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Rallye-WM: Interview

Kroatien, Neuseeland buhlen um WM-Lauf

Rückkehr nach Neuseeland oder zum ersten Mal nach Istrien: Wer erhält den Zuschlag für den letzten freien Platz im WM-Kalender 2018?

14 Rallyes soll der WM-Kalender im kommenden Jahr umfassen – um den letzten freien Platz läuft alles auf einen Zweikampf zwischen Neuseeland und Kroatien hinaus. Für beide Länder gebe es gute Argumente, sagte Oliver Ciesla von der WRC Promoter GmbH. Die Neuseeland-Rallye war zuletzt 2012 Teil des WM-Kalenders; die Kroatien-Rallye zählte lange zur Europameisterschaft, das letzte Mal im Jahr 2013.

Auf Neuseeland hat Ciesla ein besonderes Auge geworfen, seitdem mit Hyundai-Pilot Hayden Paddon ein Einheimischer zu den Topfahrern der Rallye-WM zählt. Der 30jährige hat sich konstant in den Punkterängen der Fahrerwertung etabliert und könnte das Zuschauerinteresse bei einem möglichen WM-Lauf in seiner Heimat in die Höhe treiben. "Wir würden gerne mit Hayden dorthin gehen. Auch wenn wir nicht die meisten Zuschauer an der Strecke hätten, gibt es dort wunderbare Straßen, die tolle TV-Bilder lieferten; das gefällt mir sehr", bekannte Ciesla bei Autosport.

Doch auch für Kroatien gebe es viele gute Argumente, sagte Ciesla, obwohl er ursprünglich bekundet hatte, keine weiteren WM-Rallyes mehr nach Europa vergeben zu wollen. "Kroatien erfüllt jedoch sämtliche Kriterien, von der Infrastruktur bis hin zu den Straßen", erläuterte er den Schwenk. Im April ist Ciesla bereits für Gespräche in Zagreb gewesen: "Wir könnten dort eine abwechslungsreiche Veranstaltung auf die Beine stellen, einen Tag auf Schotter, zwei Tage auf Asphalt – und wir könnten sogar etwas ganz Neues schaffen, eine Art Bergrennen innerhalb einer Etappe."

Darüber hinaus betont Ciesla weitere Vorteile Kroatiens, etwa die gute Erreichbarkeit für die Teams und die langjährige Rallyetradition vor Ort. Das Rallyezentrum befindet sich in Poreč, die Route verläuft durch Istrien, eine von Urlaubern gerne besuchte Region. Ob Kroatien oder doch Neuseeland den Zuschlag für den 14. Lauf der Rallye-WM 2018 erhält, soll sich im September entscheiden. Hoffnungen auf eine mittelfristige Rückkehr können sich jedoch beide machen: Der WM-Kalender soll bis zum Jahr 2022 von 13 auf 16 Läufe ausgeweitet werden.

Vorerst aus dem Rennen ist hingegen China, das 2016 u.a. wegen weitreichender Flutschäden in der Region um Huairou kurzfristig aus dem Rennkalender geflogen ist. "Wir wollen immer noch gerne dort fahren, es ist ein riesiger Markt, aber dann bräuchten wir die volle Unterstützung der Regierung. Aktuell gibt es andere Rallyes, die weniger Anstrengung und größere Gewinne versprechen", so Ciesla. Auch in der Türkei soll ihm zufolge vor dem Jahr 2019 kein WM-Lauf mehr ausgetragen werden, das Land bleibe – trotz der jüngsten politischen Entwicklungen – jedoch eine Option.

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