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WEC: 24 Stunden von Le Mans Dumas, Jani, Lieb, Porsche 919, Le-Mans-Testtag 2015

Porsche hegt große Erwartungen

Porsche wagt dieses Jahr mit drei 919 LMP1 den Großangriff auf den Le-Mans-Gesamtsieg; Piloten und Team freuen sich auf das Spektakel.

Porsche steht vor dem zweiten Einsatz beim berühmten 24-Stunden-Rennen in der Topkategorie LMP1 seit der Rückkehr 2014. Am 13./14. Juni 2015 wird das wohl härteste Langstreckenrennen der Welt zum 83. Mal ausgetragen. Bereits am Mittwoch und Donnerstag werden bis Mitternacht die Qualifyings auf dem 13,629 Kilometer langen Kurs, der überwiegend aus sonst öffentlichen Landstraßen besteht, ausgetragen.

Die drei Porsche 919 Hybrid zählen zu den innovativsten Fahrzeugen im 56 Rennwagen zählenden Starterfeld. Das Effizienzreglement für Le-Mans-Prototypen der Klasse 1 veranlasste Porsche im vergangenen Jahr zum Comeback in den Spitzenmotorsport. Aus der Kombination eines Zweiliter-Vierzylinder-Turbo-Benzinmotors und zwei Energierückgewinnungssystemen (Bremsenergie und Abgasenergie) ergibt sich für die 919 Hybrid eine Systemleistung von rund 1.000 PS.

Weil auf dem ultraschnellen Kurs in Frankreich hohe Endgeschwindigkeiten jenseits der 330 km/h ein entscheidender Faktor sind, wurde ein spezielles Aerodynamikpaket entwickelt. Damit haben die Prototypen beim Saisonhöhepunkt der Langstrecken-WM einen geringeren Luftwiderstand, somit aber auch weniger aerodynamischen Anpressdruck als bei den anderen sieben WEC-Rennen.

Die Piloten der drei verschiedenfarbigen Porsche 919 haben die Erfahrung von 43 Le-Mans-Starts vorzuweisen. Den roten Prototypen mit der Startnummer 17 steuern Timo Bernhard, Brendon Hartley und Mark Webber. Mit der schwarzen Startnummer 18 geht das Trio Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb ins Rennen. Am Steuer des weißen Porsche mit der Nummer 19 wechseln sich Earl Bamber, Nico Hülkenberg und Nick Tandy ab.

Stimmen der Verantwortlichen

Fritz Enzinger (Leiter des LMP1-Projekts): "Die Erwartungen an Porsche in Le Mans sind hoch. Darauf können wir stolz sein, denn das ist auch der Fluch der guten Tat: In den ersten zehn Rennen seit der Rückkehr in die höchste Klasse der WEC haben wir einen Sieg, acht weitere Podiumsplatzierungen und sechs Pole Positions erreicht. Wir haben eine großartige Mannschaft und drei siegfähige Autos. Damit haben wir die Voraussetzungen geschaffen, die Porsche in Le Mans würdig sind. Jetzt kommt das Rennen mit all seinen unbekannten Faktoren."

Alexander Hitzinger (technischer LMP1-Direktor): "Der Porsche 919 Hybrid ist der innovativste Prototyp im gesamten Starterfeld. Wir sind stolz darauf, mit den beiden Energierückgewinnungssystemen als einzige auf acht Megajoule elektrischer Energie pro Runde zu kommen. Bei der Entwicklung des 919 entstand in Weissach sehr viel Knowhow in sehr kurzer Zeit. Das gilt insbesondere für das Antriebskonzept. Das speziell für den Renneinsatz in Le Mans entwickelte Aerodynamikpaket des 919 hat beim Vortest gut funktioniert. Auf dieser schnellen Strecke ist geringer Luftwiderstand für eine gute Rundenzeit wichtig. In Le Mans braucht man ein Auto, das extrem schnell und gleichzeitig standfest ist. Jede einzelne Komponente im 919 ist ein Grenzgänger zwischen diesen beiden Welten."

Andreas Seidl (Teamchef): "Nach dem positiven Vortest sind wir noch ein paar Tage in Le Mans geblieben und haben auf dem kleinen Circuit Bugatti einige Teile angefahren. Damit entzerrt sich die Arbeitsbelastung in der Woche vor dem 24-Stunden-Rennen ein wenig. Die operative Anforderung rund um dieses Rennen ist gigantisch – die Testfahrten im Vorfeld, der Aufbau von drei komplett neuen Porsche 919 Hybrid, der Test vor Ort und dann die lange Rennwoche. Man muss mit den Kräften bestmöglich haushalten, damit noch Ressourcen für das Rennen bleiben. In diesem Zusammenhang ist es auch sehr wichtig, dass wir Training und Qualifying ohne Komplikationen hinter uns bringen."

Startnummer 17 – Stimmen der Fahrer

Timo Bernhard (acht Teilnahmen: Gesamtsieg 2010, GT-Klassensieg 2002): "In Le Mans bekommt man niemals etwas geschenkt, und in diesem Jahr ist der Wettbewerb an der Spitze besonders eng. Es ist sinnlos, sich ein Ergebnis vorzunehmen. Vielmehr müssen wir uns alle darauf konzentrieren, in allen Trainings und ganz besonders im Rennen einen Null-Fehler-Job abzuliefern."

Brendon Hartley (drei Teilnahmen seit 2012): "Einen Porsche LMP1 in Le Mans zu fahren ist etwas so Besonderes, dass ich das gar nicht in Worte fassen kann. Bei unserem ersten Einsatz hier im vergangenen Jahr waren wir gut, hatten am Ende aber kein Glück. Mit der Evolution des 919 Hybrid sind wir noch stärker, aber gleichzeitig ist der Wettbewerb 2015 auch noch einmal härter geworden."

Mark Webber (Teilnahme 1998/99, erster Renneinsatz 2014): "Le Mans ist brutal und erfordert eine gewaltige Mannschaftsleistung. Der größte Gegner ist das Rennen selbst. Wir müssen diese 24 Stunden überstehen, technisch standfest sein und alles richtig machen. Das ist eine immense Herausforderung. Die Geschwindigkeiten sind unglaublich hoch, der Speed des 919 ist phänomenal. Einige Passagen haben ikonenhaften Status, etwa die Dunlop-Passage, die Hunaudières-Gerade oder die Porsche-Kurven. Die Atmosphäre und die Dramaturgie der unterschiedlichen Phasen sind unvergleichlich: Start, Sonnenuntergang, Nacht und der Sonnenaufgang als Beginn eines neuen und noch immer langen Renntages. Le Mans hat ganz eigene, extreme Gesetze."

Startnummer 18 – Stimmen der Fahrer

Romain Dumas (14 Teilnahmen: Gesamtsieg 2010, GTE-Klassensieg 2013): "Le Mans ist gewaltig. Das sieht die Welt des Motorsports so, und für mich als Franzosen ist es ohnehin das allergrößte Rennen überhaupt. Wir haben uns sehr gut vorbereitet. Wir haben ein gutes Auto, und sind schnell. Was wir jetzt noch brauchen für dieses lange Rennen ist ein bisschen Glück, dann können wir gut abschneiden, davon bin ich überzeugt."

Neel Jani (sechs Teilnahmen seit 2009): "Le Mans ist der Saisonhöhepunkt, dem wir alle entgegenfiebern. Die Geschwindigkeiten auf dieser Strecke mit den langen Geraden und schnellen Kurven sind sehr hoch, und man darf nie vergessen, dass wir hier überwiegend auf Landstraßen fahren. Das ist eine andere Herausforderung als der ebene Belag einer permanenten Rennstrecke. Alle sind noch schneller geworden als 2014. Wir freuen uns also auf eine richtig heiße Rennwoche."

Marc Lieb (neun Teilnahmen, drei Klassensiege: GT 2005, GT2 2010, GTE 2013): "Zwischen den Herstellern zeichnet sich ein sehr enger Kampf um die Spitze ab. Das diesjährige 24-Stunden-Rennen dürfte besonders hart und deshalb auch besonders spannend werden. Wir haben viel gearbeitet und im 919 ein wirklich schnelles Auto. Eine entscheidende Frage wird sein, wer wie lange mit einem Satz Reifen fahren kann. Diesbezüglich haben wir bis zum Rennen noch ein paar Dinge zu verbessern – und auch bei optimaler Vorbereitung bleiben der Respekt vor der Distanz und die Gewissheit, dass man in Le Mans jederzeit auf alles gefasst sein muss."

Startnummer 19 – Stimmen der Fahrer

Earl Bamber (erster Le-Mans-Start): "Den 919 beim Vortest das erste Mal in Le Mans zu fahren war ein phantastisches Erlebnis und eine gute Vorbereitung, ich kann das Rennen kaum noch erwarten. Das oberste Ziel für jeden ist es, das Rennen zu beenden – und zwar möglichst ohne Zwischenfälle. Wenn uns das gelingt, sind wir sicherlich schnell genug für ein gutes Ergebnis."

Nico Hülkenberg (erster Le-Mans-Start): "Ich habe beim Vortest meine ersten Erfahrungen mit dieser Strecke gesammelt und fand sie richtig cool. Man kann sich in einen tollen Rhythmus fahren, ich freue mich auf die langen Stints im Rennen. Ich fühle mich wohl mit dem 919 Hybrid in Le Mans, aber ich werde auch in der Rennwoche noch eine Menge dazulernen. Insofern mag ich gar keine Erwartungen an den Rennausgang formulieren. Die ganze Distanz gut zu schaffen und ins Ziel zu kommen, das ist das Erlebnis, das ich mir in erster Linie wünsche."

Nick Tandy (zwei GTE-Pro-Teilnahmen für Porsche): "Le Mans ist wegen seiner Historie und Bedeutung für die Sportwagenszene so ein wichtiges Rennen. Es ist der ultimative Test in Sachen Speed und Ausdauer. Man muss die richtige Balance zwischen diesen zwei Faktoren finden. Wenn nur einer von beiden stimmt, reicht das nicht. Würde man das Auto behutsam um die Strecke tragen, hielte es wahrscheinlich ewig. Aber das ist nicht drin in Le Mans. Der Schlüssel zum Erfolg ist immer der richtige Kompromiss."

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