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WRC: Schweden-Rallye

Schwierige Bedingungen – Ogier führt

Auch eine plötzliche „Wasserdurchfahrt“ konnte Ogier nicht irritieren, er führt vor Mikkelsen und Meeke. Solberg/Minor auf Platz acht, Mayer/Ettel 40.

Michael Noir Trawniczek

Am Freitagvormittag konnten drei Sonderprüfungen gefahren werden – gleich die erste, die 16,48 Kilometer lange SP 2 „Torsby“ war nur mit wenig Schnee bedeckt, auch wenn der Boden über Nacht gefroren war, machte die Prüfung den bei einer Winter-Rallye vorgeschriebenen Spikereifen zu schaffen. Deshalb durften die Teams nach dieser Prüfung zwei weitere neue Reifen verwenden. Die darauf folgende 18,47 km lange SP 3 „Röjden“ führte den Tross nach Norwegen und wieder zurück nach Schweden, die Prüfung war mit Schnee und Eis bedeckt und verlief daher relativ problemlos. Auf der 24,23 km langen SP 4 „Svullrya“, die komplett in Norwegen liegt und an sich zu einem großen Teil mit einer dicken Eisschicht versehen hätte sein sollen, wurden die Teams von großen stehenden Wasserlacken überrascht – hernach ging es ins Mittags-Regrouping, wo erneut neue Reifen aufgezogen wurden…

Die Bestzeit fuhr auf allen der drei Prüfungen Weltmeister Sebastien Ogier – obwohl der Volkswagen-Pilot auf SP 4 brutal von einer der erwähnten „Wasserdurchfahrten“ überrascht wurde: „Ich konnte danach nicht mehr ausreichend einlenken und landete in den Bäumen.“ Dabei verbog sich Ogier die linke vordere Spurstange, die er jedoch auf der Verbindungsstrecke zum Regrouping austauschen konnte.

VW-Teamkollege Andreas Mikkelsen konnte zunächst an Ogier dranbleiben, nach SP 2 fehlten nur drei Zehntelsekunden, nach SP 3 betrug sein Rückstand insgesamt nur 6,9 Sekunden. Doch auf SP 4 kam auch Mikkelsen zum Handkuss: „Wir waren neben der Strecke, kamen um die Kurve und plötzlich war da tiefes Wasser, ich verlor die Kontrolle und wir landeten erneut neben er Strecke. Nicht einfach…“ Zwar konnte Mikkelsen Platz zwei halten, doch sein Rückstand beträgt nun bereits 24,2 Sekunden.

Noch schlimmer erging es dem dritten VW-Piloten Jari-Matti Latvala, der gleich auf der ersten Prüfung über eine gebrochene Antriebswelle klagte: „Ich konnte auf den weiteren Prüfungen nur noch langsam fahren und habe viel Zeit verloren.“ Konkret verlor der Finne rund vier Minuten und rangiert damit auf Platz 30.

Pech hatte auch Hyundai-Pilot Thierry Neuville, der nach SP 3 noch den dritten Platz belegen konnte. „Wir haben ein Antriebsproblem, derzeit haben wir wohl Einrad-Antrieb, ich habe keine Ahnung“, meinte der Belgier zerknirscht, er rutschte mit 1:43 Minuten Rückstand auf Platz zehn ab.

Den dritten Platz übernahm Citroen-Pilot Kris Meeke, auf Mikkelsen fehlen dem Briten nur 4,5 Sekunden. Nur 1,6 Sekunden hinter Meeke lauert der nunmehr bestplatzierte Hyundai-Pilot Dani Sordo auf Rang fünf, sechs Sekunden dahinter liegt M-Sport-Pilot Mads Östberg, der sich mit seiner Fahrt unzufrieden zeigte. Lediglich 1,3 Sekunden hinter dem Norweger liegt Ott Tänak im Dmack-Fiesta auf Rang sechs, weitere acht Sekunden dahinter belegt Hayden Paddon im dritten Hyundai Platz sieben.

Einen relativ guten Start in ihr WRC-Comeback hatten Henning Solberg und Ilka Minor im privaten Ford Fiesta RS WRC – das norwegisch-österreichische Duo liegt rund eine halbe Minute hinter Paddon auf dem guten achten Platz, spürt jedoch den heißen Atem von Craig Breen im Citroen, der nur drei Zehntelsekunden hinter Solberg/Minor Platz neun belegt, gefolgt von Neuville und Eric Camilli (M-Sport) sowie dem schnellsten R5-Piloten Frederik Ahlin im Ford Fiesta R5. Henning Solberg klagte von der ersten Prüfung an über ein Problem mit der Schaltung: „Es gibt Probleme beim Runterschalten, aber ich verwende den Schaltknüppel, wenn es nicht anders geht.“ Der Norweger zeigte sich dennoch top motiviert: „Ich fahre zwar so schnell wie ich nur kann, aber ich denke, dass ich noch zulegen kann.“

Walter Mayer und Bernhard Ettel liegen in ihrem Peugeot 208 T16 R5 auf dem 40. Gesamtrang, in der mit 24 Fahrzeugen besetzten Klasse RC2 belegen die beiden Österreicher Platz 22, in der WRC2 sind Mayer/Ettel nicht eingeschrieben. Dort tobt ein spannender Fight um die Führung: Leader Frederik Ahlin liegt nur drei Zehntelsekunden vor seinem Verfolger Elfyn Evans im verbesserten Ford Fiesta R5. Pontus Tidemand fehlen im Skoda Fabia R5 nur 4,1 Sekunden auf Evans. Am Nachmittag werden die drei Prüfungen erneut absolviert.

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