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ERC/ORM: Jännerrallye 2014

Zahlreiche Speeding-Strafen – Abzocke?

Satte Geldstrafen für Speeding bei der Besichtigung. Walter Mayer sagt seinen Start ab – im motorline.cc-Talk spricht er von Abzocke und Profilierungsneurosen…

Michael Noir Trawniczek

In der Ausschreibung der Jännerrallye heißt es unter Punkt 9.3.1: „Die Besichtigung hat unter Berücksichtigung der österreichischen Straßenverkehrsordnung zu erfolgen. Die maximale Geschwindigkeit auf Sonderprüfungen beträgt jedoch 60 km/h, ausgenommen dort, wo durch Verkehrszeichen oder im Roadbook andere Vorschriften bestehen.“

Die Rennleitung misst auf den Prüfungen mit einem Tracking-System, ob bei der Besichtigung die erlaubte Geschwindigkeit von 60 km/h eingehalten wird – dabei sind einige Teams gleich mehrmals schneller als die erlaubten 60 km/h gefahren. Die Rennleitung hat bislang sieben Teams mit zum Teil hohen Geldstrafen belegt.

„Rekordhalter“ ist Alois Scheidhammer, der viermal schneller als die erlaubten 60 km/h gemessen wurde, mit 111, 95, 90 und 84 km/h. Im Schnitt war er damit um 41 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, wofür er zu 1.025 Euro Geldstrafe verurteilt wurde.

Gleich erging es Manfred Hinterreiter, der ebenfalls 1.025 Euro bezahlen muss. Ironie des Schicksals: Hinterreiter ist von Beruf Verkehrspolizist…

Zudem wurden betraft: Alfred Glaser mit 775 Euro, Marco Blanc mit 525 Euro, Roman Odlozilik mit 450 Euro, Kajetan Kajetanowicz (625 Euro) und Walter Mayer, der zu 400 Euro verurteilt wurde.

Mayer reagierte mit einem Startverzicht. In einer Presseaussendung begründete er seine Reaktion damit, dass es sich um „Abzocke“ handeln würde. Zudem erklärte Mayer: „Es kann niemand von einem Fahrer verlangen, dass er bei der Besichtigung dauernd den Tachometer im Auge hat. Man muss sich doch primär auf die Straße und die Begebenheiten konzentrieren.“

Mayer fügte in der Ausendung hinzu: „Und wenn du da einmal bergab fährst, bist du eben schnell mal drüber. Meine Empfehlung dazu: Wenn man schon Tracking-Systeme an die Fahrer abgibt, dann muss man in diese auch ein Warnsystem einbauen. Heißt, wenn ich zu schnell unterwegs bin, gibt es einen Warnton.“

Gegenüber motorline.cc erklärte Mayer zudem: „Die Art und Weise, wie man das abhandelt, geht bei mir einfach über eine gewisse Toleranzgrenze. Um halb sieben Uhr in der Früh wurde mein Copilot Benedikt Hofmann angerufen – so wurden wir in die Rennleitung zitiert. Dort präsentierte mir Rallyeleiter Uwe Schmidt mit einem lachenden Gesicht die Unterlagen und meinte: ‚Hier, bitte unterschreiben Sie…‘“

“Ein Profilierungsneurotiker!“

Mayer fügte verärgert hinzu: „Diesen Umgang muss ich mir in meinem Alter nicht mehr gefallen lassen – in meinen Augen ist Uwe Schmidt [der Rallyeleiter, d. Red.] ein Profilierungsneurotiker.“

Mayer erklärte zudem, Schmidt habe ihn bereits im Jahr 2012 des illegalen Besichtigens überführen wollen, dies aber nicht beweisen können: „Damals hat er mich zunächst gefragt, ob ich schon einmal in Freistadt gewesen sei. Klar, habe ich gesagt – wenn man so alt ist, wie ich es bin, war man schon öfter in Freistadt. Da hat er mir ein Bild gezeigt mit einem BMW, der im Schnee driftend unterwegs war. Er wollte mir weißmachen, dass ich in dem Auto saß, doch ich fahre keinen BMW – und er konnte auch keinerlei Beweise vorlegen.“

Beim Fototermin vor seinem wunderschönen Peugeot 207 S2000 spürt Walter Mayer Wehmut: „Sicher wäre ich gerne gefahren, mit blutet das Herz. Aber ich finde, man muss hier einfach aus Prinzip ein Zeichen setzen. Gerade in Zeiten, in welchen der Rallyesport immer teurer wird, kann man mit den Fahrern nicht auf diese Art und Weise umgehen.“

Die Rennleitung wollte zu den Aussagen von Walter Mayer gegenüber motorline.cc keine Stellung beziehen.

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