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WRC: Australien-Rallye

Australien-Rallye nicht populär genug?

Die Australien-Rallye könnte aufgrund geringer Zuschauerzahlen den Platz im WM-Kalender verlieren; andere Route als rasche Abhilfe?

Beim Finale der Rallye-WM 2017 in Coffs Harbour blieb der ganz große Zuschauerzustrom aus. Deshalb drängen die WRC Promoter GmbH und auch einige Hersteller auf einen neuen Austragungsort innerhalb Australiens. Andernfalls könnte das Land den Termin als Finallauf im WM-Kalender verlieren. Alain Penasse von Hyundai sagte etwa: "Es sind zwar einige Menschen in die Servicezone gekommen, aber wir haben noch lange nicht die nötige Anzahl erreicht."

Vor zwanzig Jahren sei die Australien-Rallye noch die beste Veranstaltung der Welt gewesen, so der Teammanager. Ex-Rallyeleiter Garry Connelly habe in Perth noch viele Innovationen gebracht. Daher fragt sich Penasse, warum die Rallye-WM nicht wieder dorthin zurückkehren könne. Immerhin lebten in der Stadt im Süden der Westküste rund 1,5 Millionen Menschen. "Ich weiß nicht wie viele Einwohner Coffs Harbour hat, aber es sind nicht viele", erklärte Penasse.

Rückkehr nach Perth keine Option?

Ben Rainsford, einer der Verantwortlichen für die Australien-Rallye, sagte indes, dass eine Rückkehr nach Perth nur schwierig zu bewerkstelligen wäre. Ein Problem seien die Routen, die voraussichtlich weit vom Stadtkern entfernt liegen müssten. Daher würden man nun alle Optionen analysieren, um eine optimale Entscheidung treffen zu können. "Wir haben einen Vertrag für das kommende Jahr", stellte er klar. "Was passieren wird, hängt aber von der Finanzierung durch die Regierung in New South Wales ab."

Oliver Ciesla von der WRC Promoter GmbH meinte, er habe nichts gegen Coffs Harbour und dessen rund 70.000 Einwohner. Trotzdem erwarte er sich von der Australien-Rallye eine größere Zuschauerzahl. "Australien ist für die WRC sehr wichtig", erklärte er. Vor allem die dortigen Organisatoren würden gute Arbeit leisten, außerdem wäre die Rallye-WM so auf einem weiteren Kontinent vertreten. "Coffs hat alles, was für den Sport wichtig ist. Wir bekommen auch ein gutes Feedback für die Veranstaltung. Es ist aber kein Geheimnis, dass wir gerne mehr Menschen anziehen wollen", so Ciesla. Die Zuschauerzahl in Coffs Harbour sei daher der entscheidende Faktor.

FIA möchte Saisonfinale in Europa

Jarmo Mahonen, der Rallyedirektor des Automobilweltverbandes FIA, hat hingegen wenig für den Austragungsort als solchen übrig: "Das Gute ist, dass die Veranstaltung sehr sicher ist – weil keine Zuschauer dort sind. Ich bin dagegen, dort das WM-Finale auszutragen." Die Organisatoren der Australien-Rallye würden im Internet gute PR-Arbeit leisten, was laut Mahonen aber zu wenig sei: "Wir müssen ehrlich sein: Unser Sport hat seine Basis in Europa. Deshalb muss das Finale auch in dieser Zeitzone ausgetragen werden."

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