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DTM: Interview

Berger: „Diskussionen sind schädlich“

DTM-Boss Gerhard Berger drängt weiterhin konsequent auf die schnelle Abschaffung der Performance-Gewichte: "Ein Hersteller war gegen den Vorschlag".

Fotos: DTM

Auch nach zahlreichen gescheiterten Versuchen, die Performance-Gewichte in der DTM 2017 schnellstmöglich abzuschaffen, lässt Gerhard Berger nicht locker. Der Chef der Dachorganisation ITR arbeitet im Hintergrund weiterhin an entsprechenden Lösungen. Die sofortige Abschaffung stand bei einem Meeting am Donnerstag vor dem DTM-Rennwochenende in Zandvoort auf der Agenda der DTM-Kommission. Ein Vorschlag von ITR, ADAC und DMSB wurde allerdings nicht einstimmig angenommen.

"Der von der ITR eingebrachte Vorschlag hatte zwei Varianten zum Gegenstand, die nicht nur die sofortige Abschaffung der Performance-Gewichte beinhalteten, sondern gleichzeitig den Blick auf die Saison 2018 richtete", sagt Berger. "Es galt die Frage zu beantworten, wie wir das erfolgsabhängige Regulativ, also die Gewichte, abschaffen, ohne im Gegenzug das Reglement für teure Weiterentwicklungen öffnen zu müssen."

"Deshalb wurde eine der beiden Varianten bevorzugt vorgeschlagen. Demnach würden gewisse Bereiche am Fahrzeug, die die Hersteller derzeit noch frei aerodynamisch gestalten dürfen, standardisiert werden. Ein kostspieliger Entwicklungswettlauf um die beste Detaillösung in Bereichen, die der Fan nicht sieht, sollte vermieden werden", erklärt der Tiroler. Wichtig ist allen Beteiligten, dass auch 2018 ein enger Wettbewerb aller Hersteller auf Augenhöhe möglich ist.

Gewichtsthema hat üble Renntaktik zur Folge

"Der Vorschlag wurde in der vom DMSB einberufenen Sitzung der DTM-Kommission am Donnerstag vor dem Zandvoort-Wochenende diskutiert. DMSB, ADAC, ITR und zwei Hersteller befürworteten die sofortige Abschaffung der Performance-Gewichte in Verbindung mit den Zusatzbestimmungen, die erst zur Saison 2018 greifen würden. Ein Hersteller war gegen diesen Vorschlag", sagt Berger. Ebenso wie DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck nennt auch der DTM-Boss keinen Namen. Nach Informationen von motorline.cc war es allerdings Audi, die dem Vorschlag nicht zustimmten und den Plan so wieder kippten.

"Da während der Saison vorzunehmenden Reglementänderungen der einstimmigen Zustimmung bedürfen ging der Vorschlag nicht durch", erklärt Berger, den die anhaltenden Debatten um die Performance-Gewichte sichtlich nerven. "Nicht die Gewichte selbst sind das Problem, sondern die Begleiterscheinung der aktuellen Regel: Es wird taktiert, da die Bemessungsgrundlage der Rundenzeiten-Durchschnitt aller Autos einer Marke ist."

"Es gilt mit wenigen Autos schnell zu fahren und Punkte zu sammeln, und mit den übrigen Autos langsamere Rundenzeiten zu fahren. Denn sonst lädt man Gewicht ein", meint der Ex-Formel-1-Pilot, der nicht müde wird, im Hintergrund auch Audi von einem schnellen Abschied der aktuellen Regel zu überzeugen. "Die DTM ist an einem Punkt angelangt, wo die ständigen Diskussionen über die Performance-Gewichte schädlich für die Serie sind. Dessen sind sich auch die Hersteller bewusst", meint er.

"Die ITR hofft nach wie vor eine Lösung im Sinne des Sports zu finden, die von allen getragen wird", sagt der DTM-Chef. Fraglich ist derzeit noch, warum sich Audi gegen die Umsetzung des von den Behörden vorgeschlagenen Weges wehrt. Die Mannschaft aus Ingolstadt, die in der Fahrerwertung aktuell mit drei Piloten auf den Spitzenrängen steht, hatte zum Start in das aktuelle DTM-Wochenende auf dem Nürburgring im Vergleich zu BMW einen Gewichtsnachteil von satten 25 Kilogramm.

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