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IRC: Monte Carlo

Trauriger Ausfall von Franz Wittmann

Wegen eines mechanischen Problems musste Wittmann die Rallye vorzeitig aufgeben. Nach den ersten Bergprüfungen führt Ogier vor Loix und Sarrazin.

Michael Noir Trawniczek

Wie bereits angekündigt gab es gleich am Beginn der „Nacht der langen Messer“ einige Zwischenfälle. Leider war davon auch der bislang bravourös fahrende Franz Wittmann jun. betroffen, der gemeinsam mit seinem Beifahrer Bernhard Ettel nach der 10. Wertungsprüfung den tollen 9. Gesamtrang belegen konnte.

Noch vor der 34,68 km langen SP 11 „Col de Braus – La Bollene Vesubie“ fiel der Niederösterreicher jedoch der Defekthexe zum Opfer. Mit einem mechanischen Gebrechen an seinem Mitsubishi Lancer Evo IX musste Wittmann die Rallye Monte Carlo vorzeitig aufgeben – dabei wären mit ein bisschen Glück sogar Meisterschaftspunkte drin gewesen. Mit seinem bisher aufgewiesenen Rückstand hätte Wittmann wohl Platz 7 belegen können...

So oder so haben Wittmann und Ettel bei ihrem zweiten großen Auftritt auf der internationalen Rallyebühne respektive bei ihrem Debüt in der Intercontinental Rally Challenge deutlich aufzeigen können – so lange die beiden im Einsatz waren, lagen sie klar vor den anderen Nicht-Super 2000-Piloten. Das IRC-Debüt der von Stohl Racing betreuten Niederösterreicher kann trotz des Ausfalls als voller Erfolg bezeichnet werden.

Auch Gardemeister out

Die „Nacht der langen Messer“ ging an diesem Abend in die erste Runde – nach der 34,68 km langen SP 11 stand auch noch die 19,13 km lange SP 12 „Lantosque – Luceram“ auf dem Programm. Während auf SP 11 an der Spitze so gut wie keine Positionswechsel zu vernehmen waren, gab es auf der 12. Prüfung ein weiteres prominentes Opfer zu beklagen: Toni Gardemeister, der nach dem Suzuki-Out in der WRC auf einem Abarth Grande Punto S2000 bei der Monte Carlo Rallye antrat, sich am Vormittag auf Platz 2 vorschieben und diese Position auch auf der ersten Abendprüfung verteidigen konnte, dürfte auf der Verbindungsetappe zwischen SP 11 und SP 12 ein mechanisches Problem ereilt haben. Jedenfalls trat der Finne am Start der SP 12 nicht mehr an und wird offiziell bei den Ausfällen geführt.

Beim Start der SP 12 vermeldete auch Abarth-Werkspilot Anton Alen Probleme: „Ich hatte eine Art von Motorenproblem, es war wirklich schlimm. Ich weiß nicht genau, was es war.“ Alen verlor auf SP 12 rund zwei Minuten, mit insgesamt beinahe elf Minuten Rückstand belegt Alen jedoch immer noch den sechsten Gesamtrang.

Peugeot-Trio in Führung

Die Bestzeiten auf den beiden Turini-Prüfungen ergingen an Peugeot-Pilot Freddy Loix und an den Abarth-Piloten Giandomenico Basso. Der nach dem Abflug des bis dahin führenden Juho Hänninen in der ersten Kurve der SP 10 einzig verbliebene Skoda-Werkspilot Jan Kopecky deutete das Potential des Skoda Fabia S2000 mit der viert- sowie der drittschnellsten Zeit an.

Die Führung hat ungefährdet der Junioren-Weltmeister Sébastien Ogier in seinem Peugeot 207 S2000 inne – der Franzose weist einen Vorsprung von 1:57 Minuten auf den nunmehr wieder auf Platz 2 vorgerückten Markenkollegen Freddy Loix auf. Den dritten Platz belegt mit Stephané Sarrazin ein weiterer Peugeot-Pilot, der jedoch bereits einen Gesamtrückstand von 3:45 Minuten aufweist. Der Franzose hatte jedoch Glück, die SP 12 überhaupt beenden zu können, denn kurz vor dem Ziel der Wertungsprüfung kam er von der Piste ab und verlor dabei ein Rad seines Peugeot 207 S2000-Boliden.

Der dritte Gesamtrang ist Sarrazin noch lange nicht sicher, denn der oben erwähnte Skoda-Pilot Jan Kopecky liegt als Gesamt-Vierter nur noch zwei Sekunden hinter dem ehemaligen Formel 1-Piloten zurück – der Tscheche wird auf den beiden noch zu absolvierenden Wertungsprüfungen alles versuchen, beim IRC-Debüt des Skoda Fabia S2000 das Podest zu stürmen.

Von hinten droht Kopecky wenig Gefahr – Basso liegt als Fünfter über eine Minute hinter Kopecky zurück. Die Fiat Grande Punto S2000-Piloten Anton Alen, Frederic Romeyer und Oliveir Burri belegen die restlichen Punkteränge. Mit Luca Betti belegt ein Renault Clio-Pilot Rang 9, gefolgt von Patrick Artru, der nach dem traurigen Ausfall von Franz Wittmann nun der bestplatzierte Mitsubishi-Pilot ist.

Ab 23.15 Uhr werden die beiden Bergprüfungen ein zweites Mal in Angriff genommen – der Sieger der Monte Carlo Rallye 2009 wird erst nach Mitternacht feststehen.



Stand nach SP 12

 1. Ogier                Peugeot S2000      3:52:47.2
 2. Loix                 Peugeot S2000       + 1:57.4
 3. Sarrazin             Peugeot S2000       + 3:45.8
 4. Kopecky              Skoda S2000         + 3:47.8
 5. Basso                Abarth S2000        + 5:01.3
 6. Alen                 Abarth S2000       + 10:59.9
 7. Romeyer              Fiat S2000         + 19:01.1
 8. Burri                Abarth S2000       + 19:35.6

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