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WEC: 24 Stunden von Le Mans

Testtag läutete offiziell das 24h-Rennen ein

Viel Regen und wenig nützliche Daten beim Le Mans-Vortest. Eine Zahl, die WEC-Fans brennend interessiert, ist der Rückstand des „Radikal-Nissan“…

Foto: WEC

Der Event 24 Stunden von Le Mans 2015 hat am heutigen Sonntag offiziell begonnen. Beim Vortest auf dem Circuit de la Sarthe gab es für die teilnehmenden Teams und Fahrer die einzige Gelegenheit, sich mit ihren aktuellen Autos auf die Le-Mans-Woche vorzubereiten.

Allerdings macht das Wetter keine allzu große Freude. Bei Temperaturen um 20 Grad Celsius gab es immer wieder - teils auch heftige - Regenschauer, die für stark veränderliche Bedingungen sorgten .

In der ersten Session am Morgen legten die Teams los wie die Feuerwehr. Fast alle Autos schossen pünktlich um 09:00 Uhr aus der Boxengasse, um den Testbetrieb aufzunehmen. Schnell ergaben sich gute Rundenzeiten. Bereits nach 57 Minuten hatte Andre Lotterer die Testbestzeit des Vorjahres mit seinem Audi unterboten. Wenig später holte sich Neel Jani (Porsche) in 3:21.945 Minuten die Bestmarke, die bis zur Mittagspause stehen blieb, weil die Strecke nass wurde.

In der einstündigen Pause trocknete die Strecke wieder etwas ab, sodass zu Beginn des zweiten Durchgangs schnell Intermediates, wenig später sogar kurz Slicks verwendet werden konnten. In jener Phase ergaben sich die schnellsten Rundenzeiten des Tages. Brendon Hartley nutzte die Gunst der Stunde und brachte seinen roten Porsche mit der Startnummer 17 in 3:21.061 Minuten zur Tagesbestzeit - er war somit schneller als die Polerunde des Vorjahres.

Viele Runden von Nico Hülkenberg

Hinter dem Neuseeländer reihte sich der Porsche Nummer 19 mit den Neulingen Nico Hülkenberg, Earl Bamber und Nick Tandy ein. Der zweite 919 hatte 1,261 Sekunden Rückstand und einen Hauch Vorsprung auf die beiden Audis von Lotterer/Treluyer/Fässler sowie Duval/di Grassi/Jarvis. Der dritte Porsche (Jani/Lieb/Dumas) war auf Rang fünf auf Augenhöhe mit dem dritten Audi von Rast/Bonanomi/Albuquerque. Erst dahinter rangierten die Toyotas, die erneut das Tempo nicht mitgehen konnten - oder wollten.

"Diese Strecke ist ein heftiger Kontrast zum Formel-1-Kurs in Monaco. Ich mag die Strecke in Le Mans, hatte bei meinen zehn Runden am Morgen viel Spaß", berichtet Hülkenberg, der am Vormittag zunächst seine Pflichtrunden absolvierte, die seine Teilnahme am Rennen sichern. Am Nachmittag fuhr der Formel-1-Star zwei längere Stints, um sich auch bei nassen Verhältnissen auf den Circuit de la Sarthe zu gewöhnen. Hülkenberg überzeugte mit schnellen Zeiten in den Porsche-Kurven.

"Die Bedingungen haben nicht gerade geholfen, unser Programm hat etwas gelitten", sagt Mark Webber. "Generell lernen wir aber trotzdem immer viel. Eines muss ich sagen: Die Michelin-Reifen sind super, die nehmen einem viele Sorgen im Nassen einfach ab. Im Rennen wird es bestimmt aggressiv zugehen. Porsche hat so viele Siege in Le Mans errungen. Wir würden dem gern einen weiteren zufügen, aber das wird ein hartes Stück Arbeit."

