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Rallye-WM: Jordanien

"FIA hat Zweiliter-S2000 umgebracht"

M-Sport-Technikboss Christian Loriaux über die Jordanien-Rallye, das neue WRC, Geldverschwendung durch Direktenspritzung, den Tod der S2000-Saugmotoren uvm.

Stefan.Schmudermaier@motorline.cc

Wie fällt das Resümee nach der Jordanien-Rallye aus?

Jari-Matti hat wirklich einen tollen Job gemacht, am Ende die Rallye um zwei Zehntel Sekunden zu verlieren ist natürlich bitter. Dennoch können wir zufrieden sein, wir haben bewiesen wie stark unser Auto ist.

Am Freitag war ich allerdings etwas enttäuscht, wieviel Zeit Mikko verloren hat. Er war erster auf der SP und das ist natürlich ein Nachteil. Aber er war auch noch nicht ganz wach... Und dann war der Rückstand bereits so groß, dass eine Aufholjagd unmöglich war.

Wir waren zudem etwas zu konservativ was die Ersatzräder anbelangt. Wir haben uns für zwei Räder entschieden, Citroen hatte nur einen mit. Der Gewichtsunterschied ist zwar nicht groß, unterm Strich sind das aber auch ein zwei Sekunden und dass es darauf ankommen kann, haben wir ja gesehen…

Wie zufrieden sind sie mit der Performance des neuen Autos bis dato?

Im Großen und Ganzen sind wir gut unterwegs. In Portugal hat uns etwas das Vertrauen und die Zuverlässigkeit gefehlt, aber der Speed war gut. Es gibt zwei Teams mit guten Fahrern und guten Autos. Wir haben natürlich noch einigen Ideen und es wird noch einige Updates geben. Die Teileversorgung ist aber nicht immer einfach, schließlich müssen wir neben den Werksautos auch die Kundenteams versorgen, das ist eine echte Herausforderung.

Wie sieht es mit den S2000-Autos aus, sind da weitere Evolutionsstufen zu erwarten?

Die FIA hat mit dem Reglement die Zweiliter-Saug-S2000 umgebracht, die 1,6 Liter Turbomotoren in den neuen S2000-Autos werden um einiges schneller sein. Das ist wirklich bitter für jene Leute, die viel Geld in ein Zweiliter-S2000 investiert haben.

Gibt es einen deutlichen Kostenunterschied zwischen einem S2000 und einem WRC?

Der Unterschied zwischen dem neuen S2000 mit dem 1600er Turbomotor und dem WRC ist nicht so groß, der Unterschied zum alten S2000 mit Zweiliter-Saugmotor ist allerdings deutlich. Allein der Turbolader macht viel aus, da geht’s auch um Zuverlässigkeit.

Es gibt andere Kühler und zudem die Direkteinspritzung. Nur als Anhaltspunkt: Ein Injektor beim Direkteinspritzer kostet rund 5.000 Euro, beim normalen Zweiliter nur 500 Euro, eine Geldverschwendung.

Dann macht die Direkteinspritzung als genau genommen keinen Sinn, oder?

Ich würde nicht sagen, dass es keinen Sinn macht. Die Direkteinspritzung hilft beim Downsizing und wer weiß, vielleicht können wir ja unsere Entwicklungen auch in die Serie einfließen lassen. Die Direkteinspritzung ermöglicht eine sehr effiziente Verbrennung, andererseits ist sie aber auch viel teurer.

Wir hätten auch einen 1600er Turbomotor mit normaler Einspritzung bauen können, das hätte sicher pro Motor rund 20.000 Euro gespart. Unterm Strich kostet der Motor drei Mal so viel wie ein S2000 Saugmotor.

Im Rallyesport geht es ja bekanntlich nicht ums Spritsparen, aber ist der Verbrauch durch den Direkteinspritzer gesunken?

Nicht wirklich. Bei einem Direkteinspritzer spart man ja vor allem im Teillastbereich und der kommt bei den Rallyes ja so gut wie nicht vor...

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