RALLYE

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

"Grüner Rallyesport": Wasser predigen und Wein trinken?

Der Rallye-Tross in der Türkei - wo seit vielen Jahren mit Erdgas gefahren wird. Dem "grünen" FIA-Präsidenten Mosley müsste das doch eigentlich imponieren...

Michael Noir Trawniczek

Der Rallye-Tross befindet sich gerade in der Türkei - einem Land, das in manchen Bereichen, wie beispielsweise der Stellung von Frauen in der Gesellschaft, ein bisschen rückschrittlich wirkt. Doch es gibt in der Türkei auch den Fortschritt.

Wenn die WRC-Lenkradakrobaten auf den Verbindungsetappen aus ihren schlammverschmierten Autos blicken, werden sie Tankstellen entdecken, die mit einer Selbstverständlichkeit den Treibstoff Erdgas anbieten. Sie werden im öffentlichen Verkehr von zahlreichen "Erdgasboliden" umgeben sein - angeblich soll in der Türkei bereits jedes zweite Auto mit Erdgas angetrieben werden, meist ist es ein Nebeneinander von Benzin- und Erdgasantrieb, mit Umschaltmöglichkeit. Engstellen in punkto Betankung gibt es nicht, man fährt dort bereits seit zwanzig Jahren mit dem nicht nur umweltschonenden, sondern auch preiswerten Alternativkraftstoff.

Das müsste doch dem Präsidenten der Obersten Automobil- und Sportbehörde, Herrn Max Mosley, so richtig gut gefallen, denkt man. Schließlich predigt der Brite immer wieder, wie wichtig ein "grüner Rallyesport" wäre, wie gut und eigentlich sogar überlebenswichtig das doch für das Image des Motorsports wäre...

In Österreich gibt es "ebenfalls" Vorreiter auf diesem Gebiet, die sich sogar der Praxis zuwandten: VW und das private Stohl Racing-Team entwickelten heuer ihre Erdgas-Rallyeautos, setzten diese in der österreichischen Rallyemeisterschaft ein. Beppo Harrach eroberte mit seinem Erdgas-Mitsubishi gleich in seiner zweiten Rallye den Sieg in der Klasse für Diesel- und Alternativkraftstoffe.

Weil die OSK, quasi die "Austro-FIA", die Erdgasautos im nächsten Jahr in eine eigene Klasse verbannt, wäre doch auch eine "Flucht nach vorne", eine Teilnahme an der Rallye-WM eine Möglichkeit, stellte ich in einem motorline.cc-Gespräch mit Beppo Harrach in den Raum. Immerhin fuhr Altmeister Rudi Stohl mit dem "Erdgasbaby" als Vorausauto bei der Deutschland-Rallye, womit erstmals ein mit Erdgas betriebenes Fahrzeug in der Rallye-WM auftrat.

Harrach sagte trocken: "Das ist zwar ein schlüssiger Gedanke und wäre vielleicht sogar eine Möglichkeit - nur: Die FIA hat in der Rallye-WM noch gar keine Klasse für solche Antriebe vorgesehen, diese müsste erst noch geschaffen werden."

Wir wissen: Die FIA-Rallye-Weltmeisterschaft 2006 kennt keine Alternativkraftstoffe. Bei der FIA-Rallye-Weltmeistersschaft 2007 ist das nicht anders. Derzeit gibt es lediglich einen ambitionierten FIA-Präsidenten, der allzu gerne über Fortschritt und einen "grünen Rallyesport" spricht. Vielleicht sollte Herr Mosley einen kurzen Türkei-Urlaub einlegen, das könnte ihn unter Umständen ein bisschen inspirieren...

meint Ihr

Michael Noir Trawniczek

News aus anderen Motorline-Channels:

Rallye-WM: Kommentar

Weitere Artikel:

ARC, Herbstrallye: Vorschau Mayer

"Da muss man einfach dabei sein"

Mit der 29. Auflage der Herbst-Rallye geht am Samstag im Waldviertel die Saison in Österreich zu Ende. Mit dabei auch Daniel Mayer, der sich erst im letzten Moment entschloss, bei diesem Austrian Rallye Challenge Lauf an den Start zu gehen.

ARC, Herbstrallye: Vorschau Wanko

Bekanntes und Neues

Nach einer etwas längeren, privat bedingten Pause will es Mario Wanko wieder wissen, und diesmal auch mit einem für ihn neuen Fahrzeug: Ein VW Golf IV mit einer interessanten sportlichen Vergangenheit.

Herbstrallye: Vorschau Alpe Adria Cup

Grande Finale von AARC & AART

Steinbock/Bachmayer können ihren AART-Titel fixieren! Vecerka/Zigler können den AARC-Titel nach Tschechien entführen! Regner/Kellner fix am 3. AARC-Podium, mit einer kleinen Chance auf Platz zwei! Max und Ben Maier wollen auch noch auf das AARC-Podium kommen!

ARC, Herbstrallye: Vorfreude

Herbstrallye 2026: Die Vorfreude ist groß…

Auf die Fans warten ein sensationelles Starterfeld mit über hundert Teams, der Flugplatz Dobersberg als einzigartige Kulisse für den Servicepark und die legendäre Fahrerpräsentation am Freitagabend sowie am Samstag erstmals der große Zieleinlauf plus Siegerehrung in Waidhofen an der Thaya.

ARC, Herbstrallye: Vorschau Baumschlager

Wie in alten Zeiten...

Das Saisonfinale der Austrian Rallye Challenge lockt mit einem Rekordstarterfeld von 119 Teams in den Bezirk Waidhofen an der Thaya. Bei Rekord-Staatsmeister Raimund Baumschlager werden dabei Erinnerungen an die legendäre Semperit-Rallye wach.