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75. Monte Carlo-Rallye - rundum erneuert

Schon am Donnerstagabend wird beim Klassiker in Monte Carlo mit einer nächtlichen Eröffnungsprüfung die Rallye-Weltmeisterschaft des Jahres 2007 eingeläutet.

Michael Noir Trawniczek

Ein unvorstellbares Verkehrschaos. Ein Autobus, der - nachdem gerade einmal elf Piloten die erste Wertungsprüfung absolviert haben - den Rest des Feldes blockierte und dieser daher zurück in den Servicepark geschickt wurde. In dieser chaotischen Art und Weise ging es den ganzen Vormittag über weiter. Henning Solberg beispielsweise war beim Mittagsservice gar nicht amused: "Ich habe hundert Kilometer absolviert und dabei keine einzige Sonderprüfung absolviert - das war sehr enttäuschend." Einziger Trost: "Es gibt mehr als fünfzig andere Piloten, die in der gleichen Situation sind..." - so hat also die Rallye Monte Carlo 2006 begonnen - doch die Veranstalter wollen aus dem Chaos gelernt haben, die Streckenführung wurde neu ausgelegt, ein neuerliches Verkehrschaos soll bei der 75. Ausgabe der ältesten Rallye im WM-Kalender nicht mehr auftreten.

Daran glaubt auch Manfred Stohl, der im motorline.cc-Gespräch versprochen hat: "So etwas wird heuer aufgrund der neuen Streckenführung sicher nicht passieren." Diesmal nämlich wird die klassische Rallye im Dunkel der Nacht gestartet - zum ersten Mal seit zehn Jahren wird eine Eröffnungsetappe einer WM-Rallye in der Nacht abgehalten.

Nachtprüfung

Am Donnerstag wird in Valence, wo auch der Servicepark errichtet wird, um 19.16 Uhr der Start für SP 1 von St. Jean en Royans nach Sol de Lachau, auf die Bergstraßen von Vercors, erfolgen. Die Route wurde komplett überarbeitet - sie ist auch für Manfred Stohl neu - dass eifrige Internetseiten geschrieben haben, Stohl würde als einziger der Toppiloten die Strecke kennen, führt "Stohlito" darauf zurück, dass "man in der Rallye-WM mit allen Waffen kämpft".

Am Freitag wird südwestlich von Valence, in der Nähe des Flusses Ardeche, gefahren - zweimal wird die satte 46 Kilometer lange Prüfung von St. Pierreville nach Antraidues in Angriff genommen. Am Samstag wird nordwestlich von Valence gefahren, bevor am Abend eine Verbindungsfahrt nach Monaco auf dem Programm steht. Dort wird dann am Sonntagmorgen nur noch eine kurze Wertungsprüfung auf einem Teil des Grand Prix-Kurses, und zwar auf jenem rund um das Schwimmbecken, den Schlusspunkt des Programms darstellen. Insgesamt werden 15 Wertungsprüfungen sowie 328,54 Wertungskilometer bestritten, die Gesamtlänge der Route beträgt 1185,02 Kilometer.

Loeb vs Grönholm

Als Topfavoriten gelten wie schon im Vorjahr der regierende Weltmeister Sébastien Loeb und sein großer Gegenspieler Marcus Grönholm. Während der Vizemeister in einem bereits ausgereiften Ford Focus RS WRC 06 sitzen wird, zelebriert Loeb die offizielle Rückkehr des Citroen-Werksteams mit dem neuen Modell C4. Dieses wurde die letzten zwei Jahre über intensiv getestet, dennoch sind Kinderkrankheiten beim ersten echten Wettbewerbseinsatz nicht völlig auszuschließen.

In diesem Falle wäre dann Manfred Stohl mit dem "guten alten", verlässlichen Citroen Xsara WRC bereit, in die Presche zu springen. Nachdem Stohl in den Jahren zuvor die Monte auf den Rängen sechs und vier beenden konnte, gibt es für den Wiener und seine Kärntner Co-Pilotin Ilka Minor heuer nur ein logisches Ziel - das Treppchen. Im Vorjahr ließen die beiden zudem mit zwei SP-Bestzeiten aufhorchen.

Stohl hat Aigner auf der Liste

Mit dabei wird auch der zweite Österreicher sein - Andreas Aigner bestreitet mit dem Baumschlager-Mitsubishi Lancer Evo IX einen Testeinsatz, denn die Monte zählt weder zur P-WRC noch zur Juniorenwertung, welche heuer den WM-Status verloren hat. Aigner, der gemeinsam mit seinem routinierten deutschen Beifahrer Klaus Wicha wie einst Manfred Stohl Gruppe N- bzw. P-WRC Weltmeister werden möchte, zählt laut Stohl zu den Topfavoriten in der Gruppe N. Bei der Monte wird Aigner noch nicht auf alle seiner Gegner treffen, weshalb ihn Stohl ganz oben auf der Liste der möglichen Gruppe N-Sieger stehen hat.

Die Rallye-WM 2007 wird am kommenden Wochenende mit dem Kultevent in Monte Carlo eröffnet - die Vorfreude ist auch nach einer für viele Beteiligte viel zu kurzen Winterpause groß.

Hier finden Sie die allgemeine WM-Vorschau, in der auch die neuen Regeln in der Rallye-WM erläutert werden.

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