Audi spielt mit Abstimmungen und Reifen

Bei Porsche ist allen bewusst, dass niemand seine Karten komplett aufgedeckt hat. Vor allem Audi wird sich einiges in der Hinterhand behalten haben. "Wir haben die Autos mit unterschiedlichen Abstimmungen auf die Bahn geschickt, um die Auswirkungen genauer bemessen zu können", sagt Oliver Jarvis. "Natürlich fahren alle gern im Trockenen, aber ich finde den Test im Regen sinnvoll. Das ist mir lieber, als das Auto erstmals womöglich im Rennen plötzlich bei Nässe hier bewegen zu müssen. Wir können immer viel lernen."

Am Vormittag waren viele Augen auf Nissan gerichtet, die ihren GT-R LM Nismo erstmals in aller Öffentlichkeit fahren ließen. Die Japaner wurden von Problemen gebremst. Zunächst sorgte Michael Krumm für eine Rotphase, als sein Nissan mit Elektrikproblemen ausrollte, später blieb das Schwesterauto mit Jann Mardenborough in Tertre Rouge aus ähnlichen Gründen stehen. Der blaue Nissan mit der Startnummer 21 drehte nur wenige Runden.

In den Zeitenlisten tauchte Nissan mit einem Rückstand auf die Spitze von über 20 Sekunden weit hinten auf. Die neuen R-One von Rebellion waren ebenso schneller als Nissan wie der CLM P1/01 von ByKolles. Das deutsche Team hatte Pech: Nach einem Reifenschaden brachte Tiago Monteiro (zweite Rotphase) den Wagen derart stark beschädigt an die Box, sodass das Team vorzeitig einpacken musste. Alle Piloten berichteten aber von erheblichen Fortschritten mit dem neuen Aeropaket.

Aston Martin mit schnellsten GTE-Zeiten

Rebellion überzeugte mit einigen starken Rundenzeiten, vor allem Mathias Beche konnte sich gut in Szene setzen. Aber auch die Schweizer erwischte ein vorzeitiges Aus, weil an beiden Fahrzeugen einige Probleme mit dem neuen AER-Antrieb auftraten. Erstaunlich der Blick auf die Topspeeds: Nissan vorn, dahinter Audi und Toyota und Porsche erst hinter dem schnellsten Rebellion. Das hatte vor dem Test niemand erwartet, zeigt aber auch, wie sehr sich Porsche beim Test zurückgehalten hat.

Die beste Rundenzeit in der LMP2-Klasse gelang Laurens Vanthoor am Vormittag am Steuer des Ligier von Oak. Allerdings hatte das Team großes Pech, weil der HPD-Motor im Heck nach kurzer Zeit ebenso streikte wie das baugleiche Triebwerk im ESM-Auto mit der Startnummer 30. Die zweitbeste Zeit realisierte der Signatech-Alpine vor dem Oreca von Murphy. "Platz drei am Morgen, am Nachmittag waren wir die Schnellsten. Ich bin mit dem Tag sehr zufrieden", bilanziert Greg Murphy.

Die Bestmarke in der GTE-Pro-Klasse sicherten sich Stefan Mücke, Darren Turner und Rob Bell im Aston Martin. Das Trio war am Nachmittag einen hauch schneller als die Corvette von Gavin/Milner/Taylor, die am Vormittag an der Spitze gestanden hatte. Dem Mix der Marken rundeten Bruni/Vilander/Fisichella mit Rang drei im Ferrari ab. Porsche war nur wenig hinter den Zeiten der drei anderen Marken zurück - im Regen waren die 911 RSR konzeptbedingt bestens dabei.

In der GTE-Am-Kategorie war mal wieder gegen den in der WEC siegreichen Aston Martin von Lauda/Dalla Lana/Lamy kein Kraut gewachsen. Der portugiesische Ex-Formel-1-Fahrer deklassierte den Rest der Klasse. Die schnellsten Verfolger kamen aus dem Lager von Ferrari. Die beiden Porsches von AAI fielen immer wieder durch Besuche des Kiesbetts am Dunlop-Bogen auf. Schlimmere Unfälle blieben am heutigen Sonntag aber aus - trotz der schwierigen Bedingungen.
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