zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der Rallye-Weltmeisterschaft zurück. Innerhalb des PSA-Konzerns wurde die Entscheidung getroffen, mit Peugeot ab 2022 in die Langstrecken-WM zurückzukehren. Dazu setzt man schon aktuell mit der Marke DS auf die Formel E. Das Thema Elektrifizierung und Hybrid spielten eine Rolle für den WRC-Rückzug von Citroen. Der Motorsportchef der französischen Marke, Pierre Budar, nimmt im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' Stellung.

Frage: "Spielten der WRC-Kalender oder das Reglement eine Rolle bei der Entscheidung von Citroen?"

Pierre Budar: "Das war sicher ein Teil des Problems. Für eine Marke wie Citroen ist es sehr wichtig, dass die Situation der Meisterschaft in einer Linie ist mit den Erwartungen des Marketings. Wenn man sieht, wie sehr wir die Elektrifizierung unserer Marke und Produkte vorantreiben, dann muss das Marketing die Verkaufszahlen ankurbeln."

"Für eine Marke wie Citroen ist es sehr schwierig, sich nicht darauf zu konzentrieren. Und wenn die sportliche Seite diesbezüglich nicht helfen kann, dann ist es ein Problem. Eines unsere Ziele ist es, die internationalen Märkte zu entwickeln. Indien ist ein großes Projekt für unsere Marke. Auf Motorsportseite ist dort nichts möglich. Das ist nicht sehr gut. China ist die gleiche Situation."

"Sicherlich waren wir nicht in einer starken Position, als wir unserem CEO erklärt haben, was wir für das Marketing der Marke tun können, denn wir können bei diesen Themen keine Antworten liefern. Und das sind große Themen für unsere Marketingabteilung. Diesbezüglich hat bei unseren Vorschlägen etwas gefehlt."

Frage: "Sie waren bei einem jüngsten Meeting bezüglich Hybrid-Regeln in der WRC sehr aktiv. Wann wurde die Entscheidung zum Ausstieg getroffen?"

Budar: "Natürlich haben wir seit einer Weile mehrere Szenarien abgewägt. Und es wurde entschieden, Peugeot wieder in die WEC zu schicken. DS ist bereits in der Formel E involviert. Wir konnten kein drittes Programm stellen und bei drei Programmen in der gleichen Organisation ein gutes Performance-Level erreichen."

"Als die Entscheidung [innerhalb PSA] für Peugeot getroffen wurde, wurde die Entscheidung getroffen, dass Citroen nicht in der Hybrid-WRC ab 2022 dabei sein wird."

Frage: "Bestand Ihrer Meinung nach jemals die Chance, dass Peugeot zum Beispiel statt in die WEC in die WRC einsteigen könnte?"

Budar: "Das hätte ein Szenario sein können. Aber man hat sich für die WEC entschieden, weil dieses Programm besser zu den Erwartungen auf Peugeot-Seite passt. Ich möchte die Entscheidung von Peugeot nicht kommentieren. Ich bin nicht in der Position, um das zu tun."

Frage: "Wurde über alternative Fahrer, wie Andreas Mikkelsen oder Craig Breen, nachgedacht?"

Budar: "Wenn man in dieser Serie antreten und um den WM-Titel kämpfen will, braucht man einen der großen Drei. Wir haben unser Bestes versucht, um einen davon zu bekommen. Wenn das nicht klappt, muss man eine Entscheidung treffen. Das haben wir getan."

Frage: "War Citroen konkurrenzfähig genug, um Ogier glücklich zu stimmen?"

Budar: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir im Laufe des Jahres viele Fortschritte gemacht haben. Es wurde auch viel entwickelt, das für Monte Carlo bereit gewesen wäre. Aber das war das Problem. Aus Sebastiens Sicht wäre es besser gewesen, diese Entwicklungen schon zu haben. Dem stimmen wir zu, aber es war nicht möglich."

"Zu Jahresbeginn haben wir Zeit verloren. Deswegen hätten wir für dieses Projekt zwei Jahre benötigt, denn das erste Jahr war sicherlich etwas kompliziert. Ich bin überzeugt, dass wir die neue Saison in einer viel besseren Position begonnen hätten als dieses Jahr."

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Interview

Weitere Artikel:

Rene Kiehtreiber feierte bei der OBM Land der 1.000 Hügel Rallye einen deutlichen Sieg in der ARC-Clubmeisterschaft. Dort hat Gerolf Schuller die Tabellenführung zurückerobern können - vor den beiden noch ausstehenden Rallyes liegen Schuller und Johann Georg Lindner quasi Kopf an Kopf…

EHRC Gravel, East Sweden: Bericht Rosenberger

Rosenberger: Nur Latvala war schneller...

In Schweden holen Kris Rosenberger/Nicola Junschke-Bleicher ein wichtiges Podium. Mit starkem zweiten Platz erobert das Duo viele Punkte für die EHRC Gravel Wertung. Wie schon in Griechenland muss man sich nur Jari-Matti Latvala geschlagen geben

TEC7 ORM2, OBM Rallye: Bericht

Entscheidung auf letzter SP: Titel an Zellhofer

Das packendste Meisterschaftsfinale seit langer, langer Zeit: was bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye auf die „große" TEC7 ORM-Wertung zutraf, galt auch ganz genau so für die in diesem Jahr zum ersten Mal mit Staatsmeisterschaftsprädikat ausgeschriebene TEC7 ORM2.

EHRC Gravel, East Sweden: Bericht Schindelegger

Schindeleggers holen Schweden-Pokal

Das Rallyeteam Schindelegger sorgt bei der East Sweden Rally für das nächste Spitzenergebnis und fährt mit Klassenplatz 3 nach Hause

TEC7 ORM3, OBM Rallye: Bericht

Lukas Dirnberger gewinnt zum Abschluss

Während der bereits in Weiz fixierte TEC7 ORM3-Champion Marcel Neulinger nach seinem Unfall beim EM-Lauf in Polen einen langen Reha-Weg zu beschreiten hat, unterstrich Vizemeister Lukas Dirnberger seine Position mit einem klaren Sieg.

ORM/ARC, OBM Rallye: Bericht

Hermann Neubauer holte die Rallye-Krone 2026

Mit einem Sieg bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye in Krumbach gewann der Salzburger seinen dritten Titel in der TEC7 Rallye-Staatsmeisterschaft / Der fünffache Champion Simon Wagner musste nach einem Unfall aufgeben / Auch der dritte Meisterkandidat Michael Lengauer flog im Finish von der Strecke