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WRC: Rallye Monte-Carlo

Der Tag des Glücksspiels

Auf der Vormittagsschleife setzte sich Ogier zwar ab, doch auf der Marathon-Prüfung (SP11) war Meeke wieder schneller - Mikkelsen mit Reifenpoker und Traumzeit.

Fabian Bonora

Es sieht nach einem Duell der Spitzenklasse aus. Ein entfesselter Kris Meeke, der sämtlichen Druck von Citroen und jeden Gedanken an das Fahrerkarussell vergessen hat, kämpft gegen den Titanen und Lokalmatador Sebastien Ogier. Doch am dritten Tag der „Monte“ zeigt sich auf dem Zeitentableau wieder ein gewohntes Bild.

Kris Meeke konnte am Vormittag das Tempo des amtierenden Weltmeisters nicht mitgehen. Ogier fuhr im Zehn-Sekunden-Takt schneller als der Citroen-Pilot. „Teilweise war Schnee auf die Straße befördert worden. Die Straße war sehr schmutzig. Ich habe mein Bestes gegeben", berichtet Meeke über die Verhältnisse.

"Ich bin zu weit nach außen gerutscht und habe etwas getroffen“, so Meeke im Ziel von SP10. "Es war eine extrem schwierige Stage. Nach dem Rutscher habe ich etwas Vertrauen verloren", gestand der Citroen-Pilot, der nun 26,8 Sekunden Rückstand hat. Auf der zweiten Schleife der Marathon-Prüfung konnte Meeke nämlich zurückschlagen. Der Brite war 3,4 Sekunden schneller als Ogier – nach 51,55 SP-Kilometern wohlgemerkt.

Jari-Matti Latvala fährt währenddessen eine vorsichtige und unspektakuläre Rallye, ein Angriff auf die beiden Spitzenpiloten wird sich der Finne wohl sparen: „Ich weiß nicht, ob ich jemals bei so anspruchsvollen und rutschigen Bedingungen gefahren bin. Meine Zeiten gehen aber in Ordnung.“

Allerdings verlor der Finne auf SP11 wegen eines Ausritts knapp zwei Minuten, er fällt so auf den fünften Platz zurück. Latvala kam in einer engen Rechtskurve von der Straße ab und fiel in den Graben. Der VW grub sich sofort wieder aus und wurde über eine Welle in die Luft katapultiert, dabei war ein Querlenker gebrochen. Zudem kollidierte Latvala in dieser brenzligen Situation sogar noch mit einem Zuschauer.

Im Ziel führten Latvala und Co-Pilot Anttila hektische Reparaturarbeiten durch. Danach war aber wieder alles okay, Latvala kann ohne weitere Probleme fortsetzen. Mikkelsen der sich vorher noch mit Thierry Neuville duellierte, erbt mit einer tollen Zeit auf derselben Prüfung den dritten Platz.

Jari Matti Latvala crash - SS11 WRC Rally de Montecarlo

#wrc #latulasport Momento en el que Latvala sufría este accidente en el SS11 en la misma zona donde se salió Cohete. El finlandés pierde la tercera plaza en favor de Mikkelsen y la cuarta en favor de Thierry Neuville

Posted by La Tula Sport on Saturday, January 23, 2016


Reifenpoker von Mikkelsen bleibt erfolglos

Andreas Mikkelsen war aber heute vormittag schon im Glücksspiel-Fieber. Im Gegensatz zu seinen direkten Konkurrenten fuhr er mit vier Spike-Reifen. Mikkelsen wollte auf der verschneiten SP 10 die Spitze überrumpeln, dem Norweger gelang dies auch – mit der Traumzeit war er 43,9 Sekunden schneller als der Zweitplatzierte Ogier.

So hart hatte Mikkelsen selten gepusht, denn als er im Ziel ein Interview gab, bemerkte der Reporter ein deutliches Zittern: „Wir haben im Bergab-Teil die Zeit geholt. Ich habe angegriffen. Generell bin ich mir aber nicht sicher, ob meine Reifenwahl richtig war." Jedoch verlor der VW-Pilot in der über 50 Kilometer langen neunten SP einfach zu viel Zeit, somit blieb der Abstand zu den Top Drei beinahe gleich.

Für Dani Sordo verläuft die Rallye Monte Carlo nicht nach Plan. Gleich auf SP9 crashte der Spanier und beschädigte die Aufhängung an seinem i20 WRC. „Wir haben eine Böschung getroffen, dabei ist die Felge gebrochen", lautet sein Bericht. "Wir werden in der Verbindungsstrecke versuchen, die Schäden zu beheben." Nach der notdürftigen Reparatur konnte Sordo aber weiterfahren. Das nächste Problem war auf SP10 aber schon gefunden: „Das Getriebe! Ich musste zu Beginn manuell schalten.“ Bester Ford-Pilot bleibt Mads Östberg auf Rang sechs.

Duell in der WRC2

Auf der Vormittagsschleife wechselte die Führung in der WRC2 gleich mehrmals. Nach seinem gestrigen Crash mit Robert Kubica ging das Pech für den Waliser heute weiter. Ein Reifenschaden zwang ihn zum Anhalten, er wechselte noch auf der Sonderprüfung. Armin Kremer nutzte dies und fuhr im BRR-Skoda auf die Führungsposition, allerdings nicht ohne Schrecksekunde - Kremer kollidierte mit der rechten Fahrzeugseite mit einem Mast.

Doch Evans konterte blitzartig auf der nächsten SP, er fuhr die siebtschnellste Zeit – und das ohne vier Spike-Reifen. Kremers Vorsprung war nicht allzu groß und der Deutsche ließ aufgrund eines Drehers wertvolle Zeit liegen. Ford-Pilot Evans hat nun schon wieder gut eine Minute Vorsprung.

Jose Suarez sorgte für Wirbel im Ziel. Während einer brillianten Fahrt auf der zehnten Sonderprüfung, der Peugeot-Junior war mit Spike-Reifen unterwegs und somit sogar 16,3 Sekunden schneller als Evans, lief er auf den vor ihm fahrenden Quentin Giordano auf. Diesen schob Suarez dann unsanft ins Aus, natürlich nicht zur Freude von Giordano: „Er hat mich auf einer vereisten Stelle einfach von der Strecke in ein Loch gedrückt!“

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