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Chaotischer Vormittag in Zlin

Schwierige Bedingungen, Chaos auf den Prüfungen, viele Unfälle. Kopecky führt vor Bouffier, Meeke und Hänninen, der auf SP 5 abflog. Wittmann guter 11.

Michael Noir Trawniczek

Am Samstagmorgen ging die Barum-Rallye erst richtig los, zunächst, als die neun Kilometer lange SP 2 „Biskupice“ gestartet wurde, herrschte noch Trockenwetter – doch auf SP 5 setzte heftiger Regen ein. Die schwierigen Konditionen sorgten dafür, dass es an diesem Samstagvormittag zahlreiche Zwischenfälle gab, ein chaotischer Vormittag in den Wäldern rund um Zlin…

An der Spitze kam es zunächst zu einem Duell zwischen den beiden Skoda-Werkspiloten Jan Kopecky und Juho Hänninen. Vorjahrssieger Kopecky konnte auf den Prüfungen 2 und 3 jeweils die Bestzeit markieren, doch Hänninen blieb als Zweiter niemals mehr als zwei Sekunden hinter seinem Teamkollegen. Auf SP 4 gelang Hänninen dann eine starke Bestzeit, er konnte Kopecky gleich einmal fünf Sekunden abknöpfen, sodass er in der Gesamtwertung nur noch eine Sekunde hinter dem Tschechen lag.

Doch dann kam die letzte Prüfung vor dem Mittagsservice. Auf der mit 29 Kilometern längsten Prüfung des Tages waren die Konditionen besonders hart. Hänninen verzeichnete einen Highspeed-Dreher, streifte dabei einen Baum, verlor rund 30 Sekunden und rutschte somit auf Platz vier ab.

Die Bestzeit holte auf dieser Prüfung überraschend Bryan Bouffier. Der Peugeot-Pilot dachte, seine Reifenwahl, geschnittene Medium-Slicks, würde ihm zum Verhängnis werden – doch weil die anderen Spitzenpiloten mit der härteren Gummimischung Probleme hatten, konnte Bouffier dem führenden Tschechen vier Sekunden abknöpfen. Womit er sich auf den zweiten Gesamtplatz vorkatapultierte – auf Kopecky fehlen ihm 24,2 Sekunden. Markenkollege Kris Meeke liegt nur knapp hinter Bouffier auf Rang drei. Hinter dem auf Platz vier abgerutschten Hänninen belegt Freddy Loix den fünften Platz, auf Rang sechs ein entfesselter Vaclav Pech im herkömmlichen Mitsubishi Lancer Evo IX.

Zahlreiche Piloten waren an diesem Vormittag in Zwischenfälle verwickelt. Auf SP 2 kam Andres Mikkelsen im Ford Fiesta S2000 kurz von der Strecke ab, am Ende der dritten Prüfung flog Mikkelsen erneut von der Strecke, er konnte aber jedes Mal die Fahrt fortsetzen. Im Gegensatz zu dem früheren Ford-Werkspiloten Roman Kresta – der Skoda-Pilot konnte sich bis auf den fünften Rang vorarbeiten, ehe er auf SP 5 von der Strecke flog. Stohl Racing-Schützling Daniel Oliveira wurde SP 4 zum Verhängnis, ebenso seinem Markenkollegen Thierry Neuville, der dort seinen Peugeot schwer zerstörte und aufgeben musste. Auf SP 3 kollidierte Guy Wilks mit einem Hirsch, der Skoda-Pilot konnte die Fahrt jedoch fortsetzen.

Wittmann als Fels in der Brandung

In all dem Chaos standen Franz Wittmann und Klaus Wicha wie ein Fels in der Brandung – das Interwetten Racing-Duo belegte auf den vier Prüfungen die Plätze 13, 16, 13 und 12. In der Gesamtwertung belegen die beiden den guten elften Rang.

Wittmann erklärte: : „Es ist sehr schwierig zu fahren, weil die Strecke enorm rutschig ist. Manchmal brauchst du auch das nötige Glück, um auf der Straße zu bleiben. Jetzt gilt es für uns, in dieser Richtung weiter zu arbeiten. Natürlich wollen wir unter die Top-10, jedoch nicht um jeden Preis. Wir wollen diese Rallye unbedingt beenden.“

Großes Pech hatte das Interwetten Racing Duo auf der fünften Sonderprüfung. Während die ersten Starter noch bei trockenen Verhältnisse die knapp 30 Kilometer lange Prüfung beenden konnten, setzte kurz vor der Startnummer von Wittmann (17) starker Regen ein.

„Ich sagte, dass ich auf Regen hoffe, jedoch nicht, wenn die anderen im Trockenen fahren können. Aber das ist der Rallyesport. Zum Glück hatten wir zwei Intermed-Reifen als Reserveräder dabei, die wir acht Minuten vor dem Start noch aufgezogen haben“, so der Interwetten Racing Pilot.

Neubauer Fünfter in der Gruppe A6

Hermann Neubauer und André Kachel konnten auf der zweiten Prüfung 13,2 Sekunden hinter dem Bestzeithalter der Gruppe A6, WM-Pilot Karl Kruuda, den guten zweiten Platz belegen. Kruuda, wie Neubauer auf einem Suzuki Swift S1600 unterwegs, flog auf SP 4 von der Strecke – nach dessen Unfall wurden die weiteren Piloten auf eine alternative Strecke umgeleitet und die SP neutralisiert. Nach SP 5 lag Neubauer auf Rang fünf der Gruppe A6 sowie auf dem 42. Gesamtrang.

Am Nachmittag werden die vier Prüfungen ein zweites Mal in Angriff genommen.



Nach SP 5

1.  Jan Kopecky        Skoda         44:14.3
 2.  Bryan Bouffier     Peugeot       + 24.2
 3.  Kris Meeke         Peugeot       + 25.9
 4.  Juho Hanninen      Skoda         + 30.2
 5.  Freddy Loix        Skoda         + 35.5
 6.  Vaclav Pech        Mitsubishi    + 37.1
 7.  Pavel Valousek     Skoda       + 1:45.3
 8.  Andreas Mikkelsen  Ford        + 1:52.0
 9.  Jaroslav Orsak     Mitsubishi  + 2:00.6
10.  Roman Odlozilik    Skoda       + 2:15.6
11.  Franz Wittmann     Peugeot     + 2:28.9
42.  Hermann Neubauer   Suzuki      + 8:01.2

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