RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Spanien-Rallye

Viel Neues in Spanien

In Spanien wird die einzige Misch-Rallye der WRC-Saison abgehalten, auch die Taktik wird am Samstag eine entscheidende Rolle spielen.

Michael Noir Trawniczek
Fotos: Minor

Im Vorjahr haben Evgeny Novikov und Ilka Minor bei der RACC Spanien-Rallye die neuen Dmack-Reifen im Renneinsatz auf Herz und Nieren überprüft – dabei konnten sie mit einer SP-Bestzeit aufhorchen lassen. Heuer wird die Rallye rund um die Küstenstadt Salou wieder mit den regulären Michelin-Pneus in Angriff genommen…

Dennoch warten einige Neuerungen auf das Qatar M-Sport Werksduo. Der Start wird wie im Vorjahr in Barcelona abgehalten – doch diesmal geht es von der spanischen Metropole direkt auf die Sonderprüfungen. Die drei Asphalt-SPs werden ab 20 Uhr bei Dunkelheit absolviert.

Vollgas im Dunkel der Nacht

Ilka Minor ist dafür natürlich bestens vorbereitet, im Cockpit ist eine spezielle Leselampe installiert, sodass sie den Aufschrieb in gewohnter Weise vortragen kann. Ansonsten würde es keinen großen Unterschied zu einer Fahrt bei Tageslicht geben, sagt Ilka: „Der einzige Unterschied ist, dass ich die Umgebung nicht so gut sehe.“ Im Scherz fügt Ilka hinzu: „Aber das macht nichts - da sehe ich wenigstens nicht, wie weit wir den Abhang herunterfallen könnten.“

Es sind rennstreckenartige, zu einem großen Teil sehr schnelle Asphaltstraßen, welche charakteristisch für die Spanien-Rallye sind. Aber auch heuer wird Spanien als einzige Misch-Rallye im Kalender abgehalten, es wird sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter gefahren.

Wird am Samstag taktiert?

Der große Unterschied zum Vorjahr: Diesmal werden die Schotterprüfungen nicht am ersten, sondern am dritten und letzten Tag absolviert. Das wiederum wirft Fragen auf – Ilka erklärt: „Auf Schotter hat der erste Pilot einen Nachteil, weil er den losen Split von der Strecke fegen muss, er hat noch keine richtige Spur und es ist daher auch ziemlich rutschig – das gilt natürlich nur bei Trockenheit und im ersten Durchgang.“

Weil aber an allen drei Tagen die Startreihenfolge nach Artikel 45.3 und 45.4 der FIA Sporting Regulations 2013 für Asphalt-Rallyes angewandt wird, ergibt sich die Frage nach der Taktik. Denn auf Asphalt gibt es keine gestürzte Startreihenfolge, der Rallye-Leader eröffnet die Prüfungen.

Werden sich die Spitzenpiloten dann am zweiten Tag absichtlich zurückfallen lassen, um am „Schotter-Sonntag“ der ungeliebten Rolle als „Straßenfeger“ zu entgehen? Oder können sie an den ersten beiden Tagen einen ausreichenden Vorsprung herausfahren, sodass sie zwar Zeit verlieren, aber ihre Führungsposition behalten können?

Ilka überlegt: „Am Sonntag fahren wir je drei Prüfungen zu rund 60 Kilometern. Ich bin mir nicht sicher, ob zum Beispiel eine Minute Vorsprung ausreichen würde, um als ‚Straßenfeger‘ vorne zu bleiben. Eines ist sicher: Im Regen schaut alles wieder ganz anders aus.“ Dann ergibt sich kein Nachteil daraus, die Prüfungen eröffnen zu müssen, im Gegenteil: Dann ist das sogar ein Vorteil…

An die guten Ergebnisse anschließen

Doch Evgeny Novikov und Ilka Minor denken zunächst gar nicht über eine mögliche Taktik nach - das russisch-österreichische Duo möchte an die guten Ergebnisse, die es zuletzt erringen konnte (Platz sechs in Finnland, Platz sieben in Australien und Platz fünf in Frankreich) anschießen. Ilka: „So wollen wir auf jeden Fall weitermachen – und natürlich wäre es schön, wenn noch ein bisschen mehr möglich wäre.“

Die Spanien-Rallye fuhr Ilka Minor zum ersten Mal im Jahr 2001, an der Seite von Manfred Stohl in einem Fiat Punto S1600. Am kommenden Wochenende wird sie zum sechsten Mal an der RACC Spanien-Rallye teilnehmen.

Ganz besonders schätzt Ilka die kulinarischen Qualitäten des Landes: „Ich mag das spanische Essen sehr - da gibt es ein Lokal, das der Bruder von Carlos Sainz führt. Ich kann mich an eine Lasagne erinnern, die wirklich köstlich war. Das tut einfach gut, wenn du weißt, dass ein Gericht liebevoll zubereitet wurde. Und natürlich legt man Wert auf Qualität – schließlich muss man am nächsten Tag topfit sein.“

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Spanien-Rallye

Weitere Artikel:

WRC, Finnland: Vorschau K4

Grüne Energie geht an den Start

Ein Spezialist für nachhaltige Energielösungen begleitet bei der Finnland Rallye das österreichische K4 Rally Team rund um Johannes Keferböck und Ilka Minor, das den WRC Masters Cup der Rallye-Weltmeisterschaft anführt.

ARC, Rallye Weiz: Bericht Lindner

Hans Georg Linder führt in der ARC-Clubmeisterschaft

Seit 30 Jahren fährt Hans Georg Lindner Rallyes - schon 2012 gelang es ihm, mit einem historischen Fahrzeug ARC-Clubmeister zu werden. Heuer könnte er dieses Kunststück wiederholen...

Mit neuen Investoren, einem CEO aus der Formel 1 und dem WRC27-Reglement stellt die FIA die Weichen für die Zukunft des Rallyesports

ARC, Mühlstein Rallye: Vorschau

Bunt gemischtes Feld aus sieben Ländern

Die SG Toolbox Mühlstein Rallye powered by Baumentor wartet mit 77 Teams aus 7 Ländern auf! Mit Startnummer 1 bringt der Tscheche Adam Brezik Europameisterschafts-Flair nach Schwertberg. In der Austrian Rallye Challenge sind sämtliche Topteams am Start....

Peter Klein Kolumne

Erfolg ist nicht endgültig

In seinem jüngsten Kommentar zeigt sich ORF-Legende und motorline.cc-Kolumnist Peter Klein verärgert über die Darbietung von Johannes Keferböck und Ilka Minor bei der Rallye Finnland…

Rallye Weiz: Bericht Opel GSE Cup

Opel Mokka GSE mischt die Allrad-Konkurrenz auf!

Timo Schulz gewinnt den dritten Lauf zum ADAC Opel GSE Rally Cup 2026 in Weiz. Mit Rang zwei knöpft der Franzose Tom Dufour dem Waliser Ioan Lloyd die Tabellenspitze ab. Erstmals bestreiten die Elektro-Renner die komplette Rallye-Distanz und fahren in der Gesamtwertung in die Top-15.