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Rallye-WM: Akropolis

Wer ist Lambros Athanassoulas?

Lokalamatador Athanassoulas gewann die PWRC-Wertung – im Titelrennen sind nur noch Al-Attiyah und Araujo, Sandell knapp aber doch draußen.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Athanassoulas, Photo4

Nachdem er zuvor völlig unerwartet seine Heimrallye anführen konnte, musste sich Lokalmatador Lambros Athanassoulas auf der letzten Samstagsprüfung nach Motorproblemen nicht nur damit abfinden, dass sein 40 Minuten-Vorsprung dahin war, sondern er nur noch auf Platz zwei geführt wird.

Allerdings lag der private Skoda Fabia Super 2000 nur rund acht Sekunden hinter dem neuen Führenden Nasser Al-Attiyah zurück. So fasste Athanassoulas noch einmal Mut: „Wenn der Wagen morgen funktioniert, holen wir uns die Führung zurück!“

Auf der ersten Prüfung des Sonntags konnte Athanassoulas seinem Gegner im Kampf um den Sieg nur 1,8 Sekunden abknöpfen. Doch auf der 33 km langen SP „Aghii Theodori“ machte er seine Drohung wahr: Mit einer Bombenbestzeit knöpfte er Al-Attiyah satte 11,9 Sekunden ab! Auch auf SP 15 und auf der letzten zu fahrenden SP 17 stanzte der Grieche die Bestzeit in den ihm vertrauten Schotter – sodass Lambros Athanassoulas die PWRC-Rallye in Griechenland mit 22,3 Sekunden Vorsprung auf Al-Attiyah gewinnen konnte.

Im Zielraum der letzten Prüfung erklärte der glückliche Sieger zunächst: „Ich kann gar nichts sagen, ich wollte im nächsten Jahr in der PWRC…“ Plötzlich verschlug es dem Lokalmatador die Sprache, er schloss die Tür um seinen Tränen des Glücks freien Lauf zu lassen. Ein schöner Moment im Leben eines Rallyepiloten – doch wer ist eigentlich Lambros Athanassoulas?

Spätzünder

Wer an ein blutjunges Rallyetalent denkt, hat sich geschnitten. Athanassoulas ist bereits 32 Jahre alt, studierte Ingenieurstechnik und Finanzwesen, mit dem Rennsport begann er erst im Alter von 25 Jahren, als er einen Wettbewerb eines Automagazins gewann und in der Folge eine Saison in einem Werks-Toyota Yaris A5 absolvierte. 2003 gewann er auf einem Ford Puma Kitcar die A5-Klasse in der griechischen Rallye-Meisterschaft. 2004 bestritt er vier Rallyes auf einem Ford Fiesta Super 1600. Danach nahm er an der internationalen Ford Fiesta Sporting Trophy teil und lernte so einige der WM-Rallyes kennen, in Deutschland konnte er seinen ersten Sieg in diesem Markenpokal erringen…

Showdown zwischen Al-Attiyah und Araujo

Nasser Al-Attiyah zeigte sich mit dem zweiten Platz durchaus zufrieden, denn so konnte er die Führung in der PWRC-Tabelle verteidigen. Der Subaru-Pilot erklärte: „Der zweite Platz ist okay – der andere Pilot war schnell unterwegs. Wir haben uns Sorgen gemacht um unseren Wagen und Araujo kam auch immer näher.“

Armindo Araujo erkundigte sich zunächst im Zielraum der letzten Prüfung: „Wer hat die Rallye gewonnen?“ Als er von Athanassoulas erfuhr, erklärte der Argentinier beruhigt: „Okay, heute war das Auto unmöglich zu fahren, wir konnten nicht mehr Vollgas geben. Natürlich freue ich mich, dass Lambros gewonnen hat. Jetzt liegen wir zwar vier Punkte zurück – aber die kann man aufholen.“

Der Hintergrund: Al-Attiyah und Araujo sind nun die einzigen verbliebenen Titelfighter in der PWRC. Al-Attiyah führt mit 39 Punkten vor Araujo mit 35 Zählern. Beide Piloten haben jeweils nur noch eine zu zählende Rallye vor sich, zwei Rallyes stehen noch im PWRC-Kalender.

Sandell aus dem Titelrennen

Mit 32 Minuten Rückstand kam schließlich RBRT-Pilot Patrik Sandell ins Ziel. Er nahm sich kein Blatt vor den Mund: „Eine richtig Scheißrallye für uns – ich gratuliere dem Sieger. Wer hat eigentlich gewonnen?“ Auch Sandell reagierte erfreut auf den Sieg des Griechen: „Das ist gut, das ist gut.“

Weil allerdings auch Sandell nur noch eine Rallye in Anspruch nehmen kann, ist er als Tabellendritter mit 28 Punkten aus dem Titelrennen ausgeschieden.

Die nächsten Stationen der PWRC werden in Neuseeland und beim Finale in Wales abgehalten.

WRC-Bericht sowie Ergebnisse & WM-Stand finden Sie in der Navigation rechts

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