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WRC: Argentinien-Rallye

Latvala setzt sich an die Spitze

Jari-Matti Latvala nutzt in Argentinien erneut seine Startposition und geht nach der ersten Schleife in Führung. Sebastien Ogier bleibt in Schlagdistanz - Toller Start für Paddon.

Nach der ersten richtigen Schleife bei der Argentinien-Rallye 2016 hat sich Jari-Matti Latvala in seinem Volkswagen Polo R WRC an die Spitze gesetzt. Der Finne profitierte wie schon in Mexiko von seiner späten Startposition und führt nach fünf Wertungsprüfungen mit 3,6 Sekunden Vorsprung vor dem starken Hayden Paddon im Hyundai i20 WRC. Weltmeister Sebastien Ogier folgt auf der dritten Position. Alle namhaften Fahrer waren in der Vormittagsschleife auf weichen Michelin-Schotterreifen unterwegs.

Die WRC-Akteure mussten sich drei Sonderprüfungen über jeweils etwas mehr als 20 Kilometer stellen. Der Widerstand von Sebastien Ogier fiel kurz aus: Auf der ersten Prüfung des Tages (SP2, Soconcho - Villa de Dique, 24,71 km) hielt der Titelverteidiger noch einmal mit einer Bestzeit gegen und holte sich die alleinige Führung, die er sich zuvor noch mit Dani Sordo geteilt hatte.

Doch schon auf der zweiten Prüfung (SP3, Amboy - Santa Monica, 20,44 km) zeigte sich, dass Ogier als Straßenfeger es schwer haben würde. Latvala holte sich die Bestzeit auf dieser und auch der anschließenden Prüfung Santa Rosa - San Agustin (23,85 km), auf der er satte 7,3 Sekunden schneller war als alle anderen. "Vielleicht war ich sogar ein bisschen zu optimistisch an einigen Stellen", bemerkt der 31-Jährige.

Top 3 innerhalb von fünf Sekunden

Ogier haderte mit einer zu weichen Abstimmung seines Polos, die er am Nachmittag aber benötigen wird, wenn es zum zweiten Mal durch die dann ausgefurchten Straßen geht. "Ich bin zufrieden mit meiner Fahrt bislang", gibt der Franzose Protokoll. Mit 4,4 Sekunden Rückstand und der Aussicht, am Nachmittag nicht mehr die Spur legen zu müssen, ist er noch immer im Geschäft.




Stets mitten drin im Kampf der beiden VW-Giganten war Hayden Paddon (+3,6). Der Neuseeländer wurde auf jeder der drei Prüfungen Zweiter und liegt damit auch auf der zweiten Gesamtposition. Trotz seiner starken Vorstellung war Paddon mit keiner einzigen Prüfung zufrieden: Mal fluchte er über den Nebel im argentinischen Herbst, durch den er Bremspunkte nicht sehen konnte, mal darüber, dass er sich auf den rutschigeren Schotter nicht richtig einschießen konnte. Auf der Jagd nach seinem ersten WRC-Sieg überhaupt geht er mit sich hart ins Gericht.

Ebenfalls noch aussichtsreich klassiert ist Andreas Mikkelsen im dritten Volkswagen Polo. Der Norweger liegt nach drei Prüfungen mit 16,5 Sekunden Rückstand auf der vierten Gesamtposition. Am Vormittag kämpfte er mit einer beschlagenden Windschutzscheibe. Mikkelsen versucht, das erste Mal überhaupt die Argentinien-Rallye zu beenden, ohne Rally2-Regularien in Anspruch nehmen zu müssen.

Probleme für Neuville und Tänak

Während die Polos nur unter kleineren Problemen leiden, ist die Stimmung im Hyundai-Camp zwiegespalten. Während Paddon sich stark in Szene setzte, hatten sowohl Dani Sordo als auch Thierry Neuville Probleme: Beim Spanier, der zu Beginn des Tages noch zeitgleich mit Ogier an der Spitze gelegen hatte, verklemmte sich das Gaspedal - ein ähnliches Problem hatte Neuville schon nach dem Shakedown moniert. Trotzdem liegt Sordo (+28,3) noch auf der fünften Gesamtposition.

Thierry Neuville hingegen erlebte einen Freitagmorgen zum Vergessen: "Der Motor starb immer wieder ab! Ich musste aussteigen und einen losen Stecker finden. Das Auto hatte schon während des Shakedowns Probleme gemacht, aber ich bin mir nicht sicher, ob das dieselben sind." Der Belgier verlor sechs Minuten auf Sonderprüfung vier und liegt damit nur auf der 20. Gesamtposition. Bereits jetzt ist klar, dass diese Rallye allenfalls noch eine Testfahrt wird.

Ebenfalls in Problem war Ott Tänak, der nach der vierten Sonderprüfung zwar auf Gesamtrang sechs mit 55,4 Sekunden Rückstand lag, aber danach Hand an seinem M-Sport-Ford anlegen musste. "Ein Elektronikproblem", stöhnte er. Derzeit ist er auf dem Weg zur 92 Kilometer entfernten Super Special und muss diese noch beenden, bevor er in den rettenden Servicepark kann.

Während also mehrere Favoriten straucheln, gibt es zumindest noch keine prominenten Ausfälle zu vermelden. Nach der Zuschauerprüfung steht ein Service auf dem Programm, bevor es am Nachmittag ein zweites Mal über alle Prüfungen geht. Dann wird sich auch zeigen, wie ausgefurcht die Strecke wirklich ist; durch die Regenfälle in den vergangenen Wochen ist der Untergrund nämlich etwas fester als erwartet.
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