RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

In Sapporo ist der Winter ausgebrochen

Erstmals wurde ein Shakedown auf einer Stadion-Superspecial abgehalten - wegen Schneefalls wurden die für Freitag geplanten SP 3/8 gestrichen.

Michael Noir Trawniczek

Rund um die ehemalige Olympiastadt Sapporo wird am Wochenende erstmals die japanische WM-Rallye abgehalten, die noch junge Rallye hat ihren vormaligen Austragungsort Obihiro verlassen. Die für die Piloten unbekannten Schotter-Prüfungen sind jenen von Neuseeland ähnlich, der Shakedown jedoch wurde – ein Novum in der Rallye-WM – auf der Superspecial-Prüfung im Sapporo Dome-Stadion absolviert. Die 1,46 Kilometer lange Strecke weist einen superglatten, polierten Asphalt auf, hat also mit der Charakteristik der Rallye so gut wie nichts zu tun – obschon die spektakuläre Superspecial-Prüfung im Laufe der drei Rallyetage insgesamt fünfmal absolviert wird.

Eine Besonderheit stellt die Tatsache dar, dass zwar der Großteil der Strecke, die von je zwei Autos befahren wird, unter dem Stadiondach geführt wird, zwei Kurven und eine kurze Gerade befinden sich jedoch unter freiem Himmel - auf diesen zehn Prozent der Strecke sind die Piloten der Witterung ausgesetzt. „Wenn es regnen sollte, könnte das interessant werden“, sagte dazu Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen, der an diesem Wochenende um den Erhalt seiner wagen Titelchancen kämpft.

Die Piloten zeigten sich ob des Griplevels, welches der polierte Asphalt bot erstaunt. WM-Leader Sébastien Loeb etwa erklärte: „Es ist wirklich nicht schlecht – bei der Besichtigung war es noch sehr rutschig – da haben wir aber auch Straßenreifen verwendet – mit ordentlichen Schotterpneus ist es wirklich okay.“ Hirvonen merkte an: „Es fühlte sich so an, als ob der Grip besser geworden wäre, je mehr Gummi die Autos auf der Fahrbahn hinterlassen haben.“

Bestzeit für Sordo

Die schnellste Shakedown-Zeit markierte Citroen-Pilot Dani Sordo vor dem Stobart Ford-Piloten Francois Duval, Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen, Munchi’s Ford-Pilot Henning Solberg, WM-Spitzenreiter Sébastien Loeb und Subaru-„Geheimtipp“ Petter Solberg. Sordo markierte eine Zeit von 2:34.2 Minuten. In Hinblick auf die bevorstehende Rallye sind diese Zeiten bedeutungslos.

Mehr Gewicht hat da schon jene Maßnahme, zu welcher sich die Veranstalter schon vor dem offiziellen Start gezwungen sahen: Die letzten Tage hat es in vereinzelten Regionen stark geschneit, in Japan ist der Winter ausgebrochen – so musste die 13,67 Kilometer lange Sonderprüfung „Isepo“, welche am Freitag zweimal – als SP 3 und SP 8 – vorgesehen war, ersatzlos gestrichen werden.

„Wegen des abnormalen Wetters und der daraus resultierenden Minderung der Straßenqualität wurden die Prüfungen SP3 und SP 8 aus Sicherheitsgründen abgesagt“, heißt es in einem offiziellen Statement des Veranstalters. Sébastien Loeb stimmt dieser Entscheidung zu: „Wir haben hier nur einen Schotterreifen zur Verfügung – mit dem kannst du nicht auf Schnee fahren. Aber es ist ja nur eine Prüfung…“ Diese Prüfung wäre die längste des ersten Tages gewesen. Die Piloten werden nun per Verbindungsetappe auf einer anderen Strecke zur nächsten Prüfung geleitet.

Die Rallye wird am Freitag um 9.11 Uhr Ortszeit (1.11 Uhr MEZ) mit der 13,24 Kilometer langen SP "Heper" eingeläutet. Ab 18.14 Uhr Ortszeit (10.14 Uhr MEZ) wird der erste Tag mit den beiden Superspecialprüfungen SP9 und SP 10 im Dome-Stadion von Sapporo abgeschlossen.



Shakedown-Zeiten

 1. Sordo          Citroen    2:34.2
 2. Duval          Ford       2:34.5
 3. Hirvonen       Ford       2:34.6
 4. Solberg        Ford       2:35.0
 5. Loeb           Citroen    2:35.1
 6. Solberg        Subaru     2:35.1
 7. Atkinson       Subaru     2:35.3
 8. Latvala        Ford       2:35.6
 9. Villagra       Ford       2:36.1
10. Gardemeister   Suzuki     2:37.4
11. Wilson         Ford       2:37.6
12. Andersson      Suzuki     2:38.8
13. Rautenbach     Citroen    2:43.0

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Japan

- special features -

Weitere Artikel:

Thierry Neuville fängt sich mehr als zehn Minuten Rückstand auf den Rallyesieger bei der Rallye Monte-Carlo 2026 ein - woran es bei Hyundai hapert

WRC Monte Carlo: K4 nach Shakedown

WRC Masters-Sieg als klares Ziel bei der „Monte“

Johannes Keferböck und Ilka Minor starten als einzige Österreicher bei der prestigeträchtigen Rallye Monte Carlo. Mit dem Einsatzteam Gazoo Racing France sowie Ex-Weltmeister Stephane Lefebvre und den „Spionen“ Franz Wittmann/Gerry Winter setzt das K4 Rally Team auf kompetente Unterstützung. Im Kampf um den WRC Masters Cup zählt für „Kefer“ nur der Sieg!

Der "verrückte Traum"

Wie Solberg die WRC-Elite schockte

Oliver Solberg schreibt WRC-Geschichte: Als jüngster "Monte"-Sieger aller Zeiten triumphiert der Toyota-Pilot bei extremen Bedingungen gegen die Weltelite

"Ouninpohja" gilt als Herzstück der Rallye Finnland: 2026 verschwindet die Kultprüfung aus dem Streckenplan - trotz gefeiertem Comeback nur zwei Jahre zuvor

"Richtige Monte" steht bevor

Die Herausforderungen beim WRC-Auftakt

Winterliches Wetter droht die Rallye Monte-Carlo an diesem Wochenende als Auftakt der Rallye-WM 2026 noch schwieriger zu machen als ohnehin schon

Neues Auto für WRC-Regeln 2027?

M-Sport Ford hat noch nicht entschieden

M-Sport Ford hat noch nicht entschieden, welchen Weg man für das WRC-Reglement 2027 einschlägt - "Wir schauen uns im Moment wirklich alle Optionen an - alles"