RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter
WRC: Mexiko-Rallye

80-Kilometer-Sonderprüfung zum Abschluss

Comeback nach 30 Jahren: Am Sonntag steht bei der Mexiko-Rallye die voraussichtlich längste Prüfung des gesamten Kalenders auf dem Programm.

Die Veranstalter der Mexiko-Rallye sind für ausgefallene Ideen bekannt. Sie verlegten den Servicepark in eine mit Klimaanlage versehen Messehalle, erfanden den spektakulärsten Showstart der WM-Geschichte in der als Weltkulturerbe anerkannten Altstadt von Guanajuato. Und jetzt sorgen sie mit einer 80 Kilometer langen Sonderprüfung(SP) erneut für Schlagzeilen. Möglich machte diesen Coup eine Reglementsänderung für die Saison 2016, mit der die SP-Maximallänge auf eben diese 80 Kilometer angehoben wurde.

Das letzte Mal, dass eine Sonderprüfung länger als 80 Kilometer war, liegt genau 30 Jahre zurück. Bei der Rallye Korsika 1986 schlängelte sich die SP "Liamone-Suaricchio" über 83,16 Kilometer durch die Berge der Mittelmeerinsel.

In Mexiko steht die SP "Guanajuato" zum Wachwerden am Sonntagmorgen auf dem Programm. Die Abschlussetappe ist damit, anders als heute bei den meisten WM-Läufen, noch einmal eine echte Herausforderung. Spitzenreiter Jari-Matti Latvala (Volkswagen) darf sich erst sicher fühlen, wenn er die Königsetappe überstanden hat.

Neue Herausforderung für die WRC-Piloten

"Diese Prüfung beinhaltet alles, was die Mexiko-Rallye sonst so bietet", beschreibt Sebastien Ogier (Volkswagen). "Schnelle Passage wechseln sich mit kurvenreichen, langsameren Abschnitten ab. Das wird eine auch deswegen große Herausforderung, weil keiner der aktuellen WM-Piloten schon einmal eine so lange SP gefahren ist."

Für den Franzosen ist diese "Monster"-SP die letzte Chance, Teamkollege Latvala doch noch abzufangen. Für die Schlussetappe wird die Startreihenfolge der Topfahrer gemäß Zwischenergebnis vom Samstag umgedreht. Ogier wird also zum ersten Mal an diesem Wochenende nicht als Erster losfahren und Straßenfeger spielen müssen. "Das größte Problem wird sein, dass wir die ganze SP über nicht wissen, ob das Tempo passt", beschreibt der Weltmeister. Die Versorgung mit Zwischenzeiten, mit denen die Fahrer früher über das Tempo der Konkurrenten informiert wurden, ist nämlich inzwischen verboten.

Teamkollege Andreas Mikkelsen freute sich jedenfalls auf die Rekord-SP. "Die Geschwindigkeit ist insgesamt hoch, es gibt viele Geraden. Es dürfte keine Probleme mit überhitzenden Reifen oder Bremsen geben." Trotz der Länge wollte der Norweger nur eins von zwei erlaubten Ersatzrädern mitnehmen. "Das zusätzliche Gewicht bringt die Balance des Autos durcheinander. Und wenn du mehr als einen Plattfuß hast, kannst du ohnehin gleich aufhören." Mikkelsen muss nach seinem Unfall vom Samstag auf den Spaß allerdings verzichten.

106 Seiten Aufschrieb für 80 Kilometer

Für Volkswagen-Pilot Latvala ist "Guanajuato" erstaunlicherweise nicht die härteste Prüfung der Mexiko-Rallye. "Die Rhythmuswechsel sind klar und leicht zu merken. Nur die letzten zehn Kilometer sind wirklich kompliziert." Für den Spitzenreiter ist die am Freitag gefahrene SP "El Chocolate" das Anspruchsvollste, was der mexikanische WM-Lauf zu bieten hat. Beifahrer Miikka Anttila ergänzt: "Pro Kilometer ist mein Aufschrieb für El Chocolate deutlich länger als für die 80-Kilometer-SP."

Ogiers Beifahrer Julien Ingrassia hat insgesamt 106 Seiten Aufschrieb erstellt für die Monster-Prüfung. "Sich die Video-Aufzeichnung aus dem Training anzuschauen, dauert 1:30 Minuten." Eine Übung, die Fahrer und Beifahrer am Wochenende meist gleich mehrfach absolvieren. Im Wettbewerb wird für "Guanajuato" eine Fahrtzeit von rund 50 Minuten erwartet.

Francois Chatriot, im Renault 5 Maxi Turbo Sieger der Asphalt-Prüfung "Liamone-Suaricchio" bei der Rallye Korsika 1986, benötigte exakt 1:07.19 Stunden. Dies entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 74 km/h. Auf mexikanischem Schotter wird 30 Jahre später deutlich schneller gefahren.

Ähnliche Themen:

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Mexiko-Rallye

Weitere Artikel:

TEC7 ORM, Lavanttal: Fotos Shakedown

Die besten Bilder vom Shakedown

motorline.cc-Fotograf Daniel Fessl liefert wieder die besten Bilder von der Lavanttal Rallye - hier die besten Fotos vom Shakedown.

WRC Kroatien: Spätes Drama um Neuville

Neuville nach spätem Drama "am Boden zerstört"

Trotz klarer Führung endet Thierry Neuvilles Rallye in Kroatien im Desaster: Nach dem folgenschweren Patzer erhält der Belgier Rückendeckung von Hyundai

CZ, Rally Sumava Klatovy: Vorschau Wagner

Wagner in CZ: Angriff auf den Titel!

Simon Wagner und Hanna Ostlender greifen auch 2026 wieder in der Tschechischen Rallye-Meisterschaft an – und das mit einem klaren Ziel: Nach dem Vizemeistertitel im Vorjahr soll nun der volle Angriff auf den Titel erfolgen.

TEC7 HRM, Lavanttal Rallye: Bericht

Nach Gaubinger-Ausfall folgte der Wagner-Durchmarsch

Kurioser, wechselhafter Freitagnachmittag im Lavanttal. Wie im Rebenland übernahm zunächst Patrik Gaubinger die Führung, nach dessen Ausfall zündete Karl Wagner ein Bestzeitenfeuerwerk. Bei den ORC war Federico Laurencich der einzige im Ziel.

EHRC Historic Rally Fafe: Bericht Rosenberger

Der "Technikteufel" war erneut aktiv

Nach den Troubles auf Mallorca war der „Technik-Teufel“ nun auch in Portugal aktiv - Der Subaru Impreza GT Turbo Gr. A von Autosportif blieb schon nach SP1 stehen
- Rosenberger & Co Schwarz glänzten danach mit SP-Bestzeiten und Klassensieg

Lavanttal Rallye: Vor dem Start

Wolfsberg wartet auf das Startsignal

Die 48. LASERHERO Lavanttal-Rallye 2026 powered by Dohr Wolfsberg / SG TOOLBOX beginnt heute Nachmittag und endet morgen Abend