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WRC: Argentinien-Rallye

Ogier: "Meisterschaft wird zum Witz"

Sébastien Ogier zieht nach der Argentinien-Rallye über das Reglement her; die WM-Rallyes seien für ihn ziemlich langweilig geworden.

Weltmeister Sébastien Ogier holt erneut zum Rundumschlag gegen die Regeln der Rallyeweltmeisterschaft und die aus seiner Sicht unfaire Startreihenfolge aus. "Die Meisterschaft wird für mich immer mehr zu einen Witz", platzte dem Volkswagen-Piloten nach der Argentinien-Rallye gegenüber Autosport der Kragen.

Ogier muss als WM-Führender bei rund 80 Prozent aller Sonderprüfungen als Erster auf die Strecke gehen, was auf Schotter zweifellos ein erheblicher Nachteil ist. Nachdem er bei der Mexiko-Rallye so gegen seinen Teamkollegen Jari-Matti Latvala chancenlos war, musste er sich in Argentinien dem Hyundai-Piloten Hayden Paddon geschlagen geben, der seinen ersten Sieg bei einem WM-Lauf feiern konnte.

"Es langweilt mich so sehr, darüber zu sprechen. Ich will einfach nach Hause fahren und über etwas anders nachdenken", so ein spürbar genervter Ogier am Sonntag. "Die Rallyes sind für mich derzeit ziemlich langweilig. Wir bekommen gute Punkte, aber wo bleibt der Sport?", fragt sich der Franzose, der wieder einmal betont, dass sich diese Regel konkret gegen ihn richte.

"Natürlich kann ich wieder Meister werden, aber wir verdienen mehr als das. Es ist völlig unfair und nicht gut für die Meisterschaft, dass ich zu 80 Prozent als Erster auf die Straße gehen muss", sagt Ogier und vermisst bei der Diskussion über die Startreihenfolge die Unterstützung seiner Fahrerkollegen. "Das Problem ist, dass immer nur von mir dazu etwas kommt und dass es immer die gleiche Geschichte ist."

Jarmo Mahonen, Präsident der Rallyekommission des Automobilweltverbands FIA, kann den Ärger von Ogier in gewisser Weise sogar verstehen. "Ich weiß, wie er sich fühlt und habe Verständnis für seinen Frust, aber wir müssen das Gesamtbild sehen. Er hingegen kann egoistisch sein – auch deshalb ist er so erfolgreich", meint der Finne.

Allerdings widerspricht Mahonen Ogiers Einschätzung, dass diese Regel schlecht für den Sport sei. "Schau dir doch nur den letzten Tag in Argentinien an, das war ein aufregender Sonntag", verweist er auf den knappen Kampf zwischen Ogier und Paddon, der erst auf der letzten SP entschieden wurde. Mahonen kündigte jedoch an, dass die FIA nach dieser Saison noch einmal über die Regel nachdenken werde: "Ich will die gesamte Saison lang betrachten, ob es ein Erfolg war – dann werden wir weitersehen."

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