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Kronos, Loeb & die große Herausforderung

Für Kronos Racing wird die Rallye Monte Carlo zur Bewährungsprobe. Mit Weltmeister Sébastien Loeb im Stall gibt es nur ein Ziel - den Sieg!

Michael Noir Trawniczek

Bei der 74. Rallye Monte Carlo wird ein neues Kapitel in der Geschichte des Rallye-Sports aufgeschlagen. Das belgische Team Kronos Racing unternimmt dabei einen Quantensprung - Teamchef Mark van Dalen erklärt: "Im Jahr 2005 war Kronos Racing das beste Privatteam. In diesem Jahr steigen wir eine Stufe höher. Seit wir erfahren haben, dass Seb' und Daniel zu uns stoßen werden, hat unser 30köpfiges Team härter denn je zuvor gearbeitet." Der Hintergrund: Kronos tritt an die Stelle des Citroen-Werksteams und ist nun die neue Heimat jenes Mannes, der im Vorjahr die Rallye-WM nach Belieben dominiert hat: Sébastien Loeb. Die beiden M1-konformen Xsaras tragen die Startnummern 1 und 2.

Doppel-Weltmeister Loeb hat mit seinem Kopiloten Daniel Elena die Monte in den Jahren 2003, 2004 und 2005 gewonnen - er gilt so gesehen als Topfavorit. Doch Loeb ist sich darüber im Klaren, dass die vielen Änderungen in der Rallye-Welt auch viele Fragezeichen hervorbringen. Loeb: "Ich bin vorsichtig, aber auch zuversichtlich. Meinen Titel in einem Privatteam zu verteidigen, ist eine wirkliche Herausforderung - ein Ziel, dass ich liebend gerne erreichen würde."

Schon bei den Tests im Vorfeld mussten diesmal andere Aufgaben gelöst werden - Loeb berichtet: "In den Jahren zuvor haben wir bei den Monte-Tests nur noch Feintuning betrieben. Wegen der Rückkehr der mechanischen Differenziale gab es diesmal jedoch sehr viel zu tun. Wir begannen mit einer Grundeinstellung und haben die meiste Zeit an der Fahrzeug-Balance gearbeitet, das war uns am wichtigsten. Wir haben zwar nicht auf Schnee getestet, aber ich denke, dass wir einen guten Kompromiss gefunden haben. Wir sind auf flachen, holprigen und schlammigen Straßen mit vereisten Kurven gefahren."

Was die Konkurrenten wahrscheinlich weniger gern aus dem Munde des Sébastien Loeb hören werden: "Ich musste meinen Fahrstil nicht ändern. Ich kann den Xsara mit den passiven Differenzialen genauso steuern wie ich das mit der Version aus dem Vorjahr konnte."

"Diese Rallye kann gewonnen werden!"

Und so glaubt auch Teamchef Van Dalen an einen Sieg: "Wir sind froh, mit einem Event zu beginnen, den Seb' und Daniel mögen und den sie in den letzten vier Jahren beherrscht haben. Dieser Event kann, wahrscheinlich mehr als jeder andere, gewonnen werden - mit einem perfekt organisierten Team."

Zu diesem Team gehören auch Xavier Pons und Carlos Del Barrio, die den zweiten M1-konformen Xsara steuern werden. Pons nimmt zum dritten Mal an der Rallye Monte Carlo teil. Sein Ziel lautet, ins Ziel zu kommen - im Gegensatz zu den Vorjahren. Pons spricht von einer großen Ehre, neben Loeb nominiert zu sein - der Spanier soll auch in punkto Reifenwahl von der Erfahrung Loebs profitieren.

Zudem wird dank spanischer Geldgeber der Junioren-Weltmeister Daniel Sordo mit Kopilot Marc Marti einen privat gemeldeten Xsara steuern. Dies erlaubt es dem Spanier, dass der Wagen nach 2005er-Reglement mit elektronischen Differenzialen ausgestattet sein darf, er wird folglich in der M2-Klasse gewertet werden.

Kronos Racing steht vor der größten Herausforderung in der zehnjährigen Teamgeschichte. Im Vorjahr holte Manfred Stohl für das Team den sechsten Platz - doch heuer liegt die Latte viel höher, es geht um den Sieg. Marc van Dalen verspricht: "Ganz klar - diese Rallye wird sehr hohe Standards von uns verlangen. Wir werden das Maximum geben, um diese Prüfung zu bestehen."

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