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Berger leitet DTM-Veranstalter ITR

Das Ende der Ära Aufrecht: Der österreichische Ex-Rennfahrer Gerhard Berger übernimmt die Führung der DTM-Dachorganisation ITR GmbH.

In der DTM, also jener dreibuchstabigen Rennserie, die zunächst noch als deutsche Tourenwagenmeisterschaft firmieren durfte und später als ihr Epigone namens "Deutsches Tourenwagen Masters" wiederbelebt wurde, ist nach über 30 Jahren eine Ära zu Ende gegangen: Der langjährige Chef der Dachorganisation ITR, Hans Werner Aufrecht, musste Platz für ein neues Gesicht machen; wie bereits im Dezember 2016 berichtet, wird künftig Gerhard Berger die Geschicke der ITR GmbH leiten, wie der Vorstand bei seiner letzten Sitzung entschieden hat. Dem Ex-Formel-1-Piloten aus Österreich wird Florian Zitzlsperger als ITR-Geschäftsführer zur Seite stehen.

"Die DTM ist eine gute Plattform. Ich würde mir wünschen, dass es sie noch lange gibt", hatte der 57jährige Tiroler schon vor wenigen Wochen erklärt. Nun kann er das Geschäft der Deutschen Tourenwagen Masters sowie der ebenfalls von ITR vermarkteten Formel-3-EM direkt beeinflussen und deren Zukunft entsprechend absichern. ITR-Geschäftsführer Zitzlsperger hat im Rahmen eines Wirtschaftskongresses für Sportunternehmen im Februar 2017 einen Maßnahmenkatalog vorgestellt: Die DTM soll in Zukunft mehr Fannähe und spektakulären Rennsport bieten.

"Nicht nur die DTM, sondern der gesamte Motorsport hat in den zurückliegenden Jahren einige Einbußen bei den Quoten der Live-TV-Übertragungen gehabt; mit guter Arbeit lassen sich Trends aber auch umkehren", meinte Zitzlsperger. Mit welchen konkreten Neuerungen in den kommenden Jahren diesem Trend entgegengesteuert werden soll, wurde noch nicht klar formuliert. Ebenso unklar ist, mit welchem deutschen Fernsehpartner man diese Zukunft angehen wird – der Vertrag mit der ARD läuft Ende dieses Jahres aus.

Womöglich wird man vom Konzept des "Class One"-Reglements, das ursprünglich eine Brücke zur wichtigen Super-GT-Serie in Japan schlagen und somit eine Internationalisierung ermöglichen hätte sollen, wieder abrücken. In der Saison 2017 will man zunächst mit überarbeiteten technischen Regeln und offenem Zugang zu den Boxen punkten. Mit weiteren Einheitsbauteilen an den Autos will man die Kosten reduzieren und Wettbewerb auf Augenhöhe ermöglichen.

Mit der Wahl von Berger an die Spitze des Dachverbandes ITR wurde Hans Werner Aufrecht nun also endgültig entmachtet. Seit 1986 hatte der heute 78 Jahre alte Gründer der Unternehmen AMG und HWA die beiden Inkarnationen der DTM entscheidend mitbestimmt, quasi wie Bernie Ecclestone in der Formel-1-WM, der ebenfalls heuer geschasst worden ist. Auch die bisherigen ITR-Vorstandsmitglieder Hans-Jürgen Abt (2. Vorsitzender) und Walter Mertes (Sponsoring) sind nicht mehr im Amt.

Gerhard Berger, der vor großen Aufgaben steht, war Wunschkandidat der drei in der DTM engagierten Hersteller. Der Österreicher hat spätestens seit seiner Zeit als BMW-Motorsportdirektor (1998 bis 2003) enge Bindungen zur bayerischen Marke; außerdem fährt sein Neffe Lucas Auer für Mercedes. Audi indes dürfte die neuesten Entwicklungen hinnehmen, weil man in Florian Zitzlsperger ohnedies einen Mann aus den eigenen Reihen als ITR-Geschäftsführer etablieren konnte.

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