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Rallye-WM: News

Polen-Rallye fliegt aus WM-Kalender

Oliver Ciesla von der WRC Promoter GmbH hat bestätigt, dass die Polen-Rallye 2018 nicht mehr Teil des Rallye-WM-Kalenders sein wird.

Was bereits als offenes Geheimnis galt, wurde nun durch Oliver Ciesla, einem hochrangigen Vertreter des Rallye-WM-Veranstalters, bestätigt: Die Polen-Rallye wird per sofort aus dem WM-Kalender gestrichen, stattdessen wird im nächsten Jahr zum ersten Mal seit 2010 wieder in der Türkei gefahren. "Leider verlieren wir Polen – einen wichtigen Markt, der sich in den vergangenen Jahren gewaltig entwickelt hat", so Ciesla gegenüber Autosport.

"Aus Sicherheitsgründen hat die FIA jedoch entschieden, im nächsten Jahr nicht mehr dorthin zu gehen", so Ciesla weiter. Nach Sicherheitsverstößen bei früheren Ausgaben ist die Polen-Rallye heuer unter verschärfter Beobachtung durch den Automobilweltverband gestanden – doch auch 2017 kam es zu Zwischenfällen.

So ist etwa ein Feuerwehrauto während einer laufenden Prüfung gegen deren Fahrtrichtung auf die Strecke eingebogen, eine andere SP musste aus Sicherheitsbedenken sogar abgesagt werden. Ciesla bricht jedoch überraschend eine Lanze für den lokalen Veranstalter: "Um es klar zu sagen: Für diese Sicherheitsverstöße waren nicht die Organisatoren verantwortlich, sondern undisziplinierte Zuschauer. Dennoch mussten wir im Sinne der Sicherheit handeln."

Ersetzt wird die Polen-Rallye – eine positive Inspektion und Abstimmung der FIA vorausgesetzt – durch einen Lauf in der Türkei, wo die Rallye-WM zuletzt im Jahr 2010 zu Gast war. "Dort findet Anfang Oktober eine Rallye statt, die in Frage kommen könnte. Das ist eine Kandidatenrallye, bei der die FIA schauen kann, ob diese Veranstaltung den Anforderungen der Rallye-WM entspricht", hatte Hyundai-Teamchef Michel Nandan schon Anfang der Woche erklärt.

Unterdessen wurden bei der Sitzung der "WRC Commission" die erste Hälfte des WM-Kalenders 2018 festgelegt. "Die ersten sechs Veranstaltungen in Monte Carlo, Schweden, Mexiko, Argentinien, auf Korsika und in Portugal stehen fest", sagte Nandan. "Für Italien steht das Datum noch nicht fest, anschließend ist noch alles offen." Insgesamt wird der Kalender bis Anfang Juni aber in etwa jenem der laufenden Saison entsprechen.

Danach droht jedoch eine Lücke von gut sechs Wochen, da der türkische WM-Lauf anders als die Polen-Rallye nicht Ende Juni, sondern voraussichtlich erst im September zwischen Deutschland- und Katalonien-Rallye stattfinden wird. In Kroatien wird 2018 noch keine Rallye mit WM-Prädikat, über die spekuliert worden war, stattfinden – der von der FIA besprochene Kalender wird fix nur 13 Rallyes umfassen.

"Über zwei weitere Veranstaltungen wird noch diskutiert: Kroatien und Neuseeland", so Ciesla. "Kroatien erscheint grundsätzlich machbar, allerdings konnten wir die zweite Saisonhälfte nicht derart umstrukturieren, dass wir das noch reinquetschen könnten." Im Falle von Neuseeland, in der Vergangenheit eine allseits sehr beliebte Rallye, scheitert es an den Kosten. "Bei den Beratungen mit den Teams wurde klar, dass die Kosten für eine 14. Rallye bei ihnen nicht budgetiert sind und es daher keine Unterstützung dafür gibt", lautet Cieslas Erklärung.

Grundsätzlich wäre zumindest Hyundai von einem zusätzlichen WM-Lauf außerhalb von Europa angetan. "Eine weitere Rallye in Asien oder Amerika wäre in unserem Interesse. Es geht darum, die Marke Hyundai zu vermarkten, und das sollte weltweit passieren", sagte Teamchef Nandan. Allerdings gab auch er das Argument der Kosten zu bedenken: "Es ist einfach zu sagen, wir wollen mehr Rallyes, aber am Ende sind es immer die gleichen Leute, die bezahlen müssen. Wenn man mehr Rallyes haben will, sollte man eine in Europa streichen."

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