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Märtin fliegt davon, Sekundenkrimi nun um Platz zwei

Markko Märtin gewinnt nach dem Ausfall Grönholms auch die 2. Etappe, deutlich dahinter Burns und Sainz, Colin McRae nach Überschlag out.

Wurden die Rallye-Fans während der ersten eineinhalb Tage vom Duell Marcus Grönholm vs. Markko Märtin unterhalten, kam für den finnischen Weltmeister das Ende auf SP 14.

"Ich habe nicht die geringste Ahnung, was da los war", wundert sich Grönholm, "ich hab weder einen Stein noch sonst irgendwas getroffen. Die Aufhängung ging kaputt und ich hab das Rad verloren. Bis ins Ziel bin ich zwar noch gekommen, aber ich hätte vor dem nächsten Service noch eine SP fahren müssen. Meine Enttäuschung ist sehr groß, bis dahin hatte ich großen Spaß an der Rallye und am Kampf mit Markko Märtin."

Märtin übernahm dadurch zwar wieder die Führung, blieb aber seinerseits nicht vom Defektteufel verschont, der Hund lag in der Elektronik begraben: "Wir haben vor den Prüfungen Urria und Ehikki fast die gesamte Elektronikverbindungen gekappt um überhaupt weiterfahren zu können. Das Handling war nachher katastrophal, ich habe auch knapp 60 SP-Kilometern mehr als 20 Sekunden verloren. Der Motor lief nicht mehr richtig und auch die Gangwechsel waren langsam. Ich hab nicht zuviel riskiert."

Zur Freude seiner zahlreichen estonischen Fans hat Markko Märtin einen Rekord bereits sicher: Stolze 57 Meter weit flog Märtin mit seinem Ford Focus WRC, und das bei einer Geschwindigkeit um die 170 km/h!

Burns in Troubles

Ausgerechnet auf der letzten SP des zweiten Tages ereilt den Peugeot-Piloten Richard Burns ein Problem an der Servolenkung, er verliert knapp eine Minute und liegt nur mehr drei Zehntel vor Carlos Sainz.

Der Spanier zog auf der zweiten Etappe an Petter Solberg vorbei, die drei Piloten liegen nun innerhalb von 0,5 (!) Sekunden. Sie profitierten allesamt vom doppelten Pech des Citroen-Piloten Colin McRae. Der bekam wegen eines Stempelfehlers zunächst eine Strafminute aufgebrummt und fiel von Platz drei auf Position fünf, mit der Wut im Bauch fabrizierte er dann einen Überschlag, der das Ende der Rallye bedeutete. Zum Glück blieb die Crew unverletzt.

Wo sind die Skandinavier?

Zur Überraschung vieler liegt der beste Skandinavier mit Petter Solberg nur auf Platz vier, dies ist umso bemerkenswerter, als die Rallye für Nicht-Skandinavier als quasi unbezwingbar – Sainz und Auriol waren in den 90ern große Ausnahmen – gilt.

Sollte Märtin auf der dritten Etappe kein Fahrfehler oder ein technischer Defekt unterlaufen, wird dem Esten der Sieg nicht mehr zu nehmen sein. Ab Richard Burns beträgt der Rückstand bereits deutlich über eine Minute, Sebastien Loeb auf Rang fünf liegt bereits zwei Minuten hinter Märtin.

Der beste im Bewerb verbliebene Finne ist übrigens Tommi Mäkinen an der sechsten Position, hinter „Big-Mäk“ warten drei finnische Privatiers auf ihre Chance. Janne Tuohino, Sebastian Lindholm und Juuso Pykalistö belegen die Plätze sieben bis neun, Freddy Loix im Hyundai ist nach McRae’s Ausfall in die Top-Ten gerutscht.

Sechs Prüfungen warten am Sonntag noch auf Fans und Piloten, gegen 13:30 Uhr wird dann feststehen, ob seit über zehnjähriger Pause wieder ein Nicht-Skandinavier am obersten Treppchen steht, oder es doch noch eine Überraschung gibt.

Fotos der ersten Etappe und zweiten Etappe finden Sie in der rechten Navigation!

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