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Rallye-WM: News

Keine Ausnahmeregelung für neuen Polo

Bei einem Treffen am Rande der Rallye Monte Carlo haben die WRC-Hersteller eine nachträgliche Homologation des neuen VW Polo abgelehnt.

Fotos: VW

Die von Volkswagen entwickelten Polo R WRC des Jahrgangs 2017 werden vorerst nicht in der Hand von Privatteams in der Rallye-Weltmeisterschaft zum Einsatz kommen. Bei einem Treffen zwischen Vertretern des Automobilweltverbands FIA und der Hersteller Citroen, Hyundai, M-Sport und Toyota am Rande der Rallye Monte Carlo wurde am Donnerstag keine Einigkeit über eine Ausnahmeregelung erzielt, die eine nachträgliche Homologation des fertig entwickelten Autos ermöglicht.

FIA-Rallye-Direktor Jarmo Mahonen bezeichnete die Atmosphäre bei dem Treffen gegenüber Autosport zwar als gut und positiv, "aber die Leute haben Bedenken vorgetragen, und das war auch ihr gutes Recht", so der Finne.

Die WRC-Autos des Jahrgangs 2017 hätten bis zum 1. Januar 2017 durch die FIA homologiert werden müssen, damit sie in diesem Jahr in der Rallye-WM eingesetzt werden dürfen. Diesen Termin hatte Volkswagen nach dem werksseitigen Rückzug aus der WRC und zu diesem Zeitpunkt unklarer Finanzierung der Einsätze durch Privatteams aber verpasst.

Citroen und Hyundai äußern Bedenken

Mittlerweile gibt es indes konkrete Pläne privater Rennställe, die neuen Boliden an den Start zu bringen. "Ich arbeite hart daran, den 2017er-Polo später im Jahr einzusetzen. Es wäre schön, wenn ich einige Rallyes damit fahren könnte", hatte der ehemalige VW-Werksfahrer Andreas Mikkelsen noch am Mittwoch gesagt.

Um das Auto nachträglich zu homologieren, ist jedoch nicht nur die Zustimmung der FIA, sondern auch das Einverständnis alle eingeschriebenen Hersteller notwendig. Doch vor allem Citroen und Hyundai haben noch Fragen zu den geplanten Einsätzen und verweigerten daher zunächst ihre Zustimmung. "Wir müssen wissen, wer fahren soll, welche Rallyes es sein sollen und welchen Einschränkungen sie im Vergleich zu uns unterliegen", wird Citroen-Teamchef Yves Matton von Autosport zitiert.

Der Belgier macht vor allem geltend, dass die regulär homolgierten Fahrzeuge in einigen Bereichen nicht mehr weiterentwickelt werden dürfen, während Volkswagen oder ein Privatteam aktuell theoretisch noch uneingeschränkt an den Polos arbeiten dürften. "Vielleicht sollten wir die Regeln für die Teilnahme an der Meisterschaft überdenken, aber das können wir nicht in einer halbstündigen Sitzung machen", so Matton.

FIA sucht nach einer Lösung

Hyundai-Teamchef Michel Nanden verwies gegenüber Autosport darauf: "Momentan ist das nach den Regeln nicht möglich." Wie auch Matton sperrt sich auch Nandan nicht kategorisch gegen den Start der VW Polos und würde ihn grundsätzlich als Bereicherung für die Meisterschaft ansehen. "Wenn wir aber anfangen, für jeden eine Ausnahme zu machen, wird es schwierig", so der Hyundai-Teamchef. Wer ein Auto homologieren wolle, müssen sich nun einmal in die Meisterschaft einschreiben.

Toyota hingegen steht einem Einsatz der VW Polo offen gegenüber. "Wir glauben, je mehr Teams in der Meisterschaft sind, umso stärker ist sie", so Teamchef Tommi Mäkinen gegenüber Autosport. "Wir hätten nichts dagegen, wenn Volkswagen kommt und gegen uns fährt." Ganz gestorben ist der Plan zum Einsatz der in Hannover entwickelten Fahrzeuge allerdings noch nicht. FIA-Mann Mahonen will nun mit Volkswagen das weitere Vorgehen besprechen.

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