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Loeb feiert 31. Sieg - Strafe für Ford

Sébastien Loeb feiert seinen 31. WRC-Sieg, Marcus Grönholm bleibt nach Platz 2 WM-Leader, Hirvonen wird Dritter vor P. Solberg. Stohl 10. - später wurden alle Ford Focus RS WRC 06-Piloten mit je 5 Strafminuten belegt - siehe Eintrag am Ende des Artikels bzw. "Ergebnis korrigiert" in der Navigation rechts.

Michael Noir Trawniczek

Ganz am Schluss, als nach dem Service am Vormittag noch einmal die beiden morgendlichen Prüfungen "Loule/Almodovar" (17,6 km) sowie "Loule" (22,08 km) befahren wurden, schlug Marcus Grönholm noch einmal mit Bestzeiten zu. Er knöpfte dem souverän führenden Sébastien Loeb insgesamt 15,1 Sekunden ab - doch das war nicht genug, um den 31. WRC-Sieg von Loeb zu verhindern. Am Ende lag Citroen-Superstar Loeb 37,1 Sekunden vor dem Ford-Werkspiloten.

Loeb, der am Morgen, also vor dem ersten Service, noch zwei Bestzeiten in den portugiesischen Schotter brannte, nahm die letzten echten Wertungsprüfungen gelassen respektive mit dem gebotenen Maß an Vorsicht: "Wir haben nur versucht, ins Ziel zu kommen. Da gab es ein paar große Felsbrocken und ich habe viel Zeit dabei verloren, diesen auszuweichen." Grönholm hatte sich ohnehin mit dem zweiten Platz abgefunden: "Wir haben heute nur ein bisschen mit den Differenzial-Setups herumgespielt."

Sébastien Loeb erklärte zu seinem zweiten Sieg in Folge, dem dritten in dieser Saison, dem dritten mit dem neuen Modell Citroen C4 WRC: "Es ist wichtig, auf Schotter konkurrenzfähig zu sein - jetzt sehen wir gut aus, was die kommenden Rallyes betrifft. Der Kampf gegen Marcus wird hart, aber sehr interessant werden."

Der Kampf um den dritten Platz, der sich noch am Samstagabend abzeichnete, kam leider nicht in der erhofften Form zustande. Gleich in der ersten Prüfung sorgte Mikko Hirvonen im zweiten Werks-Ford mit einer Bestzeit dafür, dass sein Verfolger Petter Solberg den Traum vom Podestplatz begrub. Zumal Solberg nach dem Service ohnehin andere Sorgen hatte. "Ich habe ein Problem mit dem Motor - ich fahre nur noch vorsichtig...", berichtete der Norweger nach der vorletzten echten Prüfung, SP 16. Am Ende gab sich Solberg mit Rang vier zufrieden - und fuhr vorsichtig, um auch das Ziel zu erreichen.

Vorsicht war angesagt

Diese Fahrweise wählten an diesem Sonntagvormittag die meisten der WRC-Protagonisten - so auch der einsam den fünften Rang belegende Dani Sordo im zweiten Citroen C4 WRC. Auch wenn sich der junge, aufstrebende Jari-Matti Latvala bis auf rund 25 Sekunden an Sordo ranzoomen konnte, dann aber wieder Terrain verlor. Denn auch Latvala fuhr bereits auf Ankommen und gab zu Protokoll: "Es ist gar nicht so leicht, langsam zu fahren - ohne dabei die Konzentration zu verlieren."

2:40 Minuten hinter Latvala belegt der Teamkollege von Manfred Stohl, Daniel Carlsson den siebenten Gesamtrang - womit der Schwede zum dritten Mal in Folge WM-Punkte für das Kronos-Team erobern konnte.

Hinter Latvala lag dessen Stobart-Teamkollege Henning Solberg auf Rang acht - doch in der letzten echten Wertungsprüfung schlug die "Defekthexe" an dem Ford Focus des Norwegers zu - ohne Kupplung musste Solberg hilflos mit ansehen, wie Gigi Galli ihm quasi im letzten Moment den letzten Punkterang abknöpfte.

Galli, der auch am Sonntag, bei der abschließenden Superspecial im Algarve-Stadion wieder als "Zirkusakrobat" am Dach seines Pirelli-Xsara die Fans begeistern konnte, rückte so noch auf Rang acht vor und kassierte einen Zähler für die Fahrer-WM.

Prophet Manfred Stohl

Manfred Stohl und Ilka Minor konnten zwar noch gute SP-Zeiten in den Schotter zaubern - aber die beiden Österreicher waren quasi auf ihrem zehnten Gesamtrang fest zementiert. Für Stohl mutierte die Portugal-Rallye nach seinem Dreher am Samstag, bei dem er rund fünf Minuten verlor, zu einer Art Testfahrt. Jetzt hoffen Stohl und Minor auf die kommenden Schotter-Events.

Übrigens: Im motorline.cc-Gespräch, das vor der Portugal-Rallye geführt wurde, konnte Manfred Stohl eine perfekte Prognose abgeben: Der Wiener sagte voraus, dass Subaru mit dem neuen Impreza WRC 2007 nicht der nötige Quantensprung gelungen sei, um Loeb und Grönholm gefährlich zu werden. Und auf die Frage, wer in Portugal die Nase vorne haben würde, kam es wie aus der Pistole geschossen: "Loeb!"

Von seinem Wunsch respektive Ziel, einem Podestplatz, war "Stohlito" bei dieser Rückkehr der Kultrallye von Portugal leider meilenweit entfernt. Aber schon bei der nächsten Rallye werden Stohl und Minor mit voller Kraft versuchen, wieder einen Punkterang, vielleicht sogar wieder einmal einen Podestplatz einzufahren. Man darf auch nicht vergessen: Es gibt drei starke Werksteams, die von vornhinein die Top 6-Plätze beanspruchen...

Am 4. und 5. Mai, also in rund einem Monat, steigt die nächste Runde der Rallye-WM, in Argentinien. Dort wird dann auch Andreas Aigner wieder um Punkte in der PWRC-Wertung kämpfen.

UPDATE: Wegen irregulärer Seitenfenster erhielten die sechs Ford Focus RS WRC 06-Piloten Grönholm, Hirvonen, Latvala, Henning Solberg, Wilson und MacHale je fünf Strafminuten aufgebrummt - siehe "Ergebnis korrigiert" in der Navigation rechts.

Ursprüngliches Ergebnis ohne Korrektur (korrigiertes Ergebnis siehe "Ergebnis korrigiert" in der Navigation rechts)

 1.  Loeb         Citroen        3:53:33.1
 2.  Grönholm     Ford           +    37.1
 3.  Hirvonen     Ford           +  2:08.1
 4.  Solberg      Subaru         +  3:13.9
 5.  Sordo        Citroen        +  5:05.3
 6.  Latvala      Ford           +  5:44.9
 7.  Carlsson     Citroen        +  8:13.2
 8.  Galli        Citroen        +  9:39.6
 9.  Solberg      Ford           + 11:12.4
10.  Stohl        Citroen        + 12:46.0

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