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Wer wird der „Herr der Insel“?

Die 34. Auflage der Neuseeland-Rallye verspricht eine spannende Entscheidung, es gibt viele Favoriten auf den Sieg im Schotter-Paradies.

Manfred Wolf

Für viele Piloten ist sie die schönste, gleichzeitig aber auch die schwierigste Rallye im Kalender der Rallye-WM. In diesem jahr müssen 1.398,38 Gesamtkilometer bewältigt werden, dabei legen die Teams 395,5 Kilometer als Sonderprüfungsstrecke, aufgeteilt auf 23 Prüfungen, zurück.

„Mille Pistes“ – oder in Neuseeland ist alles anders…

Und das alles unter völlig neuen Voraussetzungen: Denn zum ersten (und vielleicht letzten) Mal kommt das so genannte „Mille Pistes“-Format zur Anwendung. Der Name bezieht sich übrigens auf eine französische Rallye aus den 70er und 80er Jahren.

Dabei wurde auf militärischem Sperrgebiet gefahren – Besichtigungsfahrten vor der Rallye wurden somit unmöglich, die „Recce“ wurde einfach am Morgen vor den jeweiligen Sonderprüfungen mit den Rallye-Boliden gefahren.

Und (fast) genau so wurde das System auch übernommen: Eine erste Besichtigung der Strecke erfolgt in Neuseeland am Mittwoch (von 08:00 bis 12:00 Uhr) für die Prüfungen der ersten und zweiten Etappe. Am Donnerstagvormittag (08:30 bis 09:50) werden die Sonderprüfungen der dritten Etappe zum ersten Mal abgefahren.

Die zweite Besichtigungsfahrt ist dann am Vormittag jeder Etappe vorgesehen, die Fahrer können dabei wählen, ob sie die Besichtigung mit ihrem Rallye-Auto oder einem Trainingsfahrzeug vornehmen.

So weit, so gut, dennoch wird Neuseeland voraussichtlich die einzige Rallye in dieser Saison bleiben, die nach diesem System gefahren wird – für das nächste Jahr hat die FIA sowieso schon wieder ganz andere Pläne…

Die Straßen, die für das Rallyefahren erfunden wurden…

Doch nicht nur das „Mille Pistes“-Format macht die Neuseeland-Rallye zu einem besonderen Lauf. Vor allem die Straßenbeschaffenheiten unterscheiden die Rallye auf der grünen Insel von allen anderen WM-Rallyes.

Nirgendwo sonst gibt es so feine und ebene Schotterstrassen, auf denen die Piloten so gnadenlos attackieren können, ohne dass dabei das Auto dabei in Mitleidenschaft gezogen wird.

Kein Vergleich zu den groben Schotterpfaden in der Türkei, in Griechenland oder auf Zypern: Auf den Pisten in Neuseeland können die Fahrer ihre Autos so richtig „fliegen“ lassen – übertreiben dürfen sie es allerdings auch nicht, denn das Tempo ist hoch und ein etwaiger Abflug kann heftig ausfallen.

Einen Nachteil hat die Beschaffenheit der Straßen allerdings: Die ersten Piloten spielen „Straßenfeger“, die unzähligen kleinen runden Steinchen müssen erst von der Ideallinie heruntergefahren werden.

Zwei Tage im Norden, einer im Süden

Die ersten beiden Etappen blieben gegenüber dem Vorjahr ziemlich unverändert, 150 Kilometer nördlich von Auckland finden die Sonderprüfungen von Tag 1 und 2 statt.

Für die dritte Etappe kehrt der Veranstalter allerdings zu den klassischen Prüfungen südlich von Raglan zurück, die zuletzt 2002 gefahren wurden. Mit dabei ist dadurch wieder die SP „Whaanga Coast“, von vielen Piloten als die Beste der Welt tituliert.

Schon am Donnerstag wartet auf die Piloten die SuperSpecial „Manukau“ am Rande der Hauptstadt Auckland, die heuer insgesamt vier Mal gefahren wird. Die Sonderprüfungen selbst dürften den Piloten übrigens ziemlich „neu“ vorkommen, die meisten werden nämlich in der anderen Richtung als im Vorjahr gefahren.

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