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Nach "Gigantenduell": 28. Sieg für Sébastien Loeb

Sébastien Loeb feiert seinen 28. Sieg - Marcus Grönholm fehlten trotz SP-Bestzeiten rund 21 Sekunden. Mikko Hirvonen Dritter. Manfred Stohl Vierter.

Michael Noir Trawniczek

Die Zypern-Rallye ging am Sonntagvormittag in ihre dritte Etappe. Das an den Vortagen so elektrisierende "Duell der Giganten", zwischen Weltmeister Sébastien Loeb und Ford-Werkspilot Marcus Grönholm, kam jedoch nicht mehr so richtig in Fahrt - zu groß war der Vorsprung des WM-Leaders. Zudem wurden de facto gleich zwei Wertungsprüfungen neutralisiert - neben der ultrakurzen Zuschauerprüfung in der City von Limassol auch die im Anschluss absolvierte, rund 25 Kilometer lange SP 21.

Nachdem Loeb auf der morgendlichen SP 17 den Vorsprung auf rund 29 Sekunden erhöhte, konterte Grönholm in der Folge mit drei SP-Bestzeiten, sein Rückstand betrug am Ende jedoch immer noch 21,2 Sekunden.

"Ich habe ihm wohl zu oft gesagt, dass er aufwachen müsse - denn jetzt ist er aufgewacht", sagte Grönholm. Sébastien Loeb feierte seinen 28. Sieg, zeigte sich in erster Linie begeistert von dem packenden Duell gegen seinen Gegenspieler: "Auf Zypern hat man niemals eine sichere Führung, es können bis zum Schluss viele Dinge passieren. Es war ein toller Fight gegen Marcus - doch am Morgen konnten wir die Führung behaupten und ich denke, dass unser Kampf dann beendet war."

Loeb de facto Weltmeister

Loeb streute seinem Gegner weitere Rosen: "Die Rallyes wurden für mich durch Marcus wirklich interessant - ich muss jedes Mal alles geben, vom Start weg bis ins Ziel." Grönholm gab zu, "ein bisschen enttäuscht" zu sein. "Ich kämpfe nun, um Rallyes zu gewinnen und Herstellerpunkte zu erobern", sprach der Finne die für ihn de facto aussichtslose Situation in der WM-Tabelle an. Bei noch 40 zu vergebenden Punkten liegt Grönholm 35 Zähler hinter dem regierenden Weltmeister.

Wegen der großen Zeitabstände mussten die Piloten auf den weiteren Rängen kein Risiko mehr eingehen, sie gingen es dementsprechend gemütlich an. So konnte der zweite Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen ungefährdet den dritten Platz nach Hause fahren.

Stohl holt als Vierter fünf wichtige Punkte

Manfred Stohl drohte ebenfalls keine Gefahr mehr, wich den Steinen auf der Strecke aus und achtete vor allem darauf, das hervorragende Resultat nicht mehr unnötig zu gefährden. Freilich sagte der Wiener: "Ein vierter Platz ist natürlich schön, aber das Podium wäre mir klarerweise lieber gewesen." Für das Absichern seines fünften WM-Rangs waren diese fünf WM-Punkte jedoch wesentlich, und: "Der vierte Platz bringt uns in der WM näher ran an Dani Sordo"

Manfred Stohl und seine Co-Pilotin Ilka Minor dürfen jedenfalls stolz sein, bei dieser harten Rallye den vierten Platz erobert zu haben, zumal vor den beiden nur Werks-Kaliber im offiziellen Ergebnis zu finden sind.

Hinter Stohl konnte sich Privatier Toni Gardemeister in seinem Xsara den fünften Platz sichern, dahinter der zweite OMV-Pilot Henning Solberg, Kronos-Pilot Xavier Pons (der seinen ursprünglichen sechsten Platz verlor, weil er auf dem Weg ins Zielservvice mit Antriebsschaden liegen blieb und somit 5 Strafminuten kassierte) sowie dessen Bruder Petter Solberg auf den Rängen 6 bis 8.

Der Subaru-Pilot kämpfte auch heute noch mit Problemen und verlor quasi in letzter Sekunde seinen 7. Platz an seinen Bruder. Einen unnötigen Ausfall musste auch Juniorenweltmeister Dani Sordo hinnehmen, der auf der Zuschauerprüfung wegen eines Defekts in die Mauer krachte und aufgeben musste.

Zuschauer trotz Neutralisierung happy

Gestrichen wurde die Zuschauerprüfung in der Innenstadt, weil die FIA befand, dass dort hinsichtlich des großen Zuschauerandrangs zu wenig Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Die Stewards teilten den Piloten schon vor der Prüfung mit, dass ihre Zeiten nicht gewertet werden. Die Piloten ließen es trotzdem krachen und erfreuten das Publikum zum Teil sogar mit "Kringerln". Weil es nach dem Unfall von Sordo auf der anschließenden SP 21 zu einer Verzögerung im Ablauf kam, wurden für die 25 Kilometer lange Prüfung nominale Zeiten vergeben.

Vom 13. bis 15. Oktober begibt sich der Rallye-Tross in die Türkei, wo der nächste WM-Lauf auf dem Programm steht.

Ergebnis

 1.  Loeb          Citroen     4: 40:50.4
 2.  Grönholm      Ford            + 21.2
 3.  Hirvonen      Ford          + 5:16.1
 4.  Stohl         Peugeot       + 6:39.4
 5.  Gardemeister  Citroen       + 8:40.4
 6.  H. Solberg    Peugeot      + 14:40.0
 7.  Pons          Citroen      + 10:05.9
 8.  P. Solberg    Subaru       + 15:21.5
 9.  Atkinson      Subaru       + 17:15.0
10.  Wilson        Ford         + 25:21.0


WM-Stand Fahrer

 1. LOEB Sébastien                112 Punkte
 2. GRÖNHOLM Marcus                77 Punkte
 3. SORDO Dani                     41 Punkte
 4. HIRVONEN Mikko                 39 Punkte
 5. STOHL Manfred                  33 Punkte
 6. SOLBERG Petter                 23 Punkte
 7. GARDEMEISTER Toni              20 Punkte
 8. SOLBERG Henning                19 Punkte
22. AIGNER Andreas                  3 Punkte


WM-Stand Marken

1. Kronos Citroen                 142 Punkte
2. Ford                           135 Punkte
3. Subaru                          79 Punkte
4. OMV Peugeot                     59 Punkte
5. Stobart VK M-Sport Ford         30 Punkte
6. Red Bull Skoda                  22 Punkte

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