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ERC/ORM: Jännerrallye 2014

Spannender Reifenkrimi am Schluss

Umsturz auf der letzten SP: Pech fiel mit Slicks zurück, Kubica wählte vorne Spikes und fuhr allen davon. Pech Zweiter, Baumschlager Dritter.

Michael Noir Trawniczek

Was für ein Finish in Freistadt! Auf der 25 Kilometer langen, dunklen und nebeligen SP „Aistal“ haben letztendlich die Reifen die Entscheidung gebracht.

Der führende Vaclav Pech setzte auf vier Slickreifen und musste am Ende dabei zusehen, wie sein Verfolger Robert Kubica mit zwei Spikereifen vorne eine Bombenbestzeit markieren konnte – 23 Sekunden schneller als der zweitplatzierte Raimund Baumschlager.

Robert Kubica konnte damit bei seiner ersten Jännerrallye gleich einmal den Sieg vor Vaclav Pech und Raimund Baumschlager erringen.

Kubica erklärte im Ziel der letzten Sonderprüfung: „Mich freut vor allem eines ganz besonders: Ich habe mit diesen Konditionen keine Erfahrung – aber wenn ich meinem Gefühl folge, werde ich immer die richtige Reifenentscheidung treffen.“ In der Pressekonferenz sprach Kubica von „einem der härtesten Motorsport-Wochenenden“ seiner Karriere. Die Jännerrallye sei für ihn die optimale Vorbereitung für die Rallye Monte Carlo gewesen – der Pole dürfte ein echter Jännerrallyefan geworden sein…

Der geschlagene Vaclav Pech gratulierte Kubica in der Regroupingzone zu seinem Sieg und meinte achselzuckend: „Im ersten Durchgang waren die Slicks die richtigen Reifen. Auch im Vorjahr hat Jan Kopecky auf der zweiten Aistal-Prüfung mit den Slicks gewonnen. Aber letztendlich ist auch Platz zwei okay.“

Auch Raimund Baumschlager war mit dem dritten Platz rundum zufrieden, zumal er wusste, warum er im Laufe der Rallye Zeit verlor, beispielsweise wegen der fehlenden Supersoft-Reifen. Besonders erfreut war der Skoda-Pilot über seine zweitschnellste Zeit auf der letzten Prüfung, die in der ORM als Powerstage abgehalten wurde. Baumschlager erklärte: „Diese beiden zusätzlichen Punkte könnte in der Meisterschaft noch wichtig werden.“

Beppo Harrach wurde in seinem Mitsubishi Lancer Evo IX R4 ein grandioser Vierter in einer Meute von S2000- und RRC-Piloten. Zudem konnte Harrach den Production Cup der ERC überlegen gewinnen. Wie es jetzt weiter geht, das weiß Harrach jedoch nicht: „Ich gehe nachher duschen, morgen ist ein Feiertag – und danach werden wir uns überlegen, wie es weitergeht.“

Andi Aigner belegte im Stohl Racing Peugeot 207 S2000 hinter Skoda-Pilot Jaromir Tarabus den sechsten Platz – im Laufe der Rallye gewöhnte sich der Steirer immer mehr an den Wagen, auf der Powerstage konnte er zudem hinter Kubica und Baumschlager Platz drei belegen.

Hinter Vasily Gryazin (Ford Fiesta S2000), Romain Odlozilik (Ford Fiesta R5) und Robert Consani (Peugeot 207 S2000) konnte Mitsubishi-Pilot Gerwald Grössing Platz zehn belegen – auch wenn er in der ERC-Wertung natürlich nicht aufscheint.

Dort wird Hermann Neubauer als Zehnter geführt, der Salzburger im Stohl Racing Subaru Impreza fuhr am zweiten Tag laut eigenen Angaben „nur noch 80 Prozent“, da er seinen zweiten Platz im Production Cup der ERC nicht mehr gefährden wollte.

Dahinter, auf Gesamtrang elf, landete Ernst Haneder, der in seinem Mitsubishi wohl auch dank seiner erfahrenen Copilotin Daniela Ertl das „Match der Mühlviertler“ für sich entscheiden konnte. Der von ihm geschlagene Markenkollege Mario Klepatsch landete direkt hinter ihm auf Gesamtrang zwölf.

Suzuki-Pilot Michael Böhm konnte auf Gesamtrang 17 die 2wd-Wertung der ERC klar für sich entscheiden, der zweitplatzierte Josef Petak hatte letztendlich einen Rückstand von mehr als drei Minuten. Böhm konnte zugleich natürlich auch die maximalen Punkte in der 2wd-Wertung der ORM für sich in Anspruch nehmen. „Dort wollen wir auch weitermachen, wir wollen unseren 2wd-Staatsmeistertitel verteidigen“, erklärte Böhm am Ende der Rallye.

Bei den Historischen konnte sich Mario Klopf im Ford Escort R2000 durchsetzen, dahinter belegten Mario Schmalzer (Opel Kadett) und Bernhard Jensch (BMW 2002 TI) die Plätze zwei und drei.

Der Deutsche Alois Scheidhammer gewann im Opel Corsa OPC sie Diesel-Klasse 11. In der Klasse 12.1 gewann mit Andrea de Luna ein Italiener vor Christoph Weber (VW Golf Kitcar) und Franz Paireder (Seat Ibiza Cupra). In der Klasse 12.2 gewann Christian Mitterlehner im Audi Coupe S2 vor Subaru -Pilot Robert Zitta und Mario Traxl.

Das Top 10-Ergebnis

1. Robert Kubica/Marcin Szczepaniak Pol/Pol Ford Fiesta RRC 2:26:32,4 Std
2. Vaclav Pech/Petr Uhel Tch/Tch Mini Cooper S2000 +19,9 Sek
3. Raimund Baumschlager/Klaus Wicha Ö/D Skoda Fabia S2000 +1:38,9 Min
4. Beppo Harrach/Leopold Welsersheimb Ö/Ö Mitsubishi Evo IX R4 +3:00,3 Min
5. Jaromir Tarabus/Daniel Trunkat Tch/Tch Skoda Fabia S2000 +3:39,6 Min
6. Andreas Aigner/Barbara Watzl Ö/Ö Peugeot 207 S2000 +4:33,4 Min
7. Vasily Grayzin/Dmity Chumak Lett/Lett Ford Fiesta S2000 +6:27,4 Min
8. Roman Odlozilik/Martin Turecek Tch/Tch Ford Fiesta R5 +7:16,3 Min
9. Robert Consani/Vincent Landais Fra/Fra Peugeot 207 S2000 +9:22,2 Min
10. Hermann Neubauer/Bernhard Ettel Ö/Ö Subaru Impreza R4 +11:39,6 Min

Sonderprüfungs-Bestzeiten: Robert Kubica 8 (3, 6, 8, 9, 10, 14, 17, 18), Vaclav Pech 6 (7, 11, 12, 13, 15, 16), Kajetan Kajetanowicz 3 (1, 2, 5). Raimund Baumschlager 1 (4)

Die wichtigsten Ausfälle: Kajetan Kajetanowicz (Unfall/SP 6), Jan Cerny (Technischer Defekt/SP 8), Martin Fischerlehner (Austritt/SP 1), David Glachs (Ausritt/SP 1 + Zeitüberschreitung), Zoltan Bessenyey (Technischer Defekt/SP 4)

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