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Schumacher-Unfall

„Das sind nur Spekulationen“

Der frühere F1-Arzt Gary Hartstein kritisiert aktuelle Medienberichte rund um Michael Schumacher, die ihm ein dauerhaftes Koma prophezeien.

Formel-1-Legende Michael Schumacher liegt knapp drei Wochen nach dem verhängnisvollen Ski-Unfall in den französischen Alpen noch immer im künstlichen Koma.

Einige Medien beteiligen sich auf Grundlage von Einschätzungen externer Quellen - unter anderem von Neurologen, die nicht an der Behandlung von Schumacher beteiligt sind - an Spekulationen über die Dauer des Komas. Es sei möglich, dass der Patient dauerhaft und für immer im Koma bleibe, so die drastische Aussage. Dem gegenüber steht die feinfühlige Einschätzung von Ex-Formel-1-Arzt Gary Hartstein.

"Diese Ärzte haben Michael nicht untersucht, seine Tests ausgewertet oder sonst etwas", kritisiert Hartstein in seinem Blog. Gleichzeitig stellt der ehemalige Formel-1-Arzt klar, dass die Medien und nicht die Kollegen Schuld an der Berichterstattung sind. "Weil deren Titel aufzeigen, dass diese Männer absolute Profis sind, habe ich keine Zweifel, dass sie klar gemacht haben, es handle sich um Spekulationen. Das ist es, was sie momentan machen."

"Ich denke, dass wir diese Spekulationen genauso wie die Zielankunftszeiten bei einem Navigationsgerät betrachten sollten. Die Anfangsschätzung basiert auf Annahmen und Statistiken. Sobald man näher an den Zielort kommt, wird die Prognose genauer", verdeutlicht Hartstein, der nicht davon ausgeht, dass der Rekordweltmeister jemals wieder so sein wird wie vor dem schweren Unfall kurz vor dem Jahreswechsel.

"Es ist unwahrscheinlich, dass wenn Michael und seine Familie mit Krankenhäusern und Rehabilitationsanstalten fertig sind, er der gleiche Michael sein wird wie vor diesem Sonntag", bedauert Hartstein.

Dass es bisher keine Anzeichen gibt, Schumacher aus dem künstlichen Koma zu holen, bewertet er allerdings nicht über: "Wieder einmal wird Geduld und die langwierige und mühsame Arbeit aller Betroffenen sowie Gedanken, Wünsche und Gebete benötigt."

"Lange Perioden ohne Neuigkeiten sind völlig normal. Das wird weiterhin so bleiben", ist sich der Experte sicher. "Wir werden wahrscheinlich eine chronische Phase beobachten, die hoffentlich von einigen Schritten nach vorn und hoffentlich wenigen Schritten zurück geprägt sein wird."

Über Schumachers Entwicklung gab es zuletzt keine Neuigkeiten. Der 45-Jährige befindet sich demnach nach wie vor in einem stabilen, aber dennoch kritischen Zustand.

Selbst Formel-1-Boss Bernie Ecclestone kann momentan nicht genau sagen, wie es Schumacher geht. "Niemand weiß, wie es wirklich um ihn steht", wird der Brite von der Wirtschaftswoche zitiert. "Wahrscheinlich wissen es nicht einmal die Ärzte genau. Es heißt, sein Zustand sei stabil."

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