RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Die Logistik bei Übersee-Rallyes

Die vier Übersee-Rallyes im WM-Kalender erfordern eine logistische Meisterleistung. Insgesamt 100 Tonnen Fracht gehen auf die Reise - ein Blick hinter die Kulissen.

Fotos: Volkswagen

Vier Rallyes finden in der Saison 2016 der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) - von Österreich aus gesehen - in Übersee statt: Mexiko, Argentinien, China und Australien. Das in Europa gewohnte, aus Lkw und Sattelzügen gebildete Servicecamp ist in diesen Ländern nicht machbar. Stattdessen setzen alle Teams Seecontainer ein. Für dieses sogenannte "Übersee-Setup" ist Mexiko die erste Station auf einer elf Monate dauernden Welttournee.

Lutz Meyer, Logistikmanager bei Volkswagen, hat acht 40-Fuß-Container verschifft. Von Bremerhaven nach Veracruz am Golf von Mexiko, insgesamt 100 Tonnen Fracht. Unterwegs waren die Container seit dem 2. Februar, also seit rund einem Monat vor der Rallye. Dabei traten die ersten Probleme auf. Wegen Sturm konnte der Frachter zunächst nicht einlaufen. "Dann ist das Computersystem des Zolls abgestürzt", erzählt Meyer.

Insgesamt kamen die Container, die letzte Etappe per Lkw, mit einem Tag Verspätung in Leon an. Die eingespielte Mechaniker-Mannschaft schaffte den Aufbau trotzdem rechtzeitig - und musste nebenbei noch ein ordentliches Loch im Holzboden eines der Container flicken. "Der ist wohl mal auf einem Stein abgestellt worden", vermutet Meyer. Bei Volkswagen beherbergt ein Container das Büro für Teamleitung und Ingenieure, ein zweiter Stahlkasten ist als Küche ausgebaut.

Die anderen rund zwölf Meter langen, mit Planen in Teamfarben eingekleideten Container dienen als Materiallager. Werkzeug, die Struktur der Serviceboxen, Catering-Zelt, fünf Trainingsautos (Volkswagen Golf), ein Transporter und sogar ein Stromaggregat passen rein. "Damit sind wir von der lokalen, manchmal nicht sehr zuverlässigen Versorgung unabhängig", beschreibt Meyer.

Nach der Mexiko-Rallye werden die acht 40-Fuß-Container und das meiste Material direkt nach Argentinien verschifft, zur nächsten Übersee-Rallye. Weil monatelange Abwesenheit von der Teambasis für die Rallye-Autos keine Option ist, reisten die Polo R WRC von Sebastien Ogier, Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen - plus rund 18 Tonnen Material - erst eine Woche vor der Rallye per Luftfracht zunächst nach Mexiko City und von dort auf dem Lkw weiter nach Leon.

Volkswagen verwendet dazu maßgeschneiderte Luftfracht-Container, in die jeweils ein Auto millimetergenau hineinpasst. "Die werden in Hannover verschlossen und komplett vom Zoll abgefertigt", erklärt Meyer. "Außerdem können wir die Polo R WRC schon zu Hause fix und fertig verzurren." Dadurch sinkt das Risiko beträchtlich, dass die wertvolle Fracht zwischendurch beim Umladen beschädigt wird.

Während das Equipment von Mexiko per Seefracht weiterreist nach Argentinien, gehen die drei Polo R WRC zurück nach Hannover, natürlich wiederum per Luftfracht. Das Übersse-Setup wird dagegen erst Anfang Januar zurück in Hannover erwartet. Logistikmanager Lutz Meyer und seiner Mannschaft bleibt dann weniger als ein Monat, um die 2017er-Welttournee vorzubereiten.

News aus anderen Motorline-Channels:

WRC: Mexiko-Rallye

Weitere Artikel:

ARC, Herbstrallye: Vorfreude

Herbstrallye 2026: Die Vorfreude ist groß…

Auf die Fans warten ein sensationelles Starterfeld mit über hundert Teams, der Flugplatz Dobersberg als einzigartige Kulisse für den Servicepark und die legendäre Fahrerpräsentation am Freitagabend sowie am Samstag erstmals der große Zieleinlauf plus Siegerehrung in Waidhofen an der Thaya.

ARC, Herbstrallye: Vorschau Baumschlager

Wie in alten Zeiten...

Das Saisonfinale der Austrian Rallye Challenge lockt mit einem Rekordstarterfeld von 119 Teams in den Bezirk Waidhofen an der Thaya. Bei Rekord-Staatsmeister Raimund Baumschlager werden dabei Erinnerungen an die legendäre Semperit-Rallye wach.

3 Städte Rallye: Bericht

Neubauer deklassiert DRM-Spitze

Beim Comeback der 3 Städte Rallye triumphierte Hermann Neubauer über die versammelte DRM-Spitze. BRR-Pilot Albert von Thurn und Taxis fuhr sensationell.

Herbstrallye: Vorschau ARC

ARC-Showdown: Wer wird Clubmeister 2026?

Beim Grande Finale der Austrian Rallye Challenge kommt es bei der Herbstrallye zum großen Duell zwischen Gerolf Schuller und Hans Georg Lindner - einer von beiden wird Clubmeister 2026. Auch in der ART2 sowie der ARCH 4WD steht der Jahressieger noch nicht fest…

3 Städte Rallye: Fotos Samstag

3 Städte: Die besten Bilder vom Samstag

motorline.cc-Fotograf Daniel Fessl präsentiert seine besten Bilder von der 3 Städte Rallye - hier die besten Bilder vom Samstag