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Der große Showdown

In der ungarischen ORB steigt im Waldviertel der Showdown zwischen Norbert Herczig und Miklos Kazar. motorline.cc sprach mit Herczig und Beppo Harrach.

Text: Michael Noir Trawniczek
Fotos: DuEn Rallye, Daniel Fessl/www.motorline.cc

„We know the fog“, sagt Norbert Herczig – und meint damit nicht den genialen Film von John Carpenter aus den Achtzigerjahren. Zwar fährt Herczig zum ersten Mal im Waldviertel, doch auch in seiner Heimat Ungarn kann es Nebel geben - die Sonderprüfungen der Waldviertel-Rallye seien jedenfalls ganz nach seinem Geschmack.

Genau genommen sind es die Prüfungen des zweiten Tages respektive der Waldviertel-Challenge – denn am heutigen Samstag starten die Teilnehmer der ungarischen Meisterschaft (ORB) und der Waldviertel-Challenge (darunter auch Kurt Göttlicher) nach dem Feld der herkömmlichen W4-Rallye.

In der ungarischen Rallye-Staatsmeisterschaft kommt es zum großen Showdown zwischen Norbert Herczig und dem Tabellen-Leader Miklos Kazar – und damit zu einer Neuauflage des heimischen Duells Raimund Baumschlager gegen Beppo Harrach.

Herczig pilotiert den Skoda Fabia S2000 aus dem Baumschlager Rallye Racing-Team (BRR), der 39-Jährige, der zuletzt im Jahr 2009 ungarischer Staatsmeister wurde, fühlt sich bereit für den großen Showdown: „Wir erhalten von Raimund und BRR eine großartige Unterstützung, das Auto ist eines der besten, die es gibt.“ Dass er im Anschluss an das reguläre Feld als erster Wagen auf die Strecke muss, betrachtet Herczig als „Herausforderung“…

Im Team von Beppo Harrach fährt Miklos Kazar, der in der Tabelle einen Vorsprung von zehn Punkten innehat. Teamchef Beppo Harrach sagt: „Zehn Punkte sind nicht so schlecht als Vorsprung: Wir könnten selbst mit Platz zwei in der Rallye sowie Platz zwei auf der Powerstage immer noch Meister werden. Man könnte also rein taktisch fahren, um kein Risiko einzugehen.“

Keine Taktik: „Ich will Platz eins!“

Doch der Pilot hält davon offenbar wenig – Harrach lacht: „Ja, als ich ihn gefragt habe, welche Strategie ihm lieber ist, hat er sofort geantwortet: ‚I want place one!‘ Das ist letztendlich auch die richtige Einstellung. Wir haben gestern einen Test absolviert. Miklos ist voller Selbstvertrauen und damit bereit für das große Duell.“

Im Rahmen solcher Testfahrten lässt es sich der Staatsmeister des Jahres 2011 nicht nehmen, auch selbst mit dem Ford Fiesta R5 zu fahren. Bislang habe er persönlich insgesamt 300 Testkilometer mit dem Fiesta absolviert, verrät Harrach im Gespräch mit motorline.cc.

Wie auch ein Raimund Baumschlager oder ein Manfred Stohl muss sich auch Beppo Harrach quasi zweiteilen – auf die Frage, ob es ihn nicht jucken würde, wieder aktiv Rallyes zu fahren, antwortet Beppo: „Der Pilot Beppo möchte natürlich gerne fahren, doch es gibt derzeit keinen Sponsor, der das finanziert. Man muss hier schon eine Kosten/Nutzen-Rechnung anstellen.“

Harrach verblüfft: „R5 leichter zu fahren als Evo“

Während viele Piloten bei ihrem Umstieg von einem Mitsubishi Lancer Evo auf einen S2000 respektive R5 mit Umstellungsproblemen zu kämpfen hatten, verblüfft Harrach mit der Aussage: „Der R5 ist viel leichter zu fahren – natürlich darfst du nicht, wie man das bei einem Evo manchmal tut, nur 80 oder 90 Prozent fahren, das funktioniert mit einem R5 nicht. Nein, du musst vom ersten Meter an voll aggressiv fahren – und das kommt mir entgegen, ich bin ja auch im Evo fast immer am Limit unterwegs gewesen. Für mich ist es am Limit einfacher. Es sagt ja auch schon die Gewichtsverteilung sehr viel aus: Beim Evo hast du vorne 60 und hinten 40 Prozent, beim R5 ist das Verhältnis 50:50.“

Dass man im R5 die Bremspunkte weit nach hinten verlegen kann, scheint Beppo Harrach dann wahrscheinlich auch zu begeistern? Beppos Augen beginnen zu leuchten: „Absolut! Ich bin heuer eine kleinere Rallye gefahren und da gab es eine lange Gerade, wo die Evos 217 km/h fuhren, während ich bei 177 km/h in den Begrenzer kam. Ich fuhr also im Begrenzer auf die Schikane am Ende der langen Geraden zu – und da sah ich dann die Bremslinie des Evos und bin dann gefühlte 100 Meter später in die Eisen gestiegen, da musste ich schon lachen. Und das Beste ist: Wir sind danach draufgekommen, dass ich immer noch zu früh gebremst habe.“

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