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24h Series: 24h von Barcelona

Ein „Voodoo-Zauberer“ in der Österreicher-Box

Schon nach wenigen Runden stellten sich sowohl beim Prefa Racing Team als auch bei Boxen-Nachbar Zawotec technische Probleme ein….

Michael Noir Trawniczek

Am Samstagmorgen wurden die letzten Vorbereitungen für das 24 Stunden-Rennen vorgenommen, welches um punkt 12 Uhr gestartet wurde – zuvor hat das Prefa Racing Team Austria noch Teamfotos in der Boxengasse geschossen, ehe es in die Startaufstellung ging.

Dort waren Michael Kogler und sein „Lederhosenrennanzug“ sowie die in Dirndl gekleideten weiblichen Teammitglieder einmal mehr eine willkommene Attraktion für die internationalen Fotografen…

Zur „High Noon“ wurde das Rennen gestartet, der erste Stint wurde von Roland Frisch absolviert. Doch schon nach drei Runden gab es technische Probleme am Seat Leon Supercopa #41. Teamchef Gottfried Kogler erklärt: „Da gab es bereits erste Motoraussetzer, der Wagen wechselte dann in das Notprogramm.“ Das bedeutet, dass der Motor ohne Ladedruck arbeitet und statt 350 dann nur noch 150 PS leistet…

Roland Frisch wurde an die Box geholt – innerhalb von zwölf Runden wurden in der Folge satte acht Boxenstopps durchgeführt. Gottfried Kogler erzählt: „Wir haben dann nacheinander verschiedene Bauteile ausgetauscht, was jedoch stets keine Wirkung zeigte: Zunächst haben wir die Benzinhochdruckpumpe ausgewechselt, dann das Wastegate vom Turbolader. Dann dachten wir, dass vielleicht der Katalysator zumacht, danach haben wir verschiedene Sensoren getauscht und auch der Wechsel der Benzintankpumpe zeigte keine Wirkung. Als wir dann die Zündbox ausgetauscht haben, war der Fehler endlich behoben.“

Allerdings kosteten die Serienboxenstopps und Austauschmaßnahmen sehr viel Zeit, sodass man mit 27 Runden Rückstand auf den 56. Gesamtrang sowie auf Platz sieben der Klasse A3T zurückfiel.

Das Prefa Racing Team Austria konnte nun das Rennen fortsetzen, doch die Zündaussetzer dürften den Motor ein wenig „beleidigt“ haben. Kogler erklärt: „Wir haben jetzt motorthermische Probleme, die Wassertemperatur steigt oftmals bis auf 108 Grad, normalerweise sind aber nur 95 Grad zulässig. Wir können daher nicht mehr kontinuierlich voll fahren, müssen dazwischen immer wieder langsamere Runden einlegen.“

Die Fahrer Michael Kogler, Martin Niedertscheider, Roland Frisch und Luca Rettenbacher haben vom Teamchef auch eine neue Richtzeit zugeteilt bekommen: „Anstatt der 2:05 Minuten, die wir angepeilt haben, dürfen die Fahrer jetzt nur noch maximal Rundenzeiten von 2:10 Minuten fahren. Wenn wir etwas Glück haben sollten, können wir so vielleicht noch in die Top 5 der Klasse fahren.“

Kogler schüttelt den Kopf: „Scheinbar war ein Voodoo-Zauberer bei uns in der Box, denn auch unsere Boxen-Kollegen von Zawotec Racing hatten von Beginn an technische Probleme – das tut mir natürlich leid für die Mannschaft, denn sie haben sich für ihr erstes 24 Stunden-Rennen viel vorgenommen.“

Bei Zawotec wurde nach den Druckluftproblemen das Getriebe gewechselt und auf Handschaltung umgebaut – nachdem auch noch ein Schaltseil gerissen ist, stabilisierte sich auch beim Team von Mario Wolf die Lage. Die Piloten mussten beim manuellen Schalten mit Zwischengas arbeiten. Marko Klein erklärt: „Das ist natürlich anstrengend, vor allem für unsere Gentleman-Driver – noch anstrengender ist aber das Überholen, denn wir müssen pro Runde etwa an zehn Backmarker vorbeikommen.“

Als der Samstag um Mitternacht zu Ende ging, waren die beiden österreichischen Teams jedoch zuversichtlich gestimmt, auch wenn beide nur noch Schadensbegrenzung betreiben können. Oberstes Ziel bleibt ohnehin die Zielankunft am Sonntag um 12 Uhr.

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