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Rallye-WM: Interview

Capito: VW bekommt starke Konkurrenz

Ex-Volkswagen-Manager Jost Capito rechnet damit, dass mit dem überarbeiteten WRC-Reglement ab 2017 die Karten neu gemischt werden.

Volkswagen hat mit seinem Einstieg in die Rallyeweltmeisterschaft die jahrelange Vorherrschaft von Citroën beendet. Die Deutschen waren von ihrer ersten Rallye an konkurrenzfähig, der Polo WRC ist auch noch in seiner vierten Saison das Maß der Dinge, und VW wird heuer erneut die Marken-WM gewinnen; auch Sébastien Ogier ist auf dem Weg zu seinem vierten Fahrertitel in Folge. Dennoch geht mit der Saison 2016 potenziell eine Ära zu Ende, denn mit den überarbeiteten Autos könnten die Karten im nächsten Jahr neu gemischt werden.

VW ist angesichts der jüngsten Erfolge der Platzhirsch, den es zu verdrängen gilt. Vor allem Citroën entwickelt bereits seit längerem mit Hochdruck für 2017. Da die Franzosen künftig nicht mehr parallel in der Tourenwagen-WM unterwegs sind, bekommt Volkswagen wohl einen besonders ernstzunehmenden Gegner. Auch Hyundai macht aktuell mit der zweiten Generation des i20 einen Schritt nach vorne. Außerdem wird Toyota ein WM-Comeback feiern. 2017 könnte also der Startschuss für eine neue Ära in der Rallyeweltmeisterschaft fallen.

Die Volkswagen-Geschicke leitet künftig Sven Smeets, nachdem sich Jost Capito zu McLaren in die Formel-1-WM verabschiedet hat. Capito weiß, dass weitere VW-Erfolge nicht automatisch garantiert sind: "Die Konkurrenz wird stärker, und die Teams bereiten sich alle unterschiedlich auf das nächste Jahr mit dem neuen Reglement vor", betonte er bei Auto Bild motorsport. "Wir haben letztes Jahr schon aufgehört, an den bisherigen Autos zu arbeiten, sondern uns nur noch auf das 17er-Auto konzentriert."

VW musste gleichzeitig die Rallye-WM-Einsätze schultern und daheim das neue Auto entwickeln und testen. Citroën und Toyota haben einen anderen Weg gewählt: Deren Motorsportabteilungen konnten sich fast ausschließlich auf 2017 konzentrieren. Ob das ein Vorteil war, wird sich erst im kommenden Frühling zeigen. "Citroën geht einen anderen Weg. Sie können frei testen, weil sie nicht an der Meisterschaft teilnehmen", wies Capito auf den möglichen Vorteil hin. "Sie arbeiten jetzt zu 100 Prozent an den 2017er Autos, ohne die Belastung an den Rallyes teilnehmen zu müssen."

Deshalb rechnet Capito damit, dass vor allem Citroën ein harter Gegner für VW sein wird. "Toyota kommt von Null. Die brauchen sicher ein Jahr oder zwei, um ganz nach vorne zu kommen, aber ich glaube das Potential haben die auch. Hyundai hat dieses Jahr ein hervorragendes Auto gebaut. Ich glaube, die Karten werden neu gemischt, aber wir haben das Auto soweit, dass es mit der Homologation auch für drei Jahre konkurrenzfähig ist."

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