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Rallye-WM: Japan

Hirvonen führt – doch Loeb segelt auf Titelkurs

Keine Positionswechsel an der Spitze – nach dem zweiten Tag führt Hirvonen vor Latvala und Loeb, der sich damit auf Titelkurs befindet. PWRC: Hänninen Zweiter.

Michael Noir Trawniczek

Selbst wenn es auf den Prüfungen 11 bis 20 mit Mikko Hirvonen, Dani Sordo (setzte die Fahrt unter „Superally“ fort), Petter Solberg, Jari Matti Latvala, Henning Solberg und Sébastien Loeb gleich sechs verschiedene Bestzeithalter gab, kam es bei der Japan-Rallye am Samstag zu keinen Positionsverschiebungen an der Spitze. Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen führt mit 15,5 Sekunden Vorsprung vor seinem Stallkollegen Jari Matti Latvala, Sébastien Loeb belegt mit 53,5 Sekunden Rückstand einen ungefährdeten dritten Platz.

Loeb war mit seinem zweiten Tag nicht wirklich zufrieden, selbst wenn er mit dem dritten Platz auf Titelkurs segelt – der Citroen-Pilot erklärte: „Ich hatte wenig Vertrauen – das Auto tat, was es wollte und ich konnte es nicht wirklich ordentlich pilotieren. Weil es so gesprungen ist, habe ich die Dämpfer härter einstellen lassen, aber das wiederum hat mich sehr viel Grip gekostet.“

Mikko Hirvonen war auch nach dem zweiten Tag zufrieden: „Wir sind in Führung und es lief gut, wir hatten keine Probleme.“ Ein ähnliches Resümee zog auch Ford-Stallkollege Latvala: „Es war okay – am Nachmittag waren die Prüfungen etwas rauer, daher mussten wir mehr Vorsicht walten lassen, aber es war okay.“

Beide Solberg-Brüder out

Gar nicht okay war der Nachmittag von Subaru-Pilot Petter Solberg – vor den Augen zahlreicher japanischer Fans konnte er zunächst immer näher zu Loeb aufschließen, um dann auf der SP 18 „Kina“ einen Fehler zu begehen. Der Norweger berichtete: „Ich habe nur für eine Zehntelsekunde ein Schlagloch übersehen und es getroffen – sogleich flog ich in einen Graben, dort habe ich mir ein Hinterrad abgerissen und damit war es auch schon zu Ende.“ Angesäuert fügte er hinzu: „Wir versuchen hier alles – wir spielen nicht nur ein bisschen rum. Es tut mir sehr Leid für die Fans, das Team und die Mechaniker. Ich habe eine kleine Chance gewittert und habe einen kleinen Fehler begangen – und das war’s dann.“

Beinahe hätte Chris Atkinson im zweiten Subaru das gleiche Schlagloch getroffen. „Das Loch war riesengroß, es war an der Kurvenaußenseite. Wir hatten einfach Glück, die Strecke war in einem derartig schlechten Zustand…“, schüttelte der Australier den Kopf. Atkinson übernahm nun den vierten Platz von seinem Stallkollegen. Mit mehr als zwei Minuten Rückstand und mehr als zwei Minuten Vorsprung auf den Fünften wird der Australier nur noch versuchen, den vierten Platz nach Hause zu fahren.

Kurioserweise fiel auch der Bruder von Petter Solberg, Munchi’s Ford-Pilot Henning Solberg an diesem Nachmittag aus der Wertung. Er beschädigte sich auf der 33,71 km langen SP „Kamuycep“ nach einem Plattfuß links hinten die Radaufhängung und musste daher den Wagen nach der Zieldurchfahrt abstellen.

Auf Platz fünf rangiert Stobart Ford-Pilot Matthew Wilson – doch nur 6,9 Sekunden hinter ihm lauert Suzuki-Werkspilot Toni Gardemeister. Suzuki hat nun wieder beide Piloten in den Punkterängen – Per Gunnar Andersson liegt rund eine halbe Minute hinter seinem Teamkollegen auf Rang sieben. Den letzten zu vergebenden Punkterang belegt Munchi’s Ford-Pilot Federico Villagra.

PWRC: Hänninen Zweiter – doch Arai macht Druck

In der PWRC konnte der Russe Evgeny Novikov den aufstürmenden Juho Hänninen in die Schranken weisen – am Ende des zweiten Tages führt Novikov 19,1 Sekunden vor dem Finnen – der jedoch mit acht Punkten Andreas Aigner die WM-Führung entreißen und mit vier Punkten Vorsprung als neuer PWRC-Leader zum Finale nach Wales reisen würde.

Allerdings muss Hänninen noch um seinen zweiten Platz bangen – denn der regierende PWRC-Champion Toshihiro Arai hat kräftig Gas gegeben und liegt nur noch 1,7 Sekunden hinter Hänninen auf Rang drei. Eyvind Brynildsen liegt als Vierter bereits rund 1,5 Minuten zurück.

Am Sonntag sind noch neun Prüfungen zu absolvieren – begonnen wird um 7.07 Uhr Ortszeit (Samstag 23.07 Uhr MEZ) mit der nur 3,57 km langen SP 21 „Koyka“.



Stand nach Tag 2


 1.  Mikko Hirvonen        Ford        2:21:31.8
 2.  Jari-Matti Latvala    Ford        +    15.5
 3.  Sébastien Loeb        Citroen     +    53.5
 4.  Chris Atkinson        Subaru      +  2:26.0
 5.  Matthew Wilson        Ford        +  4:31.6
 6.  Toni Gardemeister     Suzuki      +  4:38.5
 7.  Per Gunnar Andersson  Suzuki      +  5:11.8
 8.  Federico Villagra     Ford        +  9:59.6

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