RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Kneipp-Kur

Der 8. Lauf zur Rallye-WM findet vom 15. bis 18. Juli in Argentinien statt, auf die Teams warten ungewohnte Witterungsverhältnisse.

„Sommerpause“ der ganz speziellen Art: Mit dem Abstecher ins winterliche Argentinien gönnt sich der Rallye-WM-Tross nach drei superheißen Läufen auf Zypern, in Griechenland und in der Türkei eine Abkühlung in Südamerika.

Schnee- oder Eisreifen hat Michelin für seine Partnerteams Citroën, Ford, Peugeot und Mitsubishi trotz Temperaturen, die im Laufe der Nacht den Gefrierpunkt erreichen können, nicht eingepackt, auch Subaru-Ausrüster Pirelli dürfte die Winter-Pneus zu Hause lassen.

Die schnelle Schotter-Rallye – die der französische Reifenspezialist Michelin in den vergangenen beiden Jahren übrigens für sich entscheiden konnte – ist vielmehr bekannt für zahllose Wasserdurchfahrten und Prüfungen, die sich bis auf 2200 Meter über Meeresspiegel in die Höhe winden.

Auch wenn die Rallye Argentinien im Vergleich zum Vorjahr mit deutlich kühleren Temperaturen aufwartet: An dem herzlichen Empfang, den die begeisterten Südamerikaner den schnellsten Driftern der Welt alljährlich bereiten, kann die Zurückverlegung dieses WM-Laufs um zwei Monate nichts ändern.

In der Tat erreicht der Enthusiasmus der Rallye-Fans rund um Cordoba immer neue Dimensionen: 1,35 Millionen (!) Zuschauer wohnten im Vorjahr entlang der 25 Wertungsprüfungen dem spektakulären Geschehen bei.

Und was die örtlichen Tourismusverbände noch wesentlich mehr erfreute: 18,3 Prozent der Besucher – dies ergab die Umfrage eines örtlichen Consulting-Unternehmens – übernachteten in Hotels, weitere 8,4 Prozent in Wohnmobilen. Zugleich kurbelten die Rallye-Freunde mit Ausgaben in Höhe von rund 80 Millionen US-Dollar auch die lokale Wirtschaft kräftig an.

Leider sorgte der enorme Zuschauer-Zuspruch in Verbindung mit dem überaus kompakten Rallye-Konzept auch für Probleme: Gleich zwei Sonderprüfungen mussten abgesagt werden, da die Sicherheit der dicht am Streckenrand stehenden Fans nicht mehr gewährleistet war.

Ein Ärgernis, das sich in dieser Saison nicht wiederholen soll: So genannte „Remote Re-Fueling“-Areale, in denen zwei Mechaniker auch außerhalb des zentralen Service-Parks die Rallye-Boliden auftanken und mit bordeigenen Werkzeugen reparieren dürfen, sorgen an allen drei Rallye-Tagen für die geographische Entzerrung der Prüfungen.

Erwünschte Auswirkung: Die Zuschauer-Mengen verteilen sich großräumiger. Gern von den Driftspezialisten in Kauf genommener Nebeneffekt: Mit den Prüfungen „El Condor“ (SP 25, 24,69 km) und „Guilio Césare“ (SP 26, 16,77 km) kehren zwei besonders spektakuläre und traditionsreiche Passagen in den Zeitplan zurück.

Insgesamt sechs Sonderprüfungen werden im übrigen auf der nur 3,02 Kilometer langen Zuschauer-Prüfung „Pro Racing“ gleich vor den Toren des Rallye-Zentrums in Villa Carlos Paz ausgetragen – auch dies ein Instrument, um die Zuschauer-Ströme weg von den übrigen Strecken zu lenken.

Die Bedingungen in dem Anden-Staat ähneln jenen der Rallye Akropolis, nur auf im wahrsten Sinne des Wortes höherem Niveau: Bis zu 2200 Meter winden sich die harten Schotterstrecken rund um das Touristenstädtchen Villa Carlos Paz in die Höhe.

Zahlreiche Wasserdurchfahrten – in diesem Jahr durch andauernde und ergiebige Regenfälle noch begünstigt – gelten für den einzigen südamerikanischen WM-Lauf der Saison als ebenso charakteristisch wie der plötzlich in Höhenlagen auftretende Nebel.

Da in Argentinien acht der insgesamt 13 verschiedenen Wertungsprüfungen im Laufe der Rallye doppelt befahren werden, kommt speziell der Haltbarkeit der Pneus eine besondere Bedeutung zu: Spätestens beim zweiten Durchgang säumen massive Steine die ideale Driftlinie – stets bereit, die Reifen und im schlimmsten Fall auch die Felgen oder die Radaufhängung nachhaltig zu beschädigen.

Bereits Wochen vor Beginn der WM-Rallye in Argentinien – wo, da außerhalb des europäischen Kontinents gelegen, nicht getestet werden darf – mussten die Teams verbindlich die beiden Reifen-Profile festlegen, die sie jeweils einsetzen wollen.

Eine Woche vor Beginn dieses Events wurden dann jene 80 per BAR-Code registrierten Pneus pro Teilnehmer nominiert, die während des achten Saisonlaufs zur Verfügung stehen und von denen letztendlich nur 40 wirklich aufgezogen werden dürfen. Dies schränkt die Bandbreite differierender Mischungen erheblich ein.

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Argentinien

- special features -

Weitere Artikel:

WRC, Sardinien: Bericht Raith Tag 3

Tolle Leistung auf brutalem Terrain

Kevin Raith und Copilotin Claudia Maier liegen nach dem dritten Tag der WM-Rallye in Sardinien auf einem fantastischen Top-ten-Platz in der WRC2-Wertung / Morgen letzter Tag der WM-Saison 2026

WRC, Sardinien: Vorschau Raith

Ein Herzenswunsch wird Wirklichkeit

Der Steirer Kevin Raith steht am kommenden Wochenende in Sardinien zum zweiten Mal in seiner Karriere am Start einer WM-Rallye / Im Cockpit seines Ford Fiesta Rally2 sitzt Claudia Maier als Copilotin

WRC Italien: Nach Tag 3 (SP10)

Solberg führt - Titelkampf spitzt sich zu

Oliver Solberg dreht die Rallye Italien: Mit zwei Bestzeiten setzt sich der Toyota-Pilot an die Spitze und verkürzt im WM-Kampf den Rückstand auf Elfyn Evans. Raith 12. der RC2. Masters: Garandos führt.

WRC Italien: Nach Tag 3 (SP13)

Hyundai-Drama sorgt für offenen Titelkampf

Oliver Solberg dominiert auf Sardinien und profitiert vom Pech der Hyundai-Piloten: Elfyn Evans liegt nur noch sechs Punkte vor dem Schweden

Die Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) wächst 2027 auf 15 Läufe an: Mit den USA und Großbritannien kehren zwei Traditionsmärkte zurück

ARC, Grasl Rallye Horn: Bericht Friedl

Schreckmoment – Improvisieren gefragt

Eugen Friedl und Helmut Aigner vom MCL 68 konnten mit dem AUTOFUN - Ford Fiesta Proto mit viel Improvisation wichtige Punkte in der ARC Challenge einfahren